Haifischbecken und Monopoly im Datacenter-Markt

Merger & Akquisitions begleiten die europäische Rechenzentrumsbranche

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Wichtig ist für einen Rechenzentrumsdienstleister bei so einem Schritt, die Neutralität weiter zu erhalten. Das eigene Netzwerk und die -dienste sind integraler Bestandteil des gesamten Angebotes an Carriern und Internet Service Providern. Es wird sich zeigen, wie NTT mit dem Erwerb von E-Shelter dieser Positionierungsherausforderung gerecht wird.

Wer spielt in der ersten Liga mit?

Die Jefferies Group LLC., ein Equity Research- und Analystenhaus, prägte den Begriff „Connected Compute“ für die großen Rechenzentrumsbetreiber. Das beschreibt eine Klassifizierung für Tier-Rechenzentren, die die deutlichste Differenzierung haben, die höchsten Eintrittsbarrieren, die überzeugendsten Nachfragetrends abdecken und somit höchstattraktive Investitionsmöglichkeiten haben und bieten.

(Bild: © bas121 - Fotolia)

Hier können Eco-Systeme entstehen, alle Nutzer von unternehmenskritischen Datenpaketen werden in so einem Rechenzentrum kontinuierlich zusammenkommen. Große Technologie, Internet- und Medienunternehmen, betreiben in Rechenzentren dieser Klasse ihre IT-Grids. Dazu gehören Brands wie Microsoft, Google, Facebook, Salesforce und Netflix

Interxion, Telecity und Telehouse sind aus Sicht der Jefferies Group die führenden Mitglieder des imaginären European „Connected Compute Clubs“. Einige Rechenzentrumsstandorte von Global Switch passen ebenfalls zu dem Profil.

Was gehört zur Clubmitgliedschaft?

Die „Credentials“, das heißt: die Rahmenbedingungen bei Equinix seien in Europa konsistent für eine Connected Compute Clubmitgliedschaft – in den USA sind sie sogar exzellent, beschreibt der Data Centers Report vom März 2015 diese Klassifizierung. Jefferies führt Digital Realty berechtigterweise neben Equinix und KDDI als einen der großen Betreiber und Anbieter von Rechenzentren mit erfolgreichem skalierbarem Geschäft und viel Kapital – „deep pockets„ – mit an.

Interessanterweise ist Digital Realty bisher in Deutschland noch nicht präsent. Als CEO eines der großen Vertreter der Branche, bin auch ich gespannt, was wir da zu erwarten haben, wenn Digital Realty mit Zukäufen loslegt.

Equinix, Interxion und Telehouse sind die drei Big Player als Retail Colocation Provider in Europa und die engere Auswahl für international tätige Konzerne, die eine Betreuung in verschiedenen Ländern mit verteilten Rechenzentrumsstandorten für Co-Location wollen.

Bei einer 2-Vendor-Strategy für eine redundante Lösung mit zwei Anbietern als Sicherheitsfaktor hat sich die Auswahl in den letzten Jahren durch Konsolidierung auf internationalem Niveau und in Europa deutlich reduziert. Das ist aus meiner Sicht kein Vorteil für Kunden und eine einschränkende Wirkung der Merger-Mania.

Daneben gibt es weitere Rechenzentrumsbetreiber mit Sitz in Europa, die Objekte der Begierde sein können, zum Beispiel Digiplex in Skandinavien. Bis vor kurzem gehörte E-Shelter noch in die Kategorie. Das hat sich mit NTT als neuem Mehrheitseigner nun geändert.

Entwicklung und Dynamik auf operativer Ebene im RZ-Markt

Die Broadgroup Ltd., ein britisches Beratungs- und Researchhaus, hat gerade eine neue Ausgabe ihres regelmäßigen Berichtes über die Rechenzentrumsmarkt in Europa fertig gestellt. In der dazu publizierten Pressemeldung steht, dass Europa 27 Prozent Anteil am globalen Umsatz im Markt der „third-party data centres“ hat.

In diese Kategorie gehören die Rechenzentren, die Co-Location-Flächen für Kunden anbieten, die diese für Outsourcing ihrer IT und Cloud Lösungen nutzen. Über die kommenden vier Jahre betrachtet seien diese professionellen Rechenzentren bereit für den fortlaufenden Wachstumskurs.

Dieses Marktsegment behalte eine gute Wachstumsrate von 9 bis12 Prozent jährlich. Die Broadgroup prognostiziert zudem beeindruckende Margen für Rechenzentrumsanbieter. Die Geschäftsfelder Hosting und vor allem IaaS, mit 40 Prozent Zuwachs, sicherten zukünftig höhere Wachstumsraten als Ziellinie. So positiv kommentiert der Geschäftsführer der Broadgroup Ltd. Steve Wallage die Perspektive in der eigenen Pressemeldung.

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