Wer „Hyper-V“ von Microsoft im Unternehmen professionell einsetzen will, sollte einen Hyper-V-Server als Stand-alone-Hypervisor verwenden. Für einen extrem schlanken Hypervisor können Admins aber auch einen vollwertigen Windows Server 2012 R2 installieren, der Hyper-V enthält, und die grafische Oberfläche entfernen. In diesem Artikel geht es um genau solche Tipps.
Wer sich einer solchen Kraftanstrengung ausgesetzt sieht, nutzt die falschen Tools, um Hyper-V in den Griff zu bekommen. Thomas Drilling stellt ein paar der Werkzeuge vor, die das Admin-Dasein vereinfachen können.
(Bild: Sergey Nivens/ Fotolia.com)
Das Verwalten der Hosts und VMs gelingt dann aber nur via Kommandozeile mithilfe einer inzwischen stattlichen Anzahl von Powershell-CMDlets für Hyper-V, die auf der „Powershell Management Library“ für Hyper-V basieren. Es gibt aber auch zahlreiche grafische Hyper-V-Management-Tools von Microsoft und Drittanbietern.
Folgende Übersicht versteht sich als eine Auswahl von Hyper-V-Tools, die neben dem Bereich Management auch Backup und Monitoring abdecken. Dabei wurden wir im Hinblick auf KMUs auch kostenlose Tools berücksichtigt.
Hyper-V-Management-Tools von Microsoft
Bevor Admins sich Drittanbietern zuwenden, sollten sie wissen, welche Werkzeuge Microsoft selbst zur Hyper-V-Administration vorsieht. Ist das CLI-basierte Verwalten von Hyper-V nicht ihre Sache, steht als grafisches Werkzeug Microsofts „Hyper-V-Manager“ zur Verfügung. Dieser lässt sich zum Beispiel auf dem Client mit „RSAT“ installieren.
„Windows-8“-Nutzer können das Windows-Feature „Hyper-V Plattform“ aktivieren. Für den vollen Remote-Umfang von Hyper-V Manager müssen Administratoren allerdings „Windows Server 2012 R2“ oder die Remote-Server-Verwaltungs-Tools von „Windows 8.1“ benutzen.
Der Hyper-V-Manager erfüllt seinen Zweck zum Verwalten einzelner oder sogar mehrerer Hyper-V-Hosts, nicht aber für den Cluster-Betrieb. Für das Verwalten geclusterter Hosts in einem einzelnen Cluster können Admins den „Failover Cluster Manager“ von Micrsosoft benutzen.
Sind mehrere Cluster im Spiel, müssen sie zum kostenpflichtigen „System Center 2012 Virtual Machine Manager“ (VMM) greifen oder sich bei Drittanbietern wie den Folgenden umsehen.
1. 5nine Manager for Hyper-V
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Der „5nine Manager for Hyper-V“ ist ein umfangreiches Management-Tool, mit dem fast alle Aufgaben im Zusammenhang mit der Konfiguration und Verwaltung von Hyper-V-Hosts und virtuellen Maschinen erledigt werden können. Es lassen sich zum Beispiel virtuelle Maschinen anlegen, starten und stoppen oder Snapshots erstellen.
Abbildung 1: Sreenshot 5nine Manager for Hyper-V
(Bild: Thomas Drilling/VNR)
Darüber erlaubt das Tool auch ein Bearbeiten der Konfiguration jeder VM oder das Einrichten virtueller Netzwerke. Das Tool gibt es sowohl in einer kostenpflichtigen Version, die immerhin mehr Funktionen bietet als die nativen Windows-Server-Tools, als auch in einer Free-Edition.
Nachteile: Der kostenfreien Version fehlen gegenüber der Kaufversion folgende Funktionen: Replikation, „Shared nothing“-Live-Migration, Live-Migration zwischen Clustern, Storage-Migration, Realtime-Monitoring, System Status Report sowie die Möglichkeit, die IP-Adressen von VMs in der Management-Console setzen zu können.
Vorteile: Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Windows-Tools sind aber die Monitoring-Funktionen.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Die in Windows Server 2012 enthaltene Hyper-V-Version verfügt schon in der Grundausstattung über Tools für Backup und Desaster Recovery. So kann etwa das Windows-Server-Backup auch VMs sichern oder wiederherzustellen, was bei früheren Windows-Server-/Hyper-V-Versionen nur mit einem Volume-Backup funktionierte, wobei allerdings der VSS-Writer manuell für Hyper-V registriert werden musste.
