Was können die Alternativen zu „Plesk“? Host-Europe-Experte Christian Giegler vergleicht die seiner Ansicht nach wichtigsten Plesk-Alternativen „cPanel“, „ISPConfig“, „Froxlor “ & Co.
Mit riesigem Abstand ist „Plesk“ das beleibteste Web-Hosting-Admin-Tool. Aber nach Ansicht des Autors hat „cPanel“ mehr Aufmerksamkeit verdient.
(Bild: Host Europe)
Aus Sicht vieler Web-Designer, Freelancer und Kreativer gibt es im Umgang mit Plesk ein kleines Problem: Der komplexe Funktionsumfang kann bei unerfahrenen Anwendern für Überforderung sorgen.
Denn wer als Webworker*in individuelle Online-Präsenzen für Kundenprojekte erstellt, einzelne Webhosting einrichtet und zugleich aktuell und funktionsbereit hält, hat meist andere, abgeschwächtere Arbeitsintentionen als ein professioneller, hauptberuflicher Serveradministrator. Gerade kreative Web-Dienstleister brauchen zur Umsetzung ihrer Web-Projekte heute meist keine fundierten Kenntnisse rund um Dinge wie „Programmierung“ oder „Administration“ mehr – und haben diese deshalb auch einfach nicht.
Die Wahl des richtigen Admin-Tools kann daher für kreative Web-Dienstleister vor allem eins bedeuten: Spürbar leichtere Arbeit ohne Einschränkung des Kundenerlebnisses – und das, obwohl man dennoch eigentlich ein „administrativer Laie“ ist.
Die wichtigsten Plesk-Konkurrenten, die dieses Arbeiten möglich machen, sind cPanel, ISPConfig, DirectAdmin und Froxlor – jedenfalls legt das der Blick auf den deutschen Web-Admin-Tool-Mark nahe. Damit Ihnen in Zukunft die Arbeit als „IT-Dienstleister“ spielend leicht von der Hand geht, haben wir bei Host Europe einmal die vier hierzulande beliebtesten Alternativlösungen nicht nur untereinander, sondern auch mit dem „Platzhirsch“Plesk verglichen.
Was können cPanel, Froxlor, DirectAdmin und ISPConfig?
In Deutschland ist – wie auch weltweit – Plesk der Marktführer. Das bekannteste unter den Admin-Tools hat bei uns eine Marktmacht wie Google bei den Suchmaschinen. Geht es darum, Websites von Kunden zu betreuen, ist die Software-Lösung für IT-Freelancer, Agenturen und Webdienstleister somit meist das Werkzeug (gezwungener) Wahl. Doch weiten wir unseren Blick, ändert sich dieser Eindruck – denn in anderen Ländern holt die Konkurrenz spürbar auf.
Das zeigt zum Beispiel cPanel. Das „Control Panel“, also „Bedienfeld“, liegt zwar als beliebteste Alternative zu Plesk mit einem aggregierten Marktanteil von 20 Prozent auch global hinter dem Vorreiter, doch der Konkurrent führt überraschend an anderer Stelle. Denn geht es um die Gesamtheit der weltweiten Webhosting-Pakete, liegt das Tool plötzlich vor Plesk.
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(Bild: Host Europe)
cPanel hat hier 50 Prozent Marktanteil – und damit mehr als Plesk oder Froxlor, DirectAdmin und ISPConfig zusammen. Ohnehin spielen die Letztgenannten auf internationaler Ebene keine nennenswerte Rolle.
In Deutschland relativ unbekannt
Damit ist klar: Wenn es um erfolgreiches B2B-Hosting geht, boomt der Markt nicht nur, die Kräfteverhältnisse sind auch gar nicht so klar, wie ein kurzsichtiger Blick vermuten lässt. Das verwundert vor allem in Deutschland: Die international beliebteste Plesk-Alternative „cPanel“ ist hier nämlich noch immer verhältnismäßig unbekannt.
Wer etwas Alternatives zu Plesk sucht, greift eher zu Lösungen wie DirectAdmin, ISPConfig respektive Froxlor. Das ist aus internationaler Perspektive faszinierend, tendiert deren Bekanntheitsgrad außerhalb Deutschlands doch (wie erwähnt) gegen Null.
