Kaum ein Partner und Kunde, der nicht sauer ist über erheblich verteuerte Lizenzen bei der Nummer 1 unter den Virtualisierungs-, Pardon, Private-Cloud-Software-Anbietern, viele, die auf Alternativen wechseln wollen und doch bleiben, und eine Lizenzerneuerungsrate in Rekordhöhe bei VMware by Broadcom. Mit der Version 9 sei „VMware Cloud Foundation“ nun eine „Plattform“, sagt Broadcom-CEO Hock Tan, wenn es nach ihm geht, für die 92 Prozent aller Anwender, die ihr Vertrauen privaten Clouds schenken.
Hock Tan sei ein guter Geschäftsmann, sagt IDC-Analyst Jevin Jensen. Hier eröffnet er die Broadcom-Konferenz „VMware Explore 2025“.
(Bild: uo/Vogel IT-Medien GmbH)
Für rund 80 Millionen Kerne haben die VMware-Kunden Lizenzen bei Broadcom gekauft beziehungsweise erneuert, schätzt Jevin Jensen, Research Vice President im Bereich Intelligent CloudOps Market Service bei IDC - Broadcom selbst gibt auf einer „VMware Explore"-Folie die Zahl mit 100 Millionen Kerne bis August 2025 an. „In jedem Fall eine enorme Anzahl und Gewinn“, so Jensen.
Dass viele Kunden und Partner sich am liebsten von VMware verabschieden möchten und die Emotionen auch einmal hochkochen angesichts des Bundling und der Preise, die eventuell für Konzerne, aber sicher nicht für Mittelständler interessant sind, selbst auf der Veranstaltung zuweilen hochkochen, bestätigt auch Jensen und kommentiert: „Die Kunden haben zwar eine Wahl, aber keine Zeit.“
Die Abkehr von VMware
Telemaxx, Anbieter von Rechenzentrumsleistungen und Glasfasernetze, ist weitestgehend abgerückt von seinem auf VMware basierendem Angebot. Nur wer von den Kunden unbedingt die Broadcom-Technik möchte, bekomme sie, müsse aber auch für die Lizenzen aufkommen, heißt es. Im Juli dieses Jahres hat der Betreiber von vier Rechenzentren in Karlsruhe den Wechsel offiziell gemacht: „OpenStack“ ist nun die Plattform für das neue Hosting-Angebot: „Opencloud“.
Telemaxx-Geschäftsführer Jan Lange lässt keinen Zweifel für den Schwenk zu Open Source als Basis: „Neue Lizenzmodelle internationaler Anbieter zwingen viele Unternehmen dazu, ihre Cloud-Strategien zu überdenken. Bislang haben wir bei Telemaxx auf die 'VMware Cloud' gesetzt."
Vor vier Monaten vollständig implementiert, werde Telemaxx nun bis Ende 2026 die VMware-Basis schrittweise ersetzen. Das komme bei den Kunden gut an, verrät er, insbesondere im Mittelstand.
Cloud-native und KI-geeignet
Die Opencloud ist als Shared-Cloud-System konzipiert. Dank vollständiger Netzwerkvirtualisierung im Self-Service, einer offenen API-Architektur sowie der Integration mit Tools wie „Terraform“ und „Kubernetes“ eignet sich die Plattform als Umgebung für cloud-native Anwendungen, laut Telemaxx auch im KI-Umfeld.
Das Konzept basiert auf dem Pay-as-you-go-Prinzip, so dass Unternehmen nur in tatsächlich genutzte Ressourcen investieren und über volle Kostenkontrolle verfügen. Die Telemaxx Opencloud erfüllt die Anforderungen der DSGVO, betreut durch ein Expertenteam.
Das sorgt auch für die Migraton, vollständig innerhalb der Telemaxx-Infrastruktur, inklusive mehrfacher Datensicherungen und bewährter Fallback-Szenarien – für einen sicheren und unterbrechungsarmen Umstieg. Dafür hat Telemaxx über die vergangenen zwei Jahre ein entsprechendes Mitarbeiterteam aufgebaut.
Zudem bedeute eine Migration auf einen anderen Stack ein hohes Risiko, zumal es bei den meisten Unternehmen nicht nur um eine Virtualisierung der Compute-Hardware geht, sondern auch um Software-Defined Netze und Storage, Security, Load Balancing und um die Integration in traditionelle und Cloud-Native-Workloads.