Abbildung 2: Sreenshot Veeam Backup Free Edition
(Bild: Drilling/VNR)
Ferner können kleine Unternehmen „Hyper-V-Replica“ für ein einfaches Desaster Recovery benutzen. Zum Sichern einzelner Hosts lohnt es sich aber, nach Alternativen zum Windows-Server-Backup zu suchen, das unter anderem keine Cluster Shared Volumes unterstützt.
Vorteile: Die „Veeam Backup Free Edition 7“ unterstützt genau wie die Vollversion Backup & Replication 7 sowohl Hyper-V als auch „VMware ESXi“ und eignet sich hervorragend zum Sichern oder Migrieren einzelner virtueller Maschinen VMs.
Zudem beherrscht die Software auch das Wiederherstellen ganzer VMs oder einzelner Dateien aus der VM (File Level Restore). Ferner lassen sich mit der Free-Edition komplette VMs zwischen Hyper-V-Hosts kopieren.
Nachteile: Da der Installationsaufwand und der Ressourcenbedarf bei Veeam relativ hoch sind, eignet sich das Produkt insbesondere in der Kaufversion für KMUs nicht.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Die Fähigkeit zum Sichern offener Dateien gehört zu den Enterprise-Features ausgewachsener Backup-Lösungen und ist eine Grundvoraussetzung zum Sichern virtueller Maschinen. Alle Microsoft-orientierten Backup-Lösungen realisieren dies bekanntlich mittels VSS (Volume Shadow Copy Service).
Stand: 08.12.2025
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„HV Backup“ ist ein auf dem .Net-Framework basierendes, kommandozeilenorientiertes Open-Source-Backup-Werkzeug, das zum Sichern von VMs in einem konsistenten Zustand den VSS Writer für Hyper-V nutzt.
Vorteile: Das Tool unterstützt außerdem das Sichern von VMs auf Cluster Shared Volumes. HV Backup erzeugt für jede VM ein ZIP-Archiv mit sämtlichen zur jeweiligen VM gehörenden Dateien.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Auch die Firma Altaro bietet mit „Altaro Hyper-V Backup“ eine Backup-Software für virtuelle Umgebungen an.
Abbildung 3: Screenshot Veeam One Free Edition
(Bild: Thomas Drilling/VNR)
Vorteile: Die kostenlos verfügbare Einstiegsversion unterstützt im Vergleich zur Kaufversion nur das Sichern von zwei (auch laufende) VMs.
Nachteile: Das Wiederherstellen einzelner Dateien aus einer VM, ein Restore von VHDs unter einem anderen Dateinamen und viele weitere Funktionen sind der Kaufversion vorbehalten.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Auch für das Überwachen von Hyper-V ist der Markt mit Drittanbieterlösungen gut bestückt. Veeam bietet mit seiner „One Free Edition“ sogar eine kostenlose Monitoring-Anwendung für Hyper-V und VMware an.
Vorteile: Das Programm überwacht wichtige Systemparameter und zeigt die auf dem Host und in den VMs laufenden Prozesse an. Bei kritischen Ereignissen versendet Veeam One Alarme.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Der „Free Hyper-V Monitor“ von Micro Nova kann ebenfalls die wichtigsten Paramater von maximal zwei Hyper-V-Hosts überwachen, etwa den CPU-Load, die RAM-Auslastung, den Netzwerk-Traffic oder die Festplattenbelegung.
Abbildung 4: Screenshot Micro Nova Free HyperV Server Monitor
(Bild: Thomas Drilling/VNR)
Vorteile: Admins können außerdem den Ressourcenverbrauch der Virtualisierungs-Hosts den jeweiligen virtuellen Maschinen zuzuordnen, wozu die Software aktive und inaktive VMs anzeigt. Auch der Free Hyper-V Monitor versendet bei Auftreten kritischer Ereignisse Alarmmeldungen, deren Schwellenwerte sie mithilfe der „Manage Engine“ selbst festlegen.
Nachteile: Das Werkzeug ist auf einzelne Hosts beschränkt.
Funktionen/Einsatzmöglichkeit: Die Überwachungs-Software von Solarwinds ist in erster Linie für das Health-Monitoring konzipiert und liefert zum Beispiel Echtzeitdaten zum CPU-Load oder zur Arbeitsspeicherauslastun.
Vorteile: Anwender können den „Solarwinds free VM Monitor“ in je einer separaten Version für Hyper oder VMware herunterladen. Die Software listet auf einzelnen Host gerade aktive VMs auf.
Nachteile: Die Software eignet nur zum Überwachen einzelner Hosts.
Thomas Drilling ist freier Autor und bloggt auf DataCenter-Insider. Der Artikel ist erstmalig in einem Heft der Reihe „Erfolgreich virtualisieren“ erschienen, die vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft herausgegeben wird.