Netzzugang bestimmt das Tempo Modulare Büros sollen deutsche Rechenzentrumsprojekte antreiben

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Wenn der Netzanschluss auf sich warten lässt, müssen andere Projektphasen nicht stillstehen. Modulare Büros sollen Rechenzentrumsbetreibern ermöglichen, Planung, Compliance und Inbetriebnahme parallel voranzutreiben.

Lange Vorlaufzeiten beim Netzanschluss bremsen den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland.(Bild:  © Ronald Rampsch – stock.adobe.com)
Lange Vorlaufzeiten beim Netzanschluss bremsen den Bau neuer Rechenzentren in Deutschland.
(Bild: © Ronald Rampsch – stock.adobe.com)

Laut einer Analyse von Portakabin, einem Anbieter modularer Gebäude, wird die Realisierung von Rechenzentren in Deutschland anspruchsvoller, weil Netzanbindungen und Bereitstellungszeiten länger dauern. Ausgangspunkt sind nationale Kapazitätsprognosen sowie Berichte zu Energieversorgung und Netzinfrastruktur. Frankfurt hat nach Angaben des Anbieters inzwischen ein Gigawatt operativer Colocation-Kapazität überschritten.

Auch bundesweit wird ein deutliches Wachstum erwartet. Eine Zusammenfassung des Bundeswirtschaftsministeriums beziffert die Rechenzentrumskapazität in Deutschland für 2024 auf 2.730 MW. Bis 2030 soll sie auf 4.800 MW steigen.

Als limitierender Faktor gelten dabei Stromverfügbarkeit und Anschlussfristen. In Frankfurt werden Netzengpässe bereits als begrenzend angeführt. Die Denkfabrik Ember schätzt, dass Rechenzentren dort 2023 zwischen 33 und 42 Prozent des gesamten Stroms verbraucht haben. Die Internationale Energieagentur (IEA) verweist darauf, dass sich Anschlusswarteschlangen verlängern und neue Übertragungskapazitäten in Industrieländern vier bis acht Jahre in Anspruch nehmen können. Die Europäische Kommission hat laut Portakabin ebenfalls erkannt, dass Netzverzögerungen die Anschlusszeiten verlängern. Ember weist zudem darauf hin, dass lange Wartezeiten Investitionen in etablierten Standorten bremsen können.

Arbeitsbasis vor Ort

Verzögerte Netzanschlüsse betreffen vor allem die Schlussphase eines Projekts. Bau-, Compliance-, Sicherheits- und Inbetriebnahmeplanung laufen währenddessen weiter. Dafür benötigen die Teams laut Portakabin eine Arbeitsbasis am oder nahe am Standort. Gebraucht werden Büros für Projektleitung, kaufmännische Abläufe, Compliance-Workflows, Standortmanagement, Kundenvertretungen sowie für Facility-Management-Planung und operative Betriebssteuerung. Hinzu kommen Besprechungsräume für Einweisungen, Audits und die Abstimmung zwischen mehreren Beteiligten.

Fehlen solche Räume, verlagert sich die Koordination nach Einschätzung des Anbieters in temporäre Lösungen. Informationen ließen sich dann schwerer bündeln, und wiederkehrende Aufgaben wie Briefings, Reviews oder die Vorbereitung der Inbetriebnahme dauerten länger. In mehrphasigen Programmen könnten sich solche Verzögerungen summieren.

Modulare Bauweise als Ansatz

Portakabin fertigt die modularen Bürogebäude nach eigenen Angaben unter kontrollierten Werksbedingungen in Deutschland. Das Unternehmen setzt dabei auf Produktionsprozesse, die über mehr als 25 Jahre verfeinert wurden. Gebrauchsfertige Büros sollen sich so bis zu 70 Prozent schneller bereitstellen lassen als mit herkömmlicher Bauweise. Verarbeitung und Strapazierfähigkeit würden dem Standard permanenter Arbeitsplatzgebäude entsprechen, so Portakabin.

Die Büroflächen lassen sich laut Anbieter früh einrichten und an die jeweilige Projektphase anpassen. Dazu zählen auch gesicherte Arbeitsbereiche und Besprechungsräume. Bei wechselndem Personalbedarf von der Bauphase über die Inbetriebnahme bis zum Livebetrieb soll sich die Bürokapazität schrittweise erweitern lassen.

Meinolf Topphoff, Head of Commercial bei Portakabin, sieht darin einen Beitrag zur Termintreue. Rechenzentrumsprogramme seien zeitkritisch, und ein großer Teil des Fortschritts finde außerhalb der rein technischen Umsetzung statt. Durch frühzeitige externe Vorbereitung ließen sich zudem Aufwand und Aktivitäten auf der Baustelle verringern. Das erleichtere die Kontrolle von Zugängen und Lieferungen.

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Einordnung und Ausblick

Portakabin sieht das größere Risiko für geplante Rechenzentren in Deutschland nicht in fehlender Nachfrage. Entscheidend seien Bereitstellungsbedingungen, die sich kaum verkürzen lassen, insbesondere Netzzugang und Anschlussvorlaufzeiten. Projekte, die im Zeitplan bleiben, sind demnach jene, die steuern können, was am Standort trotz fehlender Anschlüsse weiterläuft. Modulare Büros bezeichnet der Anbieter als einen der wenigen Hebel, die sich mit hoher Planungssicherheit einsetzen lassen.

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