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Welche Schnittstellen taugen für das Open Cloud Computing?

Abstraktionsmodelle und Kompatibilitäts-Layer für Cloud-APIs

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Deltacloud

Ausschau nach geeigneten Cloud-APIs
Ausschau nach geeigneten Cloud-APIs
(Bild: olly/Fotolia.com)
Das zweite Top-Level-Projekt der Apache Foundation Deltacloud wurde bereits im Mai 2010 von Initiator Red Hat in den Incubator der Apache Foundation gegeben und ist seit Februar 2012 ein Top-Level-Projekt. Zeitgleich hatte Red Hat sein Deltacloud-API auch bei der Distributed Management Task Force (DMTF) eingereicht.

Auch Red Hat will mit Deltacloud einem Vendor-Lockin bei Cloud-Technologien entgegen steuern, obwohl oder gerade weil Red Hat selbst eigene Cloud-Lösungen nicht nur als Middleware vermarktet. Deltacloud ist ein Open-Source-API, das die Unterschiede zwischen Cloud-Ressource-Providern und der Ressource-Verwaltung abstrahiert und als Dienst-basiertes REST-API konzipiert. Die Clients kommunizieren hierbei via httpd mit dem Delta-Cloud-Server, der seinerseits mit den einzelnen Cloud-Providern „spricht“.

Im Unterschied zu libcloud, das in Form einer Python-Client-Bibliothek in erster Linie die Interaktion zwischen den Servern der einzelnen Cloud-Betreiber vereinfachen soll, normiert Deltaclouds REST-Schnittstelle das Zusammenspiel zwischen Cloud-Service-Providern und den Ressourcen in den jeweiligen Cloud-Umgebungen. Aktuell ist die Version deltacloud-core 1.1.3 vom April diesen Jahres.

Server und Client-Unterstützung

Die von Deltacloud gebotene REST-Schnittstellen zu den gängigen Cloud-Infrastrukturen unterstützt gegenwärtig die APIs von Amazon (EC2), OpenStack, Rackspace, Eucalyptus, IBM, GoGrid, OpenNebula, Microsoft und „RHEV-M“, die Management-Komponente in „Red Hat Enterprise Virtualization“. Das Projekt stellt neben dem eigentlichen API-Server auch Client-Bibliotheken für diverse Sprachen zur Verfügung.

Seit der Version 1.0 bietet Deltacloud auch ein EC2-Frontend, welches das API von Amazons Elastic Compute Cloud zur Verfügung stellt, so dass sich Anwendungen, die für EC2 geschrieben wurden, mit wenig Aufwand auch auf anderen IaaS-Clouds portieren lassen. Neben diesem und dem Deltacloud-eigenen REST-API stellt Deltacloud noch ein Drittes in Form eines Frontend für das von der Distributed Management Task Force entwickelte Cloud Infrastructure Management Interface zur Verfügung.

Red Hat: Kein eigener Standard

Die Red Hat Management Plattform soll eine zentrale Rolle spielen und unter anderem die Verwaltung hybrider Clouds vereinfachen.
Die Red Hat Management Plattform soll eine zentrale Rolle spielen und unter anderem die Verwaltung hybrider Clouds vereinfachen.
(Red Hat)
Da sich mit Deltacloud IaaS-Lösungen verschiedener Hersteller über ein einheitliches API ansprechen lassen, kann es in der Tat verhindern, dass sich ein anderer De-facto-Standard für Cloud-Services etabliert. Red Hat selbst will mit Deltacloud nach eigener Aussage keinen eigenen Standard durchsetzen.

Scott Crenshaw, im Jahr 2010 noch Vice President und General Manager, Business Cloud bei Red Hat, heute Senior Vice President, Strategy und Chief Marketing, sagte anlässlich der Vorlage der Deltacloud-Spezifikationen bei der DMTF: „Da sich Cloud Computing in den Unternehmen ausweitet, gewinnen auch Interoperabilität und Portabilität zunehmend an Bedeutung. Mit der Deltacloud API, die wir der DMTF vorgelegt haben, stellen wir dieses Niveau an Interoperabilität allen Clouds zur Verfügung. Red Hat unterstützt weiterhin Unternehmen, bereits heute reale Clouds aufzubauen."

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