Gründe wie Sicherheit und Compliance sprechen gegen die Nutzung Software-as-a-Service (SaaS) setzt sich in Deutschland nur zögerlich durch

Autor / Redakteur: *Werner Grohmann / Ulrich Roderer

In einer neuen Studie kommt das Marktforschungsinstitut Gartner zu dem Ergebnis: französische und englische Unternehmen nutzen SaaS deutlich stärker als deutsche Unternehmen. Softwareanbieter sind zögerlich.

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Während in Frankreich 71 Prozent und in Großbritannien 68 Prozent bereits mehr als zwei Drittel der Unternehmen angaben, sie würden SaaS-Lösungen im Arbeitsalltag einsetzen, waren es in Deutschland gerade einmal 45 Prozent. Entgegen der landläufigen Meinung, SaaS sei in Europa in England am stärksten verbreitet, zeigte die Studie, dass Frankreich die Softwaredienste bereits am längsten einsetzt. Nur vier Prozent der französischen Unternehmen nutzen sie kürzer als 12 Monate, in Großbritannien dagegen 17 Prozent.

In Deutschland erklärten 21 Prozent der Unternehmen, SaaS-Lösungen erst kürzer als ein Jahr einzusetzen.

Auch die Hersteller oder Provider sehen noch nicht das große Potenzial in SaaS. Eine aktuelle, repräsentative Erhebung des Softguide Softwareführers unter seinen mehr als 5.300 im Verzeichnis vertretenen Software-Anbietern ergab: SaaS ist weiterhin für die Mehrzahl der Software-Anbieter im deutschsprachigen Raum als Geschäftsmodell kaum relevant. Nur sieben Prozent (Vorjahr: fünf Prozent) derer, die bislang keine SaaS-Lösungen anbieten, planen in der nahen Zukunft ein solches Angebot.

So schafft es beispielsweise der Lösungkatalog im SaaS-Forum auf gerade einmal 150 Anwendungen. Zum Vergleich: Im Softguide Softwareführer sind es mehr als 13.900 Anwendungen.

Weltweit top, in Deutschland flop

Auch wenn mittlerweile das SaaS-Angebot gestiegen ist, wird es aber wohl noch lange dauern, bis webbasierte Lösungen allgemein akzeptiert sind und zwar von allen Marktteilnehmern. Da passt es fast schon ins Bild, wenn der deutsche Vorzeige-Softwarehersteller SAP vermeldet, dass das eigene, bereits 2007 angekündigte SaaS-Produkt Business by Design wohl nun doch erst im ersten Halbjahr 2010 seine Marktreife erreichen wird.

Von der Milliarde zusätzlichen Umsatz, die das Produkt bis 2010 erzielen sollte, ist in Walldorf schon lange keine Rede mehr. Im Gegensatz dazu „powern“ die meisten internationalen Softwarehersteller derzeit in Richtung Software-as-a-Service/Cloud Computing und haben dabei auch den deutschsprachigen Markt im Visier.

Ende April gab kein Geringerer als Microsoft-CEO Steve Ballmer in Köln den Startschuss für den Vertrieb der Microsoft Online Services in Deutschland. Google setzt die Premier Edition seiner Google Apps dagegen, der schwedische SaaS-Anbieter Projectplace meldet für das erste Quartal 2009 auch in Deutschland eine Planerfüllung von mehr als 100 Prozent.

Salesforce.com, Oracle und einige weitere internationale Anbieter tummeln sich seit Jahren im Bereich Customer Relationship Management (CRM). Selbst Anbieter von Security-Software (Anti-Viren, Anti-Spam, etc.) haben das Thema Software-as-a-Service entdeckt. Und so ist es kein Wunder, dass Gartner wiederum dem weltweiten SaaS-Markt selbst im Wirtschaftskrisenjahr 2009 ein Wachstum von 22 Prozent prognostiziert.

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