Die Hyper-V- und Windows-Integration in OpenStack

Cloudbase.it - die OpenStack-Implementierung für Microsoft

Seite: 2/5

Alle Windows-OpenStack-Tools schon da

Nun, was 2010 und 2012 hypothetisch war beziehungsweise in der Zukunft lag, ist heute schon wieder Vergangenheit oder Status Quo. Denn irgendwann zwischen der Aufkündigung der Hyper-V-Unterstützung in Essex und der erneut verfügbaren, qualitativ viel besseren Hyper-V-Unterstützung in „Folsom“ – ebenfalls im Jahr 2012 – war plötzlich das italienische Unternehme Cloudbase.it präsent, das sich offenbar exklusiv und alleine und die Hyper-V-Integration in OpenStack zu kümmern scheint.

Cloudbase-Gründer und CEO Alessandro Pilotti hat das Produktspektrum seiner Firma auf dem diesjährigen OpenStack CEE Day in Budapest in einem Video persönlich vorgestellt s.u.).
Cloudbase-Gründer und CEO Alessandro Pilotti hat das Produktspektrum seiner Firma auf dem diesjährigen OpenStack CEE Day in Budapest in einem Video persönlich vorgestellt s.u.).
(Bild: Cloudbase.it)
Schaut man sich heute auf der Homepage von Cloudbase.it um, findet man nicht nur einen offenbar einsatzbereiten „OpenStack Nova-Compute“-Treiber für Hyper-V, sondern auch einen passenden „OpenStack-Compute-Hyper-V-Installer“, ein Hyper-V-Plugin für die Open-Stack-Komponete „Quantum“, eine „OpenStack-Cinder“-Implementation für Windows nebst einem offenbar fertigem Storage-Server Installer. Dazu kommt ein Cloud-Init-Skrip für Windows, mit dessen Hilfe eine virtuelle Windows-Maschine wie beim Linux-Pendant des Shell-Skripts nach AWS-Manier quasi in Erfahrung bringen kann, wer sie ist. Außerdem gibt es gar ein Image der Evaluierungsversion vom „Microsoft Windows Server 2012“, die sich direkt via OpenStack verteilen lässt.

Um beurteilen zu können, welche Ingenieur-Leistung, vor allem in Anbetracht der Kürze der Zeit seit dem Entfernen des Hype-V-Treibers aus Essex in den beschrieben Tools, Treibern und Komponenten von Cloudbase steckt, muss man sich vergegenwärtigen, worin eigentlich die grundsätzlichen Probleme einer Verheiratung von OpenStack mit Hyper-V beziehungsweise mit Windows-Gastsystemen in Virtualisierungs- und Cloud-Umgebungen liegen.

Da steckt Microsoft dahinter

Ob Microsoft überhaupt eine Strategie in Bezug auf OpenStack hat oder hatte spielt übrigens insofern zunächst gar keine Rolle, als dass es Betreiber und Nutzer von Open-Stack basierten Clouds gibt - bei Private Clouds in Personal-Union -,die Microsoft Betriebssysteme als virtuelle Gastsysteme einsetzen. Dabei zeigen sich gerade Microsoft-Systeme beim Einsatz als Gastsysteme in virtuellen Umgebungen, egal ob im virtuellem Rechenzentrum oder als Komponente in einer Cloud-Infrastruktur aus mehreren Gründen sperrig.

So ist abseits technischer Probleme schon die Lizenz-Situation bei Microsoft-Betriebssystemen in Virtualisierungs- und Cloud-Umgebungen problematisch. Bekanntlich braucht jede virtuelle Windows-Maschine einen Lizenzschlüssel, sonst funktioniert sie nicht. Die meisten Unternehmen nutzen aber heute Windows-Volumen-Lizenzen. Die greifen aber in Cloud-Umgebungen nicht, weil Microsoft von Cloud-Betreibern verlangt, für jede virtuelle Maschine eine eigene Lizenz zu erwerben.

Microsoft behindert damit ein einfaches Betreiben und Lizensieren von Windows-Gästen in Cloud-Umgebungen, wenn auch die dahinter stehenden Überlegungen etwa am Beispiel virtueller Desktops nachvollziehbar sind. Ein Cloud-basierter Desktop kann ja beispielsweise mobilen Benutzern über die Cloud das Verwenden von Windows-Anwendungen auf Geräten ohne Windows ermöglichen.

(ID:42302304)