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90 Millionen Euro und viele gute Ideen für ein effizientes Datacenter

Das schönste Rechenzentrum steht in Portugal

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Sicherheit und Verfügbarkeit

Schließlich hat das Wasser einen ästhetischen Effekt. Landschaft, die Wolken und der Rechenzentrumbau selber spiegeln sich darin. Dieser sieht dadurch wie ein völlig ebenmäßiger Würfel aus und die Wolken zeigen an, welchem Zweck das Datacenter dienen soll.

PT-CTO José Pedro Salas Pires zeigt sich begeistert von all den technischen Raffinessen in seinem Rechenzentrum.
PT-CTO José Pedro Salas Pires zeigt sich begeistert von all den technischen Raffinessen in seinem Rechenzentrum.
(Bild: Ostler)
Auch die äußere Hülle des Rechenzentrums erfüllt mehrere Aufgaben. Sie besteht aus beschichteten Aluminium-Lamellen. Diese erlauben eine Beschattung, wie es Rollos tun. Zugleich kann Licht in viele der Raume fallen und frische Luft angesogen werden. Zudem bildet die Verblendung eine Art Faradayschen Käfig, der nicht nur vor Blitzen schützt, sondern auch ein Abhören beziehungsweise Störungen hemmt, erläutert Salas Pires.

Der Untergrund in Covilhã besteht aus Felsen, wie er in den Steinen des Sees zu sehen ist. Das wiederum macht den Standort zu einem der Erdbeben-sichersten. Zusätzlich sorgen die Säulen, auf denen das Rechenzentrum steht für den Schutz vor Erschütterungen. Das Prinzip habe man sich bei Fujitsu in Japan abgeschaut, erzählt PT-CEO Brava.

Für Zutrittssicherheit des Tier-3-Rechenzentrums sorgen hingegen Kameras an allen Ecken und Enden, ein System, das angemeldete Kunden und Mitarbeiter an den Venen erkennt sowie eine Waage, die das Gewicht eines Besuchers vor und nach dem Zutritt misst, so dass unbemerkt kein Server verschwinden kann.

Für 36 Stunden Autarkie

Die USV-Anlagen funktionieren mit Batterien und der Brandschutz mit dem Löschmittel Inergen, einem Gemisch aus Stickstoff, Argon und Kohlenstoffdioxid. Wird es im IT-Raum verteilt, können Menschen darin überleben.

Für die Verfügbarkeit sorgen zwei separate Stromzuleitungen und Energielieferanten sowie 80.000 Liter Öl und zwölf Diesel-Generatoren. Diese lassen sich mithilfe eigener Batterien innerhalb von acht Sekunden auf volle Kraft bringen. Sie könnten das Rechenzentrum 36 Stunden autark versorgen oder eine Stadt, die doppelt so groß ist wie Covilhã.

Zum Rechenzentrumskomplex gehören auch Schulungs- und Präsentationsräume sowie eine Garage, in der sich Elektro-Autos aufladen lassen.
Zum Rechenzentrumskomplex gehören auch Schulungs- und Präsentationsräume sowie eine Garage, in der sich Elektro-Autos aufladen lassen.
(Bild: Portugal Telecom)
Das jetzt in Betrieb gegangene Gebäude ist das erste; drei weitere sind bereits angedacht; es wäre aber auch Platz für acht. Die sechs IT-Räume mit je 520 Quadratmetern haben eine Höhe von sieben Metern und keine Säulen. Die Kabelführungen sind unter der Decke angebracht. Zur Stromverteilung nutzt das PT-Rechenzentrum ein Bussystem. Der Doppelboden ist mit 205 Kilo pro Quadratmeter belastbar.

Pathos darf sein

Die PT-eigene IT ist zu 63 Prozent virtualisiert. Die Grundlage für neue Anwendungen bilden zu 80 Prozent x86-Plattformen mit Windows oder Linux. Für die Kundschaft betreibt PT in Covilhã ein Security-, ein Network- und ein Technology Operation Center. Partner sind unter anderem Integratoren und Reseller wie Accenture, Esri, Unisys und Nextira One, Technik-Lieferanten wie Cisco, EMC, CA Technologies, Symantec, SAP, Oracle, Microsoft, HP und Fujitsu sowie Software Entwickler wie Parallels, IBT, NEC und Guest Centric.

Am Tage der Eröffnung, dem 23. September, haben nach CEO-Angaben 40 neue Kunden Verträge für das Rechenzentrum unterzeichnet. Der PT-Vorstandsvorsitzende Granadeiro zeigt sich voller Hoffnung für die Zukunft des Rechenzentrums und seine Bedeutung für das Unternehmen und darüber hinaus: „Lassen Sie uns für einen Tag die Krise vergessen“, sagt er,"und an die neuen Möglichkeiten denken. Denn viele Portugiesen haben sich allzu sehr daran gewöhnt und glauben, dass sie es nicht besser verdienen. Lang lebe Portugal!“

Die Bildergalerie „Das schönste Rechenzentrum Europas“

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