Beim Aufbau auf Storage- und I/O-Optimierung achten

SQL Server Management in virtuellen VMware-Umgebungen

Seite: 6/7

Anbieter zum Thema

Hochverfügbarkeit und Lastverteilung

vSphere selbst bietet einige interessante Funktionen, die als Alternative für die SQL Server-Lösungen wie Log Shipping, Database Mirroring, AlwaysOn oder MSCS (Cluster Services) dienen können.

  • VMware HA-Cluster (High Availability): mit dieser Cold Standby-Lösung wird bei einem ESX Host-Crash die VM auf anderem ESX Host neu gestartet. Oder bei einem VM-Bluescreen wird die VM neugestartet.
  • VMware FT (Fault Tolerance): eine Hot Standby-Lösung bei der eine zweite, vollkommen identische, VM quasi-synchron auf anderem ESX-Server mitläuft. Mittels der vLockstep-Funktionalität wird alles was auf der „Primary“ VM passiert parallel auf der „Secondary“ VM ausgeführt. Die zweite VM ist zudem für andere Zugriffe gesperrt. Dafür ist ein Gigabit Ethernet-Netzwerk erforderlich und es gibt noch viele Restriktionen, u.a. wird nur eine vCPU unterstützt.
  • VMware DRS-Cluster (Dynamic Resource Scheduler), ist eine Funktion, die auf vMotion basierend VMs vorbeugend gegen Performance-Engpässe auf die ESX-Server im Cluster verteilt. Dadurch werden zum einen die ESX-Server optimal ausgelastet, zum anderen gewährleistet, dass allen VMs alle verfügbaren Ressourcen bereitgestellt werden. Im Zusammenspiel mit Distributed Power Mgmt. ist dies ein Green IT-Feature. Hierbei wird versucht, durch geschickte Verteilung der VMs während der Non-Business-Hours, komplette ESX-Hosts auszuschalten.

Möchte man nun eine Hochverfügbarkeitslösung im VMware-Umfeld einsetzen, gibt es ein paar Einschränkungen zu beachten. Folgende Überlegungen sind hilfreich:

  • Für MSCS SQL-geclusterte VMs: FT und vMotion sind nicht unterstützt! Damit ist auch kein DRS möglich. VMware HA wird jedoch unterstützt. Die VM Boot-Disk sollte auf lokalem Storage (des ESX Servers) liegen, ein SAN-basierendes VMFS-Volume als Startlaufwerk einer virtuellen Maschine zu verwenden, ist kompliziert. Aktuell werden nur 2-Knoten-Cluster unterstützt
  • MSCS und VMware HA sind als technische Alternativen zu betrachten. HA ist sehr flexibel, einfach zu konfigurieren und eine Lösung für alle VM‘s
  • VMware HA + DRS werden häufig als Cold Standby-Lösung für beliebige Anwendungen kombiniert, auch für Anwendungen, die aus sich heraus kein Clustering unterstützen
  • VMware FT ohne MSCS als Hot Failover-Lösung für beliebige Anwendungen, auch wenn sie aus sich heraus kein Clustering unterstützen. Hat allerdings zahlreiche Einschränkungen, z.B. nur eine vCPU.

(ID:37866240)