Wie das kommt und was die vier Alternativen zu Plesk überhaupt können, das will ich Ihnen nun beantworten. Denn sicher finde nicht nur ich es interessant, dass außerhalb unserer Grenzen auf eine Software gesetzt wird, die hier (bisher) noch keine sonderlich große Rolle spielt.
Serverumgebung und Betriebssystem: Alternativen setzen auf Linux
Wenn es um das Betriebssystem geht, setzen die vier Plesk-Alternativen einen anderen Schwerpunkt – und das einheitlich. Denn die Verwaltungslösungen laufen nicht auf Windows-Systemen. cPanel, Froxlor, ISPConfig und DirectAdmin sind auf Linux-/ Unix-Betriebssysteme ausgelegt.
Das ist zugleich auch der wohl wichtigste Unterschied zu Plesk. Für den Endkunden macht das keinen Unterschied – und besonders der internationalen Beliebtheit hat das, wie die Zahlen untermauern, auch überhaupt nicht geschadet.
Auto-Installer: Web-Anwendungen mit einem Klick
Weitere größere Unterschiede zwischen den Plesk-Alternativen zeigen sich bei der Bereitstellung von automatisierten Installationen. Hier liegen nur ISPConfig und cPanel mit Plesk gleichauf.
Die drei weiteren Konkurrenten fallen leider ab. Wirklich schnell und einfach installieren lassen sich viele praktische Anwendungen – CMS-Systeme wie „Typo3“, „Wordpress“ oder „Joomla!“ seien genannt – nämlich nicht überall per „einfachem Mausklick“.
Stand: 08.12.2025
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Das nötige Setup fällt bei der Plesk-Alternative Froxlor beispielsweise erheblich schwerer, ist es doch nur scriptbasiert möglich. Einen Auto-Installer frei Haus gibt es aber auch bei DirectAdmin nicht.
Die Domain-Verwaltung
Eine komfortable Domainverwaltung ist dagegen bei allen Alternativlösungen möglich, auch eine sichere Konfiguration von E-Mail-Konten gelingt wie bei Plesk immer spielend.
Das Einbinden von PHP-Versionen
Von Plesk ist man gewohnt, dass das Einbinden von verschiedenen PHP-Versionen ohne Probleme gelingt. Von den vier Alternativen machen das zwei ebenfalls möglich: cPanel und Froxlor. Hier gibt es auch keine Einschränkungen bei paralleler Nutzung.
ISPConfig schafft das nur bei neueren Versionen. Auch DirectAdmin fällt etwas ab – Parallelität gibt es hier maximal für vier verschiedene PHP-Versionen auf einem Server.
Plugins: Große Unterschiede bei den Add-Ons
Wählt man ein Konfigurations-Tool, gehören Erweiterungen sicherlich zu den wichtigsten Kriterien der Entscheidungsfindung. Hier trennt sich bei den Plesk-Alternativen teilweise aber die „Spreu vom Weizen“, wie es gerne heißt.
Denn eine große Anzahl verfügbarer, funktionsfähiger, sicherer und nutzenstiftender Plugins steht nicht für jede Admin-Tool-Alternative bereit. Lediglich cPanel und Plesk können punkten.
Die Erweiterbarkeit bei ISPConfig, DirectAdmin und Froxlor kann leider nicht mit der umfassenden Flexibilität bei Plesk und cPanel schritthalten. Stehen allerdings keine ausreichenden Plugins zur Verfügung, kann das die kundenfreundliche Handhabbarkeit einschränken.
Plesk-Alternativen: cPanel liegt im Vergleich vorne
Schauen wir auf den Vergleich zurück, finden wir die Antwort auf die internationale Beliebtheit von cPanel: Geht es um Funktionen und Anwendungen, liegt das Admin-Tool objektiv vor den weiteren Plesk-Alternativen. Da es nicht nur die breitesten Anwendungsmöglichkeiten erlaubt, sondern zudem auch funktional durch sein reduziertes Interface einfach und effizient zu bedienen ist, gestatte ich mir daher, verstärkt auf die umfassendste Alternative zu Plesk einzugehen.
