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Kühlen durch Kochen

3M und Boston schicken Supermicro-Server zum Tauchen

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Ein offenes System

Doch das Kühlsystem muss ein komplett ins sich geschlossenen System sein, da sonst die Flüssigkeit fault oder Schaden an der IT hinterlässt. Das aber ist aufwändig und sehr teuer. Ein zusätzliches Problem besteh darin, so Figgemeier, dass sollte eine Flüssigkeitskühlanlage einmal undicht sein, es mehr als schwer sei, si jemals wieder dicht zu bekommen.

Bei dem System, dass 3M nun zusammen mit Partnern entwickelt, handelt es sich um ein zwei-Phasen-Konzept, das nicht hermetisch abgeriegelt ist, sondern halboffen. Dabei werden die Server, entblößt von den Ventilatoren, komplett in die 3M-Flüssigkeit Novec versenkt. Statt Plattenspeicher sind auf den Platinen Flash-Speicher angebracht.

Die Server stehen in dem Demo-System alleine in dem Bad. In einem Datacenter-Betrieb stünden sie dicht an dicht in einem abgedeckten Bottich. Die heißen Prozessoren bringen die Flüssigkeit direkt auf der Kontaktfläche zum Sieden. Figgemeier spricht von einem „sehr scharfem Siedepunkt“, will heißen: Es gibt nur minimale Übergänge bis die Flüssigkeit siedet. Es entstehen Bläschen, die nach oben steigen.

Jede CPU braucht einen Deckel

Da diese, wenn sie sich auf der Prozessoreinheit absetzen, für Mini-Hotspots sorgen könnten, erhalten die Recheneinheiten kleine Abdeckungen aus beschichtetem Kupfer (siehe auch: Bildergalerie „Boston und 3M versenken Supermicro-Server“). Diese Rückwandplatinen müssen, bevor der Server versenkt werden kann, bei rund 70 Grad Celsius verlötet werden.

Die Stromversorgung und Input/Output-Kabel werden durch ein Rohr rausgeführt. Dieses steht ebenfalls in der Flüssigkeit.

Der Wärmetauscher

Der Wärmetauscher, im Wesentlichen Nickel-beschichtete Kupferrohre, die von Wieland in Deutschland hergestellt werden, an denen das Novec kondesniert, oben auf sitzt, dient Abkühlung und Verflüssigung des Gases. Die Rohrbündel sind mit Wasser umspült – Einlasstemperatur 35 Grad.

Laut M3-Ingenier Figgemeier funktioniert die Kühlung zu 99 Prozent über das Sieden der Flüssigkeit. Damit ist die halboffene Zwei-Phasen-Kühlung unglaublich effizient. „Wir konnten bisher keine Hardware finden, die dicht genug wäre, um an die Grenzen der Kühlflüssigkeit zu kommen“, erläutert er.

Das Bad ist “halb-offen” da es unter Atmosphärendruck steht und durch eine Kühlfalle “atmet”. Zu den Vorteilen des Systems zählt zudem, dass die Server zudem in ihrer eigenen Löschflüssigkeit stecken. Die Server sind, als wären sie luftgekühlt, Hot-Swap-fähig. Der Admin kann den Behälter leicht öffnen, den Server herausnehmen. Das Abtropfen dauert maximal 1 bis zwei Minuten. Dann ist er zudem sauber, wie neu.

siehe auch: Bildergalerie „Boston und 3M versenken Supermicro-Server

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