USVs für jeden Zweck, Teil 2: Marktübersicht für mehr Transparenz

Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Anbieter und Techniken

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Notstrom-Systeme und Generatoren

Im Vergleich zu einer USV-Anlage sind Notstrom-Aggregate für deutlich breitere Anwendungsfelder ausgelegt. Sie sind beispielsweise in der Lage, nicht nur IT-Systeme zu versorgen, sondern auch Sicherheitssysteme, die Beleuchtung und die Anlagen für die Klimatisierung.

Speziell für größere Unternehmensrechenzentren sowie die Datacenter von Service-Providern, die eine maximale Verfügbarkeit bieten müssen, sind Notstrom-Systeme wie etwa die der Reihe „CPS“ von Cyber Power sind daher unverzichtbar. Die CPS-Systeme stehen in Versionen mit 1000 VA bis 5000 VA zur Verfügung. Das ist für kleinere IT-Räume ausreichend.

USV und Generator

Eine interessante Kombination USV und Generator bietet Piller Power Systems mit der USV „Uniblock UBT+“ in einer DeRUPS-Konfiguration (elektrisch gekoppelte Diesel-USV) an. Bei diesem System wird ein Standard-Diesel-Generator dem UBT+-System entweder vor- oder nachgeschaltet und in die Steuerung der USV eingebunden.

Das Ergebnis ist eine flexible Lösung zur Langzeitüberbrückung. Zu den Vorteilen der räumlichen Trennung von USV-Anlage und Diesel-Generator zählt, dass der Nutzer eine größere Wahlfreiheit in Bezug auf Motor und Hersteller hat. Zudem ist die Ausfallsicherheit auch während der Wartungszyklen gegeben.

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Piller bietet mit der Reihe „Uniblock“ rotierende USV-Systeme mit Nennleistungen von 150 kVA bis 50 MVA an, zudem statische Versionen mit 3 bis 400 kVA (1-Phasen- und 3-Phasen-Systeme der Reihe „Apostar“). Zudem stehen unter der Bezeichnung Powerbridge kinetische Energiespeicher zur Verfügung.

Trend: USV und Datacenter-Infrastruktur aus einer Hand

Einige Anbieter von USV beschränken sich nicht darauf, unterbrechungsfreie Stromversorgungen anzubieten, sondern legen den Schwerpunkt auf „Infrastrukturlösungen für Rechenzentren“. Dazu zählt beispielsweise Delta Power Solutions mit der „Delta Infra Suite“, die das Unternehmen auf der CeBIT 2014 vorstellte.

Sie umfasst Stromversorgungssysteme, Racks und Zubehör, Präzisionskühlgeräte und Umgebungsüberwachungssysteme. Die Infra Suite ist modular aufgebaut und lässt sich somit an geänderte Anforderungen anpassen. Für den Anwender hat dies den Vorteil, dass er aufeinander abgestimmte Komponenten aus einer Hand erhält.

Zudem bietet Delta separate USV-Systeme für jeden Zweck an. Dazu zählen die „Ultron HPH“, „Ultron DPS“ und „Modulon DPH“ für unternehmenskritische Anwendungen. Sie decken den Bereich zwischen 20 kVA bis 200 kVA ab und bestehen aus zwei Versionen: Mid-Power-Rated-Monoblock-USVs und modularen USVs. Die Zielgruppen sind Unternehmen aus der Fertigungsindustrie und Rechenzentren von mittelständischen Unternehmen.

Von klein bis groß

Die HPH-Serie mit 20 bis 40 kVA weist den Leistungsfaktor 1 (kVA = kW) auf sowie einen AC-AC-Wirkungsgrad von bis zu 96 Prozent. Die Modulon-DPH-Serie, in Versionen von 25 kW bis 200 kW im Standard-19-Zoll-Rack, ist für kleine bis mittlere Datacenter ausgelegt.

Eine ähnliche Strategie wie Delta Power Solutions verfolgen auch Rittal und Knürr, ein Bereich von Emerson Network Power, sowie Schneider Electric und deren Unternehmensbereich APC. Die 3-Phasen-USV-Systeme der Reihe „PMC 40“ und „PMC 120“ von Rittal lassen sich beispielsweise nahtlos mit den anderen IT-Infrastrukturprodukten des Herstellers kombinieren. Dazu zählen Komponenten für die Stromverteildung und Klimatisierung, außerdem Schranksysteme und komplette Rechenzentrumseinrichtungen wie „Rimatrix S“.

Auch Emerson Network Power kann Datacenter-Ausrüstung aus einer Hand bieten, unter anderem deshalb, weil zu den Marken des Unternehmen Knürr zählt, ehemals ein deutscher Anbieter von Schranksystemen und Klimatisierungskomponenten. Bei den Rackmount-USV greift Emerson Network Power auf die Produkte von Liebert zurück, etwa die Systeme der Serie „GXT-3“ mit 5 bis 10 kVA. Gleiches gilt für die USV für Netzwerk- und Server-Räume. Hier stehen unter anderem die „Liebert NXC“ (10 bis 40 kVA) sowie „Liebert Nfinity Online“ (bis 20 kVA) zur Verfügung.

Der Autor:

Bernd Reder ist freier Journalist in München.

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