Denn summiert man die Eigenschaften, ist gerade cPanel für die Administratoren geeignet, die zwar auf der einen Seite während ihrer Arbeit Webseiten kreieren, planen, erstellen, aber auf der anderen Seite den serverseitigen Verwaltungsaufwand reduzieren und mit wenig Technik bewältigen wollen. Wer also Lösungen zur professionellen Webspace-Verwaltung sucht und die erfolgreiche Umsetzung seiner Kundenprojekte mit wenig Übung meistern will, findet in der Plesk-Alternative cPanel eine passende Antwort – bei deren „normaler“ Bedienung man im Übrigen keine einzige Befehlszeile Code eingeben muss!
Übersichtliches Dashboard und klare Bedienstruktur
Viele Webworker*innen, die ich kennengelernt habe, schätzen an cPanel zudem auch die Übersichtlichkeit der grafischen Benutzeroberfläche. Die ist nicht nur modular und intuitiv verständlich, die ansprechenden Icons lassen auch eine effektive und schnelle Menüführung zu. Das hilft wieder Admins ohne profunden IT-Kenntnissen – denn sie haben alles Wichtige direkt im Blick und müssen nichts suchen.
Die schlanke und funktionsreduzierte Struktur wird dabei nicht als Einschränkung wahrgenommen, sondern eher als hilfreich. Das zeigt sich auch bei neuen Kundenprojekten: Wird ein neues Content-Management-System gebraucht, ist das mit wenigen Klicks installiert.
Selbes gilt für Dateiverwaltung und FTP-Zugänge. Selbst für den integrierten Dateimanager braucht es keinen zusätzlichen Installationsaufwand – unerfahrene User können auch hier sofort loslegen.
Wer definierte Aufgaben pünktlich und ohne weiteres Zutun automatisiert haben will, kann zudem zu Cronjobs greifen. Wiederkehrende Aufgaben des Admins – Updates und Backups – übernimmt somit das Verwaltungs-Tool ebenfalls (zumindest mittelbar) eigenständig.
Sicherheit als Sache des Webhosters?
Eine relevante Besonderheit bei cPanel ist zudem das Sicherheitskonzept. Wer eine professionelle Webspace-Verwaltung betreibt, darf sich hier keine Schwachstelle erlauben. Bei seinen umfangreichen Sicherheitseinstellungen geht cPanel daher einen anderen Weg als Plesk. Das soll den Webmaster als Benutzer des Hosting-Paketes entlasten und dient vor allem auch Neulingen auf dem Gebiet – Endkunden und Admin bleibt viel Arbeit erspart.
Die nötigen, serverseitigen Sicherheitseinstellungen können hier nämlich bereits durch den Hosting-Anbieter im Vorfeld über die Server-Adminoberfläche WHM („Web Hosting Manager“) vorgenommen werden und kommen damit sozusagen mit den Grundeinstellungen „frei Haus“. Im cPanel können aber auch noch eigene Sicherheitsvorkehrungen, etwa das Einbinden von SSL-Zertifikaten, vorgenommen werden.
Dazu kommen noch zwei weitere Punkte, die ich gerne abschließend anschneiden möchte:
Wie sich gezeigt hat, stehen für cPanel zahlreiche Erweiterungen bereit. Doch woher kommen diese Optionen? Von der Fanbasis! Die Community stellt laufend weitere (zertifizierte) Ergänzungen und praktische Anwendungen bereit.
Trotz des guten Leistungsumfangs hält cPanel mit den Ressourcen sparsam Haus, die Performance-Werte des Tools sind sehr gut – ohne, dass es Abstriche beim Bedienkomfort gibt
Ist man also auf der Suche nach einer Alternative zu Plesk, so sollte man auch in Deutschland zukünftig cPanel mehr Beachtung schenken. Denn wer in Auftragsarbeit auch als administrativer Laie umfassende Webprojekte erfolgreich umsetzen will, und dafür eine möglichst 'untechnische' Möglichkeit sucht, ist bei cPanel an der richtigen Adresse.
Christian Giegler ist bei Host Europe in Köln 2nd Level Support-Specialist.
(Bild: Host Europe)
* Über den Autor
Hosting-Experte Christian Giegler ist 25 Jahre alt. Der erfahrene Fachberater bekam die IT vom Vater sprichwörtlich in die Wiege gelegt und ist auch in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Programmierer. Für seinen Arbeitgeber Host Europe verfasst der Experte regelmäßig Fachbeiträge und praktische Ratgeber wie den umfassenden cPanel-Guide, der kostenlos im Host-Europe-Blog bereitsteht.