Haifischbecken und Monopoly im Datacenter-Markt

Merger & Akquisitions begleiten die europäische Rechenzentrumsbranche

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Polarisierung und gute Geschäfte

Jefferies konstatiert, das unter dem Aspekt der Nachfrage Retail Co-Location weiterhin ein gesundes Wachstum haben wird. Die Entwicklung stellen wir Rechenzentrumsbetreiber selbst am Kundenzuwachs, vor allem im Cloud Umfeld, genauso fest. Eine Polarisierung in der europäischen Industrie ist schon länger spürbar.

Deutsche Rechenzentrums-Anbieter gelten offenbar als Appetithäppchen.
Deutsche Rechenzentrums-Anbieter gelten offenbar als Appetithäppchen.
(Bild: Sergei Uryadnikov/ Fotolia.com)

Connectivity und Hochverfügbarkeit an Netzanbindung ist entscheidend für die Wahl des Standortes, doch der Preiswettbewerb nimmt weiter zu. Beide Faktoren machen es aus meiner Sicht für kleinere und auch neu auf dem Markt kommende Rechenzentrumsanbieter schwer im Wettbewerb zu bestehen.

Die Kosteneffekte der Merger-Mania bleiben abzuwarten. Economies of scale matters! Es dauert in der Regel zwei bis drei Jahre bei einem Zusammenschluss von großen Unternehmen, bis sich der gewünschte M&A bedingte Ziel-EBITDA Wert einstellt. In dem Zeitraum kann schon wieder viel passieren, im Markt und mit dem eigenen Unternehmen. Was kann sich in der Zukunft abzeichnen?

Merger-Taktiken haben inspirierenden Charakter: Wer kauft, wer bleibt?

Digital Realty Trust, mit Sitz in San Francisco und Europa Zentrale in London, wird laut Jefferies als einer der Kandidaten für eine Übernahme von Interxion gehandelt.

Der weltweit größte Wholesale Co-Location-Provider braucht verstärkt Zugang zum Retail Co-Location-Geschäft und vor allem Konnektivität. Wie sich der neue CEO, Bill Stein, aufstellt, wird sich zeigen. Digital Realty ist bisher nicht in Deutschland vertreten.

Jefferies sieht diese Option auch mit den perfekt passenden Komponenten (Quelle: Data Centers - European Data Centers: Merger Mania Part1):

  • „Die typische Größe der Verträge von Interxion im Retail Segment (Budget und Laufzeit), was zu einer geringeren Anzahl an Mietern pro Site führt
  • Der Fokus, Cloud, System Integratoren und Geschäftskunden passt als kontrastierende Ergänzung zu Digital Reality’s Kundenstruktur
  • Das Eco-System, als Interessengemeinschaft mit strategischem Marketing Schwerpunkt bei Interxion könnte schnell bei der go-to-market-strategy von Digital Realty auf andere Standorte übertragen werden.“

Equinix und KDDI sind die weiteren Käuferkandidaten im globalen Marktgeschehen- als Annahme von Jefferies. Aber auch die NTT könnte noch Appetit auf mehr haben. Solche Vermutungen für die europäische RZ-Branche lassen immer Raum für mehr kompetente Spekulationen. Spannend ist es zu beobachten, was Dritte antizipieren an Möglichkeiten in diesem großen RZ-Monopoly...

* Dr. Béla Waldhauser ist CEO der Telehouse Deutschland GmbH/KDDI Deutschland GmbH.

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