Die Einweihung des jüngsten Rechenzentrums steht an Nominiert: Die inklusiven Rechenzentren bei Akquinet

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Rechenzentrumsbetreiber Akquinet zeichnet sich neben exzellenten IT-Services noch durch zwei weitere Punkte aus, die ihn außergewöhnlich machen: Umweltschutz und Inklusion. Für zweiteres ist die Inklusionsbeauftragte Inga Krause zuständig. DataCenter-Insider sprach mit ihr.

Ende 2024 ging das Rechenzentrum in Betrieb, die offizielle Einweihungsfeier findet aber erst am 22. Mai 2025 statt.(Bild:  Akquinet)
Ende 2024 ging das Rechenzentrum in Betrieb, die offizielle Einweihungsfeier findet aber erst am 22. Mai 2025 statt.
(Bild: Akquinet)

An den Standorten Norderstedt, Itzehoe, Hamburg-Alsterdorf und seit November 2024 Hamburg-Rahlstedt betreibt Akquinet vier hochverfügbare Rechenzentren mit voller Infrastruktur und flexiblen Server- und Storage-Systemen. Rahlstedt beispielsweise bietet Platz für bis zu 724 Serverschränke in zwölf Systemräumen auf einer Fläche von 2.350 Quadratmetern. Die Twin Datacenter in Hamburg-Alsterdorf und Norderstedt erfüllen im Verbund die Standards TÜV-IT TSI.Standard V4.5 und EN 50600.

Das Angebot umfasst Co-Location, Cloud Services und Hosting bis hin zum kompletten Systembetrieb. Zu den Kunden zählen unter anderem Bitmarck, Dataport oder Dräger. Der Akquinet Internet Backbone verfügt über Uplink-Verbindungen zu Providern wie der Deutschen Telekom, Telia Sonera oder n@work Internet Informationssysteme. Weiterhin ist Akquinet an die Internet-Knoten (Peering Points) DE-CIX Hamburg, DE-CIX Frankfurt und ECIX Hamburg angeschlossen.

Umweltschutz wird großgeschrieben

Besonderen Wert legt das Unternehmen auf den Klimaschutz. Das Rechenzentrum in Alsterdorf heizt eine integrative Sporthalle auf dem Gelände der Eveangelischen Stiftung Alsterdorf mit seiner Abwärme und wurde dafür bereits 2021 mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet (siehe:Interview mit dem Rechenzentrumsbetreiber zum UBA-Umweltzertifikat; Erstes Co-Location-Datacenter mit Blauem Engel: Warum will Akquinet das Prädikat?).

Sein Zwilling, das Datacenter in Norderstedt hat als erstes Rechenzentrum überhaupt das Zertifikat 'Sustainable Data Center' des TÜV Rheinland erhalten. In allen Rechenzentren wird darüber hinaus zu 100 Prozent Ökostrom eingesetzt, konkret handelt es sich um Naturstrom aus erneuerbaren Energiequellen.

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Daneben kommen Photovoltaik- und Gründachanlagen zum Einsatz, generell glänzen die Rechenzentren durch eine hohe Energie-Effizienz, ausgewiesen durch einen überdurchschnittlichen PUE-Wert. Das neueste Rechenzentrum ( siehe: Akquinet plant integratives, nachhaltig geführtes Datacenter; Grundsteinlegung für Co-Location-Rechenzentrum in Hamburgist sogar schon auf die ab Juli 2026 geltenden Anforderungen des Energie-Effizienzgesetzes vorbereitet und hat bereits 0,5 Mio. Euro in die Technik zur Abwärmenutzung investiert. Damit soll die überschüssige Wärme gezielt für die lokale Wärmeversorgung von benachbarten Gebäuden im Victoria Park eingesetzt werden.

Akquinet ist inklusiv

Der IT-Dienstleister hebt sich noch durch einen weiteren Punkt aus der Masse der Rechenzentrumsbetreiber heraus: Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen zählt zur Philosophie. Das Unternehmen bezeichnet sie sogar als „das Herzstück unseres Erfolgs“. Entsprechend wird eine besondere Kultur gelebt, bei der Tochtergesellschaft Akquinet Outsourcing gGmbH haben gar über 40 Prozent der Mitarbeitenden eine Schwerbehinderung oder Gleichstellung.

Damit ist dieser Teil der Akquinet-Gruppe ein Inklusionsbetrieb. Die Gesellschaft erbringt Leistungen rund um den Rechenzentrumsbetrieb und damit verbundene Leistungen wie Infrastructure-as-a-Service, Cloud Services, Desktop Virtualisierung, Client Management oder Netzwerk-Management und -Sicherheit.

Seit 2022 ist Inga Krause Inklusionsbeauftragte bei der Akquinet Outsourcing gGmbH; sie dorgt dafür, dass Inklusion nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. (Bild:  Akquinet)
Seit 2022 ist Inga Krause Inklusionsbeauftragte bei der Akquinet Outsourcing gGmbH; sie dorgt dafür, dass Inklusion nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.
(Bild: Akquinet)

Inga Krause ist seit 2022 Inklusionsbeauftragte der Akquinet Outsourcing gGmbH. “Die Integration individueller Stärken und die berufliche Inklusion von Menschen gehören zu meinen Hauptaufgaben“, so Krause. „Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Morgens weiß ich selten, was im Laufe des Tages aufpoppt, mein Arbeitsalltag ist durchaus dynamisch.“

Akquinet ist nominiert

Akquinet ist nominiert für die Eco - DataCenter Awards 2025, in der Kategorie  über 3,5 Megawatt. (Bild:  Eco  - Verband der Internerwirtschaft)
Akquinet ist nominiert für die Eco - DataCenter Awards 2025, in der Kategorie über 3,5 Megawatt.
(Bild: Eco - Verband der Internerwirtschaft)

Am 5. 5. 2025 findet in Mainz, im Alten Auktionshaus die Verleihung der E-Co Data Center Awards statt. Es gibt zwei Kategorien: Es gibt Preise für das innovativstes Data Center Projekt unter und über 3,5 Megawatt. Akquinet ist in der zweiten Kategorie neben dem Digitalpark Ferchenheim von Digital Realty und DataR (Datacenter-Insider berichtete)

Eine unabhängige Jury, bestehend aus Ralph Hintemann, Partner und Senior Researcher, Borderstep Institut, Mareike Jacobshagen, Head of Global Business Partner Programm vom DE-CIX, Ulrike Ostler, Chefredakteurin Datacenter Insider, Gerd Simon, Geschäftsführender Gesellschafter, Simabra GmbH, Harald Summa, Executive Board Member, RIPE NCC Gründer und Ehrenpräsident, Eco e.V., und Béla Waldhauser, KG-Leiter Datacenter Infrastruktur sowie Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, Eco. e.V., die Finalisten des Preises ausgewählt. Bei der Awardshow werden die Finalisten ihre nominierten Rechenzentrumsprojekte auf der Bühne präsentieren. Die Zuschauer:innen entscheiden per Live-Voting, welches Projekt den Award gewinnen wird.

Neben der Auszeichnung für die innovativsten Rechenzentrumsprojekte, wird im Rahmen des Awards auch die Eco Data Center Person of the Year 2025 gekührt. Wer hier in Frage kommt, ist noch geheim.

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Inklusion bedeutet für Krause, davon auszugehen, dass jeder Mensch Besonderheiten mitbringt, für bestimmte Dinge sensibel ist oder einen besonderen Fokus hat und dass man dies im Arbeitsalltag wahrnimmt, berücksichtigt und einen positiven Umgang damit findet. „Diese Besonderheiten sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar“, erläutert sie. „Denn neben den sichtbaren Behinderungen gibt es vor allem auch unsichtbare Behinderungen und Einschränkungen.“

Dies können Mitarbeitende mit Multipler Sklerose, Diabetes oder Einschränkungen durch eine Krebserkrankung sein. „Wir sensibilisieren sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende für einen achtsamen Umgang miteinander – auch um psychisch erkrankten Kolleginnen und Kollegen eine passende Arbeitsumgebung zu gewährleisten”, sagt Krause.

Die Inklusionsbeauftragte setzt sich permanent mit einem Team dafür ein, dass Tabus abgebaut werden und Mitarbeitende und Bewerbende die Scheu verlieren, über die Herausforderungen und Möglichkeiten rund um das Thema Behinderung zu sprechen – schon ab dem Vorstellungsgespräch. Regelmäßige interne, digitale Events zu Themen wie Multipler Sklerose, Diabetes, Tinnitus oder mentaler Resilienz finden großen Anklang. „Wir ermöglichen echte Teilhabe, dadurch wächst das Bewusstsein bei Akquinet, aber auch bei Partnerunternehmen und Kunden. Dabei hilft auch der enge Austausch mit dem Integrationsamt Hamburg“, erläutert Krause.

Arbeitsplätze passen sich an den jeweiligen Menschen an

Was bedeutet das konkret? Im Unternehmen werden die Arbeitsplätze an den jeweiligen Menschen angepasst – und nicht umgekehrt. Sie sind in der Regel bedarfsgerecht gestaltet und möglichst barrierefrei. Die Teams erhalten Schulungsangebote zum Thema Inklusion sowie Weiterbildungen, um die individuellen Anforderungen gut zu berücksichtigen. Auch gibt es regelmäßige Gespräche über die Entwicklung des inkludierten Mitarbeitenden - mit der Person selbst und dem gesamten Team.

„Auch wenn Akquinet jetzt schon als Vorzeigebetrieb für Inklusion gelten kann, wollen wir die Anzahl der Mitarbeitenden mit Behinderungen im gesamten Unternehmen erhöhen und auch anderen Arbeitgebern Mut machen“, erklärt Krause. „Denn die Arbeitswelt sollte die gesamte Gesellschaft widerspiegeln.”

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