Um Open Infrastructure zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, was wäre, wenn es keine offene Infrastruktur gäbe.
Ohne belastbare Infrastruktur haben Anwendungen weder in der Cloud, noch an der Edge oder irgendwo dazwischen einen Wert. Die Open Infrastructure Foundation legt den Grundstein, die Communities bauen das Fundament.
Man stelle sich vor, es wären niemals Telefonkabel verlegt worden, um Kontinente zu verbinden. Oder es gäbe einfach das Internet nicht. Wer eine Nachricht an einen Freund oder an eine Freundin schreiben wollte, der müsste buchstäblich einen Brief schreiben und ihn mit der Post verschicken. Was wäre, wenn der Streit um Wechselstrom oder Gleichstrom immer noch in Gange wäre? Die Welt sähe für alle gänzlich anders aus, weil einige grundlegende Technologien fehlten, auf denen unsere heutige Gesellschaft basiert.
Lässt man diese beängstigende Welt einmal beiseite und denkt an ein Fundament, auf dem man eine Struktur aufbaut, weiß man, dabei handelt es sich um ein ziemlich allgegenwärtiges Konzept: Dort, wo sich Anforderungen unterscheiden können, ist auch die Zusammensetzung des Fundaments oft recht unterschiedlich. Der Einzelne muss diese Details nicht unbedingt kennen, es reicht, wenn er weiß, dass sich das Fundament eignet und eine darüber liegende Struktur tragen kann.
Open Infrastructure verfolgt eine ähnliche Absicht. Die Open Infrastructure-Community entwickelt Software, die die Computer-Infrastruktur auf offene Weise unterstützt. Das liegt daran, dass die Community sich von einer Reihe an Grundsätzen leiten lässt – den so genannten Four Opens.
1. Open Source, also Systeme mit offenem Quellcode, ermöglicht es jedem, die selbe Software einzusetzen, zu überprüfen oder zu verwenden.
2. Open Design, bei dem Merkmale und Funktionen offen entworfen werden und ein Konsens gefunden wird, der den besten Lösungsweg bestimmt.
3. Open Development ermöglicht die notwendige Transparenz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
4. Open Community, denn gemeinsam sind wir stärker.
Das Ergebnis: Eine 110.000-köpfige Community, die über siebenhundert Organisationen vertritt. Mehr als achtzig dieser Organisationen unterstützen die Open Infrastructure Foundation.
Der Mehrwert
Der wichtigste Mehrwert einer offen entwickelten Infrastruktursoftware ist die Auswahl. Die Benutzer haben nicht nur eine einzige Wahlmöglichkeit. Sie können viele Entscheidungen treffen, um ihren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden und überflüssige Details zu vermeiden. Letztendlich ermöglichen die durch Open Design erreichten Standards ein hohes Maß an Portabilität.
So können Unternehmen und Einzelpersonen dieselben Tools für die Bereitstellung und Verwaltung von Infrastrukturen auf der ganzen Welt nutzen. Wenn ein Cloud-Anbieter gewisse Anforderungen nicht erfüllt, können Anwender jederzeit ihre eigene Cloud einrichten. Und wenn sie die gleiche Software wie der Anbieter verwenden, ist der Brückenschlag gleich einfacher. Diese gestattet eine Standardisierung der Interaktionen, weniger Umrüstungen, niedrigere Nutzungskosten und letztlich eine größere Freiheit, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.
Dabei ist eine standardisierte Infrastruktur entscheidend. Ein Beispiel: Unsere heutigen Telefone basieren auf unzähligen Standards, die die Portabilität ermöglichen. Diese Übertragbarkeit hat unsere Gesellschaft revolutioniert. Und dieselbe Art des Konzepts bezüglich Kompatibilität und Portabilität gilt für die gesamte Infrastruktur.
Die Herausforderung
Die Herausforderung, vor der wir alle stehen, im Bestreben unsere Gesellschaft voranzubringen, besteht in der Abstraktion der Komplexität eingesetzter Technologien. Dies ist bei der Infrastruktur auf der untersten Ebene oft am schwierigsten, weil sie nicht sichtbar ist. Zwar kann man häufig Zeichen der Infrastruktur sehen. Doch nur diejenigen, die den Kontext kennen, wissen, wo die Kabel verlaufen oder verstehen, was sich hinter der Fassade eines Bürogebäudes befindet.
Dies geschieht vor allem, um Sicherheit zu gewährleisten und die Kontinuität der Dienstleistungen für die Kunden sicherzustellen. Die Herausforderung besteht darin, dass die Infrastruktur immer fortschrittlicher wird und man die Bausteine für diese Infrastruktur leichter vergisst.
Das Verständnis oder sogar das Wissen um die Notwendigkeit des Verständnisses verschwindet aus dem alltäglichen Fokus der Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, dass die offene Infrastruktur sichtbar bleibt. Sie muss eine Stimme haben, sie muss sowohl mahnen als auch befähigen. Sie muss die gemeinsame Basis sein, auf der sich Menschen, die sich auf standardisierte Bausteine für die Infrastruktur konzentrieren müssen, zusammenarbeiten können, um Probleme gemeinsam zu lösen.
Das Fundament
Diese Zusammenarbeit ermöglicht die Entwicklung interoperabler Tools und Standards, die im Laufe der Zeit weiterentwickelt werden. Die Einbeziehung von Ideen aus ähnlichen, aber deutlich unterschiedlichen Anwendungsfällen bringt mehr Wissen in eine Diskussion ein. Ebenso ermöglicht die Diskussion auch den Austausch von Erfahrungen. Diese Form des Zusammenwirkens und der Austausch von Wissen treiben die Leistungsfähigkeit und Qualität von Infrastrukturkomponenten weiter voran.
Stand: 08.12.2025
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Die Open Infrastructure Foundation und ihre Projekt-Community, von denen sich viele aus dem OpenStack-Projekt entwickelt haben, konzentrieren sich hauptsächlich auf diese Infrastruktur-Bausteine oder auf die Lösung spezifischer Probleme in Hinblick auf Infrastruktur-Software oder -Tools. Die einzigartigen Bedürfnisse einer so großen Community führten zu dem, was einige als "die größte Continuous Integration/Continuous Delivery-Plattform der Welt" bezeichnet haben.
Auch hierbei handelt es sich um Infrastruktur. Dank des Zuul-Projekts, das aus diesem Bedarf entstanden ist, sind die Communities in der Lage, integrierte Infrastruktur-Software zuverlässig zu entwickeln und bereitzustellen.
Zweifelsohne haben diese offenen Infrastrukturen die Welt verändert.
Open Infrastructure hat es Anbietern ermöglicht, für weniger Plattformen zu entwickeln.
Sie hat dazu beigetragen, dass Unternehmen ihre internen Rechenressourcen standardisieren konnten.
Sie hat dazu beigetragen, dass Wissenschaftler eine zuverlässige, standardisierte Plattform für ihre Datenverarbeitung haben.
Sie hat Automobilherstellern dabei geholfen, ihre Softwarekomponenten gemeinsam zu testen, um ein höheres Qualitätsniveau und eine schnellere Markteinführung zu gewährleisten.
Sie hat Hardware-Herstellern geholfen, Ressourcen zu bündeln.
Sie ermöglicht die Souveränität und die physische Verwaltung von Infrastruktur-Ressourcen in Hinblick auf die Rechenleistung, so dass Service Provider nationale Grenzen und Richtlinien hinsichtlich der Daten-Souveränität einhalten können.
Sie trägt dazu bei, dass das Mobiltelefon wie erwartet funktioniert.
Sie schafft Wahlmöglichkeiten. Diese stehen für niedrigere Betriebskosten und Portabilität, wodurch es einfacher wird, Arbeitslasten von einem Dienstanbieter zu einem anderen zu verlagern. Damit trägt sie zur Förderung eines wettbewerbsfähigen Marktes bei.
Die Zukunft von Open Infrastructure ist vielversprechend. Deren Ziel ist der Aufbau von Open-Source-Communities, die Software schreiben und die dann in Produktion läuft. Jeder kann Teil dieser Gemeinschaften sein, dafür muss man keine Software entwickeln. Es reicht eine Idee, eine Meinung oder ein Problem, bei dessen Lösung man Hilfe benötigt. Gemeinschaften sind letztlich Foren der Zusammenarbeit, und gemeinsam kann so die Zukunft gestaltet werden.
OpenInfra Summit Berlin 2022
„Open Infra Summit Berlin 2022“
(Bild: Open Infrastructure Foundation)
Der „OpenInfra Summit Berlin 2022“ findet vom 7. bis zum 9. Juni im bcc Berlin Congress Center statt. Besucher haben die Gelegenheit, direkt mit den Mitarbeitern zusammen zu arbeiten, die Open-Source-Infrastrukturen mit OpenStack, Kubernetes und andere Technologien entwickeln und betreiben. Es gibt Keynotes und über 100 Sessions von Anwendern wie Volvo, Adobe, Bloomberg und China Mobile. Die Teilnehmer des Gipfels beschäftigen sich mit Infrastrukturanwendungen wie Cloud Computing, Edge Computing, Hardware-Enablement und Sicherheit. Der Schwerpunkt des Gipfels liegt auf der Unterstützung der Benutzer bei der Zusammenstellung, Integration und dem Betrieb dieser verschiedenen Technologien, um reale Probleme in großem Maßstab zu lösen. Neben Sessions zu Projekten, die direkt von der OpenInfra Foundation unterstützt werden - OpenStack, StarlingX, Kata Containers, Airship, Zuul und OpenInfra Labs - wird es einen starken Fokus auf über 30 andere Open-Source-Technologien geben, die für Infrastrukturbetreiber relevant sind, darunter Kubernetes, Docker, Ansible, Ceph, Istio, Envoy, Magma, OpenContrail, ONAP und OPNFV.