Penny Philpot, Vice President Ecosystems EMEA bei Red Hat, hat nicht nur die Partner ihrer Firma dazu aufgefordert, europäischen Unternehmen beim Gang in die souveräne Cloud umfassend beistehen. Neue Initiativen wie DORA, NIS2 und IEA kämen flankierend zu Hilfe.
Penny Philpot, Vice President Ecosystems EMEA bei Red Hat
(Bild: Red Hat)
Europäische Unternehmen haben die Cloud mittlerweile als einen „Gamechanger“ erkannt, für viele stehe sie sogar im Mittelpunkt ihrer Strategie, beteuert Penny Philpot, Vice President Ecosystems EMEA bei Red Hat. Um in einer sich schnell wandelnden Geschäftswelt der Cloud ihre enormen Vorteile abtrotzen zu können, sollte es aber eine souveräne Lösung sein. Denn nicht nur, aber ganz sicher müssen regulierte Branchen wie der Finanzsektor, das Gesundheitswesen oder der öffentliche Dienst komplexe Anforderungen in Bezug auf Datenkontrolle und rechtliche Rahmenbedingungen erfüllen. Und das gehe eben nur im Rahmen einer souveränen Infrastruktur.
Die Regulierungsbehörden in der EU haben dieses digitale Dilemma nach Ansicht von Philpot erkannt. Initiativen wie DORA (Digital Operational Resilience Act), NIS2 (Network and Information Security) und IEA (Interoperable Europe Act) unterstützten daher die Unternehmen beim Aufbau einer robusten, interoperablen und anpassungsfähigen Cloud-Infrastruktur.
Die Botschaft sei klar: Die Cloud kann genutzt werden, ohne die Kontrolle abzugeben. Hier kämen eben jene souveränen Clouds ins Spiel – Umgebungen, die Dienste bereitstellen, ohne Abhängigkeiten von Anbietern zu schaffen. „Die Dienste sind in der Regel entweder quelloffen oder verfügen über gleichwertige herstellerunabhängige Alternativen - etwa offene Standards -, was den Nutzern mehr Flexibilität beim Wechsel des Cloud-Anbieters oder -Dienstleisters bietet“, so Philpot.
Partner helfen beim Kickstart
Bei einer souveränen Cloud liege der Schwerpunkt auf der Kontrolle durch den Nutzer, da das Eigentum an den Daten und deren Nutzung in der Domäne des Anwenders verbleiben. Die Zusammenarbeit zwischen lokalen und globalen Cloud-Anbietern sei somit entscheidend für den Erfolg, was wiederum bedeute, dass Partner an diesen Schnittstellen einen großen Vorteil hätten.
Unternehmen, die nach souveränen Cloud-Angeboten suchen, brauchten Partner für eine langfristige Zusammenarbeit. Die Umsetzung von Souveränitätsprinzipien sei ein langfristiger Prozess, der die Anpassung an neue IT-Anforderungen in Bezug auf Infrastruktur, Sicherheit und Governance-Frameworks erfordere. Diese Faktoren sind zentrale Kriterien für die Bewertung von Lösungen und müssen von allen Partnern gemeinsam getragen werden – eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Anbieter und Kunde sei dabei entscheidend.
Kunden, die sich in einer frühen Phase der Cloud-Modernisierung und der digitalen Transformation befinden, müssten sich auf die Kompetenz ihrer Partner in Bezug auf Cloud-Souveränität, einschließlich der Klassifizierung von Daten und Workloads, verlassen können. Dieser Ansatz öffne die Türen für Partner mit Hybrid- und Multi-Cloud-Expertise und unterstützt Kunden auf ihrem Weg zur echten Cloud-Souveränität. Diese fänden sich nicht etwa bei ausgewählten Anbietern, sondern in einer Kultur der offenen Standards, Lizenzierungen und des Open-Source-Gedankens.
Open Source für Cloud-Souveränität
„Regulierung allein kann Souveränität nicht garantieren – sie entsteht durch die Zugänglichkeit der Technologie“, so Philpot. „Partner, die Open Source für Cloud-Souveränität nutzen, machen den ersten Schritt. Partner, die sich für transparente Zusammenarbeit einsetzen, den nächsten. Regulatorische Diskussionen über Cloud-Souveränität können schwierig sein, da der Begriff von verschiedenen Parteien unterschiedlich interpretiert werden kann.
Anstatt sich in der Semantik zu verlieren, ist es besser, sich an konkreten Beispielen zu orientieren, die zeigen, wohin die Reise gehen könnte.“ Als erfolgreiches Beispiel führte die Partnerverantwortliche das deutsche Unternehmen Ionos an. Es widmet sich vorbildlich dem Aufbau einer vertrauenswürdigen und digital souveränen Cloud für Kommunikation und Zusammenarbeit auf der Basis von Open-Source-Technologie.
„Projekte wie dieses sollten uns ermutigen, die gemeinsamen Anstrengungen und die Zusammenarbeit zu intensivieren. Daher ist dies auch ein klarer Appell an die Partner: Führen Sie die Kunden von der Neugier auf die Cloud zur konkreten Nutzung“, so Philpot.
„Leiten Sie Migrationen und Workloads an und bieten Sie regionale Implementierungen an, die bereits den Richtlinien der Politik entsprechen. Am wichtigsten ist jedoch die Förderung offener Technologiestandards, bei denen der Kunde die Kontrolle behält. Durch die Schaffung einer offenen und partizipativen Cloud haben die Partner die Feder in der Hand, um das nächste Kapitel der digitalen Reise Europas zu schreiben.“
Stand: 08.12.2025
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