IDC-Kollege Jim Mercer, Program Vice President im Bereich Software Development, DevOps und DevSecOps, fasst zusammen: „VMware klebt einfach ganz extrem.“ Ein Wechsel auf Alternativen ist so mit den Kosten neuer und existenter Software behaftet, mit den Investitionen in Skills und Manpower und mit dem Risiko, dass die Migration auch scheitern kann.
„Take the emotion out of it!“
Das alles habe laut Mercer dazu geführt, dass sich zumindest in Nordamerika die Gemüter ein wenig beruhigt hätten, zumal VMware nun auch immer mehr Funktionen in die Plattform aufnähme. So liefe es darauf hinaus, dass die Lizenzpreise zwar nicht für jeden taugten, ein anderer Weg sich aber wesentlich schwieriger gestalte. Und der Analysten-Kollege Jensen erteilt den Rat: „Nehmen Sie die Emotionen aus dem Spiel und rechnen alle Migrationskosten dagegen.“
„All in with Broadcom“ - die Panel-isten auf der Bühne (v.l.): Brian Moats, SVP Global Commercial Sales und Partner bei Broadcom, Pierre Cayouette von Pellera Technologies, Bill Grismore von 27 Virtual sowie Stephen Moss von Insight.
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
Das scheint leichter gesagt als getan. In einem Partnerforum bekamen die Teilnehmer mitgeteilt, alle, die das VMware-Geschäft „verstopften“, würden entfernt. Wörtlich sagt Laura Falko: „Partnern, die unser Ökosystem verstopft haben, wird die Autorisierung entzogen." Sie ist verantwortlich für das globale Partnerprogramm von Broadcom. Zu den Partnern, die offenbar bleiben dürfen, zählen Pellera Technologies, auf einem Panel anwesend ist Pierre Cayouette gewesen, 27 Virtual, repräsentiert durch Mitgründer Bill Grismore, und Insight, vertreten durch SVP Managed Services Stephen Moss.
Klar habe zunächst auch in diesen Unternehmen eine Schockstarre eingesetzt, bis man sich (nach etwa zwölf Monaten) sortiert habe und nun sei man wieder happy, so die Podiumsdiskussionsteilnehmer. Man müsse nur zureichend VMware-Lizenzen an den Mann bringen. Sie lobten unisono das Schulungsangebot, das Broadcom zur Verfügung stelle.
Die wichtigsten Ankündigungen von VMware by Broadcom auf der Konferenz „VMware Explore 2025“ aus Unternehmenssicht
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
Mit VCF 9.0 hätten sich die Spielregeln geändert; insbesondere Entwickler bräuchten eine Umgebung, die so schnell bereitzustellen sei, wie die Angebote aus der Public Cloud, aber zu „vorhersehbaren Kosten“. Die VMware-Plattform liefere das - insbesondere für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Denn gerade hier gebe es zwar viele Pilotprojekte, aber die Kunden zögerten mit einem Ausrollen über Public Clouds, weil sie explodierende Kosten fürchteten.
Auf die unvorhersehbaren Preissteigerungen bei den Lizenzkosten, wollen die VMware-Partner auf der Bühne nicht eingehen. Sie betonen aber, dass die Kunden, die sich aus der Public Cloud zurückzögen, ihre Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) um 30 bis 40 Prozent reduzieren könnten. Wie Broadcom-Manager Tan ausführt, hätten derzeit sieben von zehn Unternehmen einen Repatriation-Plan.
Bereits Bestandteil von VCF 9.0 sind folgende „VMware Private AI Services“:
GPU-Monitoring
Model Store (KI-Modellspeicher mit Zugriffskontrollen)
Model Runtime
Agent Builder
Vektordatenbank(en) sowie Datenindizierung und -Retrieval
Kleine Übersicht über die AI-Features in „VCF“.
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
Zusätzlich angekündigt hat VMware by Broadcom:
Intelligent Assist for VCF: Ein KI-gestützter Support-Assistent, von dem es eine Tech Preview gibt, der Diagnose- und Problembehebungen beschleunigen soll.
Model Context Protocol (MCP) Support: Für standardisierte Integration von KI-Assistenten mit internen und externen Tools wie „Servicenow“, „Github“ und „Slack“
Multi-Accelerator Model Runtime, die eine flexible Nutzung verschiedener GPU-Hardware (von AMD und Nvidia) erlauben soll.
Multi-Tenant Models-as-a-Service für die Mehrmandantenfähigkeit bei gleichzeitiger Datenisolation
Paul Turner ist VP of Products bei der VCF Division von Broadcom und er ist für die gesamte Produktplanung und Markteinführung der „Kernprodukte“ verantwortlich.
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
Wie Paul Turner, Vice President of Products in der VCF Division bei Broadcom, ausführt, hat das Unternehmen bereits 80 Kunden von seinem KI-Angebot überzeugen können. Diese aus den Bereichen Öffentliche Hand, Produzierendes Gewerbe, Gesundheits- und Finanzwesen legten zunächst war klein los - mit etwa 1.000 Kernen - doch dann würden sie vermutlich heftig investieren wollen, ergänzt Krish Prasad, Senior Vice President und General Manager der VMware Cloud Foundation Division von Broadcom. Die meisten jedoch stiegen weder mit GenAI noch mit KI-Agenten ein. Vielmehr hätten die Kunden seit Jahren bereits Machine-Learning-Anwendungen, die sie jetzt in einer Private Cloud virtualisiert sehen wollten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Übrigens, und das erläutert Prasad auf Nachfrage, sei „vGPU“ eine Marke und Technik von Nvidia und müsse von den Kunden lizenziert werden. Bei AMD fielen hingegen keine weiteren Lizenzgebühren an, wenn die Kunden mithilfe von VMware virtualisierten. Außerdem sei die Vermarktung virtualisierter GPUs für die Hyperscaler kein Geschäftsmodell - in Europa möge das anders sein.
„Unsere Kunden kaufen [trotzdem] Nvidia-GPUs, weil sie wollen, dass ihre ersten KI-Projekte erfolgreich sind“, so Prasad. Die VMware-Strategie sei es, offen zu sein, gemeint ist: flexibel genug zu sein, für ein Ökosystem. Das gelte auch für die VMware auf ARM.
Krish Prasad ist Senior Vice President und General Manager der VMware Cloud Foundation Division von Broadcom, wo er das Multi-Cloud-Infrastruktur-Softwareportfolio des Unternehmens beaufsichtigt, das private Clouds und Clouds von Service-Provider-Partnern und Hyperscalern umfasst.
(Bild: Broadcom)
Zur Unterstützung von ARM hat es auf der VMware Explore sich widersprechende Aussagen gegeben. Während in zwei eigenen Sessions zum Thema bereits Use Cases gesammelt worden sind und man gar einen Termin im kommenden Jahr genannt hat, besteht Prasad darauf, dass von der Virtualisierung auf Basis von ARM-CPUs gar keine Rede sein kann.
Journalist: Können Sie weitere Angaben zur ARM-Unterstützung machen?
Prasad: Nein. eine solche ist derzeit nicht geplant.
Journalist: Aber in einer Session wurde gar ein Termin genannt.
Prasad: Ich bin der Verantwortliche und ich sage Ihnen, es gibt keine konkreten Pläne.
Journalist: Aber genau das habe ich mit eigenen Ohren gehört.
... in etwa ist der Austausch gelaufen. Und später dann:
Journalist: Hat sich das nun geklärt, was die Unterstützung der ARM-Prozessoren angeht.
Prasad: Wenn es genügend Anwendungen dafür gibt, steigen wir ein. Zu früh mit einer Technik auf dem Markt zu sein, ist unglaublich teuer.
Journalist: Wie kann es sein, dass VMware zwar Nvidia unterstützt, aber ARM nicht. Die Referenzarchitekturen beruhen auf den CPUs und der „Superchip“ ist eine Kombination aus ARM-CPUs und GPUs. Und die Hyperscaler nutzen, wie Sie sagen Nvidia-Technik.
Prasad: Die Hyperscaler setzen auf x86-Architekturen. Aber vielleicht stehen wir gerade an einem Wendepunkt.
Experimente
Zumindest weist „Fling“ ARM-Aktivitäten aus: Hierunter ist ein Programms von VMware zu verstehen, das es Ingenieuren ermöglicht, experimentelle Tools und Prototypen zu entwickeln und der Community zur Verfügung zu stellen. Diese Tools sind in der Regel nicht für den produktiven Einsatz gedacht, sondern dienen dazu, neue Ideen zu testen und Feedback von Nutzern zu sammeln. Die VMware Flings werden über die VMware Cloud Foundation Division (VCF) angeboten und sind über das Broadcom Support-Portal (BSP) zugänglich . Einige Beispiele für VMware Flings sind:
vSphere Host Client: Ein HTML5-basierter Web-Client für die Verwaltung von ESXi-Hosts.
VMware Blogs
ESXi-Arm: Eine Version von ESXi, die auf ARM-basierten Prozessoren läuft.
VMware Imager: Ein Tool zur Automatisierung der Erstellung von Windows-VMs.
vSphere GPU Monitoring: Ein Tool zur Überwachung von GPU-Ressourcen in vSphere-Umgebungen
Was ist mit Tanzu?
Rätselraten scheinen auch die jüngsten Cloud-Native-Integrationen in VCF hervorzurufen, vor allem in Abgrenzung zu „Tanzu“. Ganz sicher hingegen ist der Wunsch vor allem „Red Hat Openshift“ etwas entgegensetzen zu können, wie VP Turner bestätigt. Dazu trägt sicher auch die Unterstützung der Canonical-Produkte bei: „Ubuntu Pro“, „Chiseled Ubuntu Containers“ und „Ubuntu-Images “ mit vorinstallierten virtualisierten GPU-Treibern.
Für Tanzu ist Purnima Padmanabhan, Vice President und General Manager, zuständig. Sie wiederum spricht von ihrem Produktportfolio als „Snowflake on prem“, was auch immer das bedeuten mag.
Auf der Bühne (v.l.): Umesh Mahajan, Vice President (VP) und General Manager (GM), zuständig für Aplication Networking und Security, Tanzu-VP und -GM Purnima Padmanabhan und Krish Prasad, SVP und GM, zuständig für VMware Cloud Foundation.
(Bild: uo/ Vogel IT-Medien GmbH)
„Snowflake“ vom gleichnamigen Unternehmen ist eine Data-Cloud-Plattform, die entwickelt wurde, um große Datenmengen aus verschiedenen Quellen zentral zu speichern, zu analysieren und zu teilen. Die Software läuft auf AWS sowie auf Azure und Google Cloud. Sie wird als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten und kümmert sich selbst um Skalierung, Verwaltung und Optimierung. Laut Padmanabhan haben nur etwa die Hälfte alle Tanzu-Kunden VMware-Infrastruktur im Einsatz; die andere Hälfte nutzt Tanzu in der Public Cloud. Umgekehrt bietet aber VCF 9.0 einiges, um etwa Daten zu sammeln und AI-tauglich aufzubereiten.
Zumindest Verwunderung hat die Bekanntgabe hervorgerufen, Walmart sei nun VCF-Kunde, immerhin setzt das Unternehmen seit 20 Jahren VMware-Technik ein. Merkwürdig auch, dass Referenzkunde Barclays in seinem Testimonial auf die langjährige Zusammenarbeit mit VMware und explizit auf die Virtual-Desktop-Implementierung verweist. Diese VDI-Software (einst: „VMware Horizon“„VMware Horizon View“ und „ VMware View“ beziehungsweise „Workspace One UEM“, „VMware Workstation Pro“ und „VMware Fusion Pro“) gehört nun als „Omnissa Horizon“ aber seit 2024 der Private-Equity-Firma KKR.
Anwender auf der Flucht?
Keine Frage: Nach wie vor wollen viele Anwender VMware-Technik abstoßen, wenn das denn nur ginge. Selbst gegenüber dem Top-Management haben sie aber kein Blatt vor den Mund genommen. Merkt das ein Paul Turner? Nur wenige Kunden seien von VMware etwa zu Nutanix gewechselt, sagt er. - Und sonst? - Was sollte die Alternative sein? - „Proxmox“? lächelt er.
Ist das den Besucherzahlen der Hausmesse anzumerken? Je nachdem, wer aus dem VMware-Hause oder auch von den Analysten Antwort gibt, fällt die Angabe unterschiedlich aus, von „mehr als im vergangenen Jahr“ bis zu „weniger als im vergangenen Jahr“, von 2.500 bis 5.000 ..... [Bis zum Redaktionsschluss lagen keine von Broadcom versprochenen Angaben vor.]
Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es bereits inoffizielle Wetten, wie lange es diese Veranstaltung noch geben werde. Doch die gab es auch vor 2023 zur VMware Explore in Barcelona. Zumindest ein Jahr hat sie 2024 als europäisches Pendant noch einmal stattgefunden.
Nun plant Broadcom kleinere Veranstaltungen: Hier die europäischen Termine für „VMware Explore on Tour“:
London: 17 und 18. September
Paris: 15 Oktober
Frankfurt: 11. und 12. November
Die kommende „VMware Explore 2026“ findet in der Woche vom 31. August statt, kündigt die Website an.
Audi gehört zu den Anwendern, die ihr Anwendungsgebiet für VMware-Produkte noch ausgebaut hat. [Artikel kommt.] Der Automobilbauer virtualisiert Bereiche der Produktion mithilfe von VCF. Das wäre sicher auch für andere Unternehmen und Branchen machbar sowie ein großes Geschäftsfeld. Doch VMware by Broadcom mag nicht gesondert in diesen Bereich investieren; das sei alles bereits über die Edge-Funktionen in VCF abgedeckt, sagt Prasad.
Ich war neugierig …
… beste Voraussetzungen für eine Journalistin, meine ich. Das meiste Gesagte und Geschriebene zu VMware seit dem Kauf durch Broadcom stammt aus Kunden- und Partnerquellen, die zumeist nicht genannt sein wollen und nicht von Broadcom selbst. Also war ich neugierig, was die Vertreter des Unternehmens selbst zur weiteren Zukunft sagen.
Die Verheißung, eine Plattform für public und private cloud zu schaffen, die Entwickler und IT-Infrastruktur-Administratoren zufrieden stellt, scheint weitgehend erfüllt. Cloud-native Features und AI-Funktionen sollen diese Plattform unentbehrlich, geradezu unausweichlich machen für Kunden, denen die Hyperscaler-Angebote zu teuer oder zu wenig souverän werden. Dass die Preise einigen zu hoch sind, nimmt Broadcom in Kauf und die neue Paketierung ende in der höchsten Nachlizenzierung und einem Umsatzplus von 40 Prozent. Immerhin: Die Preise sind überall gleich hoch – 100 Lizenzen kosten pro Core gleichviel, egal, ob on premises oder per public cloud.
Dass der Konzern dabei auch Partner über die Klinge springen lässt, die geholfen haben, VMware erfolgreich zu machen …. Das Geschäft ist hart. Man schaue sich das europäische Partnernetz noch an und lerne, dürfte wohl kaum Hoffnung vermitteln. Es bleiben die übrig, die alles auf die Karte VMware setzen – all in, sozusagen – und Lizenzen auf Teufel kommt `raus verticken.
Keiner bezweifelt, dass VMware by Broadcom gute Produkte im Köcher hat, auch die Weiterentwicklungen entsprechen dem Zeitgeist … Cloud native, Daten-Management, Security und KI zum Beispiel. Andererseits war VMware schon einmal ein Synonym für „Private Cloud“, die jetzt aktuelle Maßgabe der Produktausrichtung, lange bevor Broadcom sich ins Spiel brachte.
Bin ich jetzt schlauer? Irgendwie schon, habe ich doch einiges Neues zu VCF erfahren. Doch zugleich tauchen neue Fragen auf: Wie wird mit Tanzu verfahren? Schwingen „vSphere“ für „sehr kleine Unternehmen“, die Basisvirtualisierung per „vSphere +“ und die Hyperkonvergenz per „vSphere Foundation“ im Takt mit VCF?
Bei einem Intermezzo auf der VMware Explore 2025 zeigt Ram Velaga, Senior Vice President und General Manager der Core Switching Group, Broadcom-Chips „Tomahawk Ultra“, die im Juli vorgestellt worden waren.
(Bild: uo/Vogel IT-Medien GmbH)
Übrigens: Ein kurzer Ausflug in die Chipentwicklung von Broadcom mit Ram Velaga, Senior Vice President und General Manager der Core Switching Group, zeigt, dass Broadcom-Entwicklungen auch Spaß machen können. Die gezeigten Chips ermöglichen die Verbindung zwischen High-Performance-Computern, -Clustern und -Datacenter.
Wenn Tomahawk Ultra mit Scale-Up Ethernet eingesetzt wird, ermöglicht es eine XPU-zu-XPU-Kommunikationslatenz von unter 400 ns, einschließlich der Switch-Transitzeit. Zudem reduziert sich der Ethernet-Header-Overhead von 46 Byte auf 10 Byte.
(Bild: uo/Vogel IT-Medien GmbH)
Mit ultra-niedriger Latenz von 250 Nanosekunden bei vollem Durchsatz von 51,2 Tbps und minimalen Paketgrößen von 64 Byte und bis zu 77 Milliarden Paketen pro Sekunde: sehr innovativ und kein Produkt für Endkunden.