Ein Cloud-Nativer Registry-Service Dienste und Abläufe in OCI-Umgebungen mit Harbor

Von Thomas Joos 1 min Lesedauer

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„Harbor“ bildet als „OCI“-konformer Cloud-Native-Registry-Dienst eine zentrale Instanz für die Verwaltung von Images und Artefakten. Die Plattform erweitert „Docker“-Distributionen und integriert sicherheitsrelevante Funktionen, automatisierte Prüfmechanismen und umfangreiche Verwaltungslogik für containerisierte Umgebungen.

„Harbor“ ist ein Cloud-nativer Registry-Dienst(Bild:  Thomas Joos)
„Harbor“ ist ein Cloud-nativer Registry-Dienst
(Bild: Thomas Joos)

Harbor verarbeitet OCI-Images, Image-Indizes für Multi-Architektur-Bereitstellungen sowie weitere OCI-kompatible Artefakte wie „Helm“-Charts, CNAB-Bundles und Richtliniendefinitionen. Die Architektur verfolgt ein modular aufgebautes Modell, das Speicher, Orchestrierung, Zugriffsschutz und Integrationspunkte klar voneinander trennt.

Der Dienst unterstützt das vollständige Lebenszyklus-Management von Pull, Push, Tagging, Replikation, Signierung und Schwachstellenanalyse. Die Verwaltung erfolgt über API-basierte Steuerung oder über das integrierte Web-Portal.

Architektur und Schichtenmodell

Harbor nutzt ein dreischichtiges Modell. In der Data-Access-Schicht arbeiten „Redis“ als Cache und Zwischenspeicher für Jobdaten, ein austauschbarer Objektspeicher für persistente Inhalte sowie „PostgreSQL“ für Metadaten. Die Datenbank hält sämtliche Informationen zu Projekten, Benutzern, Rollen, Replikationsrichtlinien, Scanner-Konfigurationen und Artefakt-Metadaten.

Die mittlere Schicht stellt zentrale Dienste bereit. Ein „Nginx“-basiertes Proxy-Frontend übernimmt das Routing sämtlicher Zugriffe. Hinter dem Proxy laufen Core-Services mit API-Server, Authentifizierung, Autorisierung und Projektverwaltung.

Der Token-Dienst erzeugt Zugriffs-Tokens für Docker-Clients, die bei Pull- und Push-Operationen verwendet werden. Middleware-Module prüfen Quoten, Signaturen, Schwachstellenregeln oder Robot-Accounts und greifen ein, bevor Anfragen an Backend-Dienste weitergegeben werden.

Weitere Funktionsmodule steuern Replikationsvorgänge zwischen entfernten Registries, Tag-Retention-Regeln, Chart-bezogene Funktionen, Scanner-Integration sowie die Verwaltung aller OCI-Artefakte. Die Scan-Verwaltung unterstützt verschiedene Anbieter wie Trivy, Anchore, Clair oder Dosec.

Ereignisse werden über einen Webhook-Mechanismus an HTTP-Zielsysteme oder „Slack“-Kanäle gemeldet. Der Garbage-Collection-Controller verwaltet die Bereinigung unreferenzierter Blobs (Binary Large Objects) .

Die dritte Schicht umfasst externe Dienste wie den Docker-Registry-Server, „Chartmuseum“ für Helm-Charts sowie „Notary“ für Signaturen und Vertrauensketten. Alle Module werden durch einen Job-Dienst ergänzt, der asynchrone Operationen wie Replikation oder Scans parallel verarbeitet.

Bereitstellung und Kompatibilität

Harbor lässt sich über „Docker-Compose“, über das Helm-Chart oder den „Harbor-Operator“ in Kubernetes installieren. Unterstützte Scanner, Replikationsadapter sowie OpenID Connect-Integrationen werden in eigenen Kompatibilitätslisten gepflegt. Die Plattform ist CNCF-gehostet und vollständig Open Source.

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