Flexibilität und Kosteneffizienz durch das Baukastenprinzip Modulrechenzentren bringen IT-Leistung an den Ort des Geschehens

Ein Gastbeitrag von Bernhard Göth* 3 min Lesedauer

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Im Bau von Rechenzentren zeichnet sich ein klarer Trend ab: Kleine, modulare Anlagen mit einer Kapazität von bis zu zwei Megawatt erobern den Markt. Die so genannten Edge-Rechenzentren stellen IT-Leistung genau dort bereit, wo sie benötigt wird.

Mit einem Modul fängt man an .... (Bild:  Meffl - stock.adobe.com / KI-generiert)
Mit einem Modul fängt man an ....
(Bild: Meffl - stock.adobe.com / KI-generiert)

Modulare Rechenzentren sind die Schweizer Taschenmesser in der IT – vielseitig, anpassbar und bereit, genau dann Leistung zu liefern, wenn sie gebraucht wird. Mit ihrem Potenzial untermauern die kompakten und skalierbaren Rechenzentren besonders in einer Welt, die zunehmend auf datenintensive Anwendungen wie das Internet der Dinge (IoT), Künstliche Intelligenz (KI) und autonomes Fahren angewiesen ist.

Denn durch ihre Fähigkeit, Rechenkapazitäten direkt am Einsatzort bereitzustellen, lassen sich Latenzen minimieren und die Effizienz von datenintensiven Anwendungen maximieren. Und entscheidend dafür ist die unmittelbare Nähe zur Quelle der Daten.

Anstatt Informationen quer durch das Netz zu schicken und wertvolle Zeit in Form von Latenz zu verlieren, werden Daten dort verarbeitet, wo sie entstehen – direkt vor Ort. Diese kurzen Datenwege ermöglichen es Unternehmen, die volle Leistung von Anwendungen in Echtzeit zu entfalten.

Edge-Rechenzentren: Ein Herzstück der digitalen Revolution

Ihre Trümpfe spielen Edge-Rechenzentren damit vor allem in Szenarien aus, in denen Daten schnell und in großen Mengen verarbeitet werden müssen: in Smart Cities, der Industrie 4.0 oder SAP-gesteuerten Produktionsprozessen beispielsweise. Sie sind das Rückgrat von Innovationen wie dem IoT, KI, Augmented Reality (AR) oder dem autonomen Fahren.

Gerade in der Fahrzeugkommunikation, wo Sekundenbruchteile den Unterschied ausmachen können, erweisen sich Edge-Rechenzentren als echte Alternative zu großen Megawatt-Anlagen. Hier zählt jede Millisekunde, die mitunter über Sicherheit und Effizienz entscheidet.

IT-Architektur nach Baukastenprinzip

Edge-Rechenzentren zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, mit den Anforderungen mitzuwachsen – oder zu schrumpfen. Organisationen sind so in der Lage, ihre IT-Umgebung je nach Bedarf zu erweitern oder zu reduzieren, und das schnell und unkompliziert. Diese Flexibilität lässt sich mit einer modularen Software-Architektur vergleichen, bei der einzelne Komponenten hinzugefügt oder entfernt werden können, ohne dass das gesamte System darunter leidet.

Neben ihrer Flexibilität punkten modulare Rechenzentren in Sachen Energieverbrauch – Stichwort Energie-Wffizienzgesetz (EnEfG). Dank eines niedrigen Power Usage Effectiveness (PUE)-Werts von < 1,15 arbeiten sie besonders Energie-effizient, reduzieren so die Betriebskosten und sorgen für eine bessere Umweltbilanz.

Zum Vergleich: Herkömmliche Rechenzentren weisen einen PUE-Wert von 1,3 bis 1,6 auf. Dies bedeutet, die Infrastruktur für Kühlung und sicherere Stromversorgung verbraucht teilweise das dreifache an Strom wie bei hocheffizienten Rechenzentren. Unternehmen profitieren also nicht nur finanziell, sondern tragen auch aktiv zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks bei.

Kleine Größe, große Verantwortung

Trotz ihrer kompakten Bauweise bieten modulare Rechenzentren ein Höchstmaß an Verfügbarkeit und Sicherheit. Sie erfüllen hohe Sicherheitsstandards (SK3 und VK3) als Zertifizierungen nach EN 50600 sind möglich.

Ein weiterer Vorteil modularer Rechenzentren liegt in ihrer Wartungsfreundlichkeit. Ähnlich wie bei Managed Services können die Module von Edge-Rechenzentren vom Anbieter „beserviced“ werden. Unternehmen müssen sich damit nicht um den Betrieb oder die Wartung kümmern. Updates und Upgrades lassen sich beispielsweise schnell und ohne großen Aufwand durchführen.

Die Partnerschaft von Noris Network und Innovit

Ein Paradebeispiel für die zunehmende Bedeutung modularer Rechenzentren ist die Integration der Innovit AG und uns, den IT-Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber Noris Network im Frühjahr 2024. Innovit, spezialisiert auf die Entwicklung und den Bau modularer Rechenzentren in einem vorab fabririzierten Ansatz, erweitert unser herkömmliches Portfolio um die Fähigkeit, schnell und flexibel Edge-Rechenzentren mit bis zu fünf Megawatt Leistung in Deutschland und international schlüsselfertig zu errichten.

Ein Edge-Rechenzentrum dieser Bauart passt auf einen LKW und kann somit flexibel an einen anderen Standort verlegt werden. Gleichzeitig ist geplant, mittelfristig Edge-Rechenzentren mit Cloud-Technologie von Noris Network auszustatten und damit Kunden mit entsprechendem Bedarf Mehrwerte über das reine Rechenzentrum hinaus anzubieten.

Die modularen Rechenzentren von Innovit können dafür mit Server-Infrastruktur vorab bestückt ausgeliefert werden. Dank der Zusammenarbeit lassen sich nicht nur innovative Kundenlösungen anbieten, sondern auch Georedundanz und zusätzliche Sicherheitsdienstleistungen wie Security Information and Event Management (SIEM) und Security Operation Center (SOC) bereitstellen. Unternehmen, die auf diese Technologien setzen, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil und bauen eine robuste und zukunftssichere IT-Infrastruktur auf: lange Planungs-, Konzeptions- und Bauzeiten entfallen, der Kunde erhält ein getestetes und bewährtes System mit TÜV-Zertifizierung.

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*De Autor
Bernhard Göth ist Head of Sales Beim Datacenter-Betrieber Noris Network AG.

Bildquelle: Noris Network AG

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