Neben dem Monitoring von Server-Workloads und des Netzwerks spielt auch die Überwachung der Server-Hardware eine wichtige Rolle für Administratoren. Thomas Joos stellt ein paar Freeware- und Open-Source-Werkzeuge vor.
Zur Überwachung von Server- und Workstation-Hardware muss es nicht immer eine kommerzielle Lösung sein. Auch zahlreiche kostenfreie Werkzeuge leisten hier gute Dienste.
Zur umfassenden Überwachung von Servern und Arbeitsstationen gehört auch die regelmäßige Überprüfung der Hardware. Die Tools in diesem Beitrag wurden sowohl auf Computern mit „Windows 10“ als auch auf Servern mit „Windows Server 2019“ getestet.
Mit „HWinfo“ lässt sich ein schneller Überblick über die Hardware eines Servers gewinnen. Nach dem Start zeigt das Tool Informationen zur CPU und zur Grafikkarte an. Dazu gehören, neben Hersteller und Version, auch Takt, Stromversorgung und Features des Prozessors. Das Betriebssystem wird ebenfalls angezeigt. Für eine schnelle Analyse der CPU ist das Tool genauso geeignet, wie „CPU-Z von “ von CPUID.
Das, Haupt-Tool von HWinfo zeigt in einer Baumstruktur alles an, was rund um die Hardware eines Servers oder Computers wichtig ist. So werden Informationen zur Hauptplatine und zum Arbeitsspeicher sowie Daten zu den eingebauten Festplatten und Informationen zu den Netzwerkadaptern gelistet.
Der einfache Aufbau des Tools hilft dabei, in wenigen Sekunden einen Überblick über die Hardware eines Servers oder einer Workstation zu erhalten. Es ist keine Einrichtung oder Konfiguration nötig beziehungsweise möglich. Über „Save Report“ lassen sich die Daten eines Servers auch als Datei speichern. Neben HTML-Berichten können die Daten auch in CSV- oder Text-Dateien exportiert werden.
Über die Schaltfläche „Sensors“ liest HWinfo die Sensoren und deren Werte, die im Computer aktuell Daten senden. Auch darüber lassen sich wichtige Informationen erfahren. Es besteht die Möglichkeit, mittels Einstellung festzulegen, wie die Daten der Sensoren angezeigt werden sollen.
Eine Alternative zu HWinfo ist „HWMonitor“. Dieses Tool steht als kostenpflichtige und als kostenlose Version zur Verfügung, und kann ebenfalls einen schnellen Überblick über die Hardware geben.
eBook „Open Source in der Datacenter-Administration, Teil 1“
Mit dem Aufkommen hyper-agiler Softwareentwicklung und damit neuer, verteilter Softwarearchitekturen haben sich zugleich die Anforderungen der Unternehmen an ihre Rechenzentren wieder einmal grundlegend geändert. Open-Source-Lösungen versprechen die nötige Flexibilisierung.(PDF | ET 09.04.2019)
Sisoft Sandra Lite – Freigegeben für Windows Server 2019
Sisoft bietet mit seinem Diagnose-Tool „Sandra“ auch eine kostenlose Version an, die im Vergleich zu den anderen Versionen natürlich eingeschränkt ist, aber dennoch einen guten Überblick über die Hardware eines Computers gibt. Neben Windows 7 bis Windows 10 ist das Tool auch kompatibel mit Windows Server ab Version 2008.
Auch eine Diagnose von Servern mit Windows Server 2019 und neuer ist möglich. Nach der Installation stehen die einzelnen Bereiche zur Verfügung und können zur Überwachung genutzt werden. Funktionen, die den kostenpflichtigen Versionen von Sandra vorbehalten sind, blendet das System aus.
Dr. Hardware 2020
Das Freeware-Tool „Dr. Hardware 2020“ liefert ebenfalls Informationen zur Hardware eines Computers. Die grafische Oberfläche ist übersichtlich und das Tool funktioniert auch auf Windows-Servern.
Core Temp – CPU-Temperaturen überwachen
Mit dem kostenlosen Tool „Core Temp“ kann die Temperatur jedes CPU-Kerns überwacht werden. Das Tool zeigt zusätzlich auch das Modell der CPU und den Takt an.
Um eine Analyse von Intel-Prozessoren auf einem Computer oder Server durchzuführen, kann das „Intel Prozessor-Diagnose-Tool“ genutzt werden. Das Tool führt Belastungstests durch, und kann dadurch proaktiv Probleme auf Prozessoren erkennen oder feststellen, wann die Leistung eines Prozessors für die installierten Workloads nicht mehr ausreicht.
Schnelle Diagnose mit Bordmitteln
Es gibt auch in Windows bereits integrierte Bordmittel, die bei der Diagnose helfen können. Werden zum Beispiel Probleme beim Arbeitsspeicher vermutet, kann durch Starten von „mdsched“ in Windows ein Test des Arbeitsspeichers durchgeführt werden. Dazu wird der Server aber neu gestartet.
Um sich einen Überblick über einen Server oder Computer zu verschaffen, kann in Windows mit den Tools „systeminfo“ und „msinfo32“ gearbeitet werden. Beide können über das Suchfeld des Startmenüs oder die Eingabe-Aufforderung gestartet werden.
eBook „Open Source in der Datacenter-Administration, Teil 2“
Den wachsenden Anforderungen an die Interkonnektivität durch IoT-Anwendungen stellen Lösungsanbieter ein Software-zentrisches RZ-Modell gegenüber. Damit die Umstellung auf Alles-in-Software gelingen kann, muss aber die Hardware in puncto Robustheit deutlich zulegen. Open-Source-Standards sollen die Antworten liefern.(PDF | ET 09.04.2019)
Die „Ultimate Boot-CD“ ist eine kostenlose Live-CD, mit der Server und Computer gestartet werden können. Nach dem Start stehen verschiedene Tools zur Verfügung, mit denen sich auch die Hardware von Computern analysieren lässt. Bestandteil der CD sind auch verschiedene Analyse-Tools für Festplatten.
Stand: 08.12.2025
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Nach dem Start der CD stehen verschiedene Menüs zur Verfügung, mit denen die Hardware des Computers überprüft werden kann. Zur Diagnose ist auch der Menüpunkt „System“ interessant. Mit dem dortigen „Hardware Detection Tool“ lassen sich Low-Level- Informationen zur Hardware anzeigen.
Um Festplatten zu überprüfen, stehen die Tools im Menüpunkt „HDD\Diagnosis“ zur Verfügung. Hier sind auch verschiedene Diaganose-Tools von Hardware-Herstellern verfügbar, wie „Drive Fitness Tests“ für IBM/Hitachi-Festplatten, oder das ES-Tool von Samsung. Wird ein Tool markiert, zeigt die Ultimate Boot CD im unteren Bereich jeweils weitere Informationen dazu an.
*Thomas Joos ist freier Autor. In seinem Blog auf DataCenter-Insider „Toms Admin-Blog“ gibt er Tipps für Administratoren.