Haifischbecken und Monopoly im Datacenter-Markt

Merger & Akquisitions begleiten die europäische Rechenzentrumsbranche

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Rückblick auf die M&A-Geschehnisse der vergangenen 9 Jahre

In 2014: Das britische Unternehmen Host Europe Group Ltd. (HEG) und der hiesige Hosting-Anbieter Intergenia Holding GmbH boten Ende 2014 den spürbaren Konsolidierungsschritt im Hosting-Sektor. Host Europe baute damit die Managed Hosting Services aus. Die Mesh GmbH mit Rechenzentrumsstandorten in Metropolen wie Düsseldorf, Frankfurt, Amsterdam, London und Paris wurde ebenfalls in 2014 von der HEG übernommen.

In 2013 hatte HEG bereits die Telefónica Germany Online Services GmbH und die Domainfactory GmbH, beide mit Sitz in München, in die HEG durch Übernahmen integriert. Bei dem Unternehmenskauf von Intergenia, inklusive der Rechenzentren und Kunden, war das primäre operative Ziel (gemäß Pressestatement der Geschäftsleitung dazu), ein vollumfängliches Hosting-Portfolio – von der einfachen Domain bis zur komplexen Portal- und E-Commerce Lösung – aufzubauen.

Die Töchter und weitere Marken von Intergenia (Server4you, Plusserver und Serverloft) waren bei der Übernahme inkludiert. Eine Summe von 210 Millionen Euro hat die publizitätspflichtige Vorbesitzerin Oakley Capital Investment Limited für die Übertragung der Anteile veröffentlicht. HEG ist durch organisches Wachstum und die kontinuierlichen M&A Aktivitäten der drittgrößte Hosting-Anbieter im deutschsprachigen Markt geworden.

Rückendeckung für Telehouse

In 2012: Die Telehouse Holding Ltd., mit der Rückendeckung des Mutterkonzerns KDDI, erwarb Anfang 2012 den hiesigen Rechenzentrumsbetreiber Databurg GmbH. Eine Rückkehr nach Deutschland für Telehouse die viel früher ihr hiesiges Rechenzentrum an E-Shelter verkauft hatten. Präsenz in dem Schlüsselmarkt Deutschland – und in Frankfurt/M., als Metropole und Digital Hub, zu haben, war das strategische Ziel des globalen ICT-Konzerns KDDI. Telehouse Deutschland gehört mit über 25.000 Quadratmeter Co-Location-Fläche zu den großen Anbietern von Rechenzentrumsdienstleistungen und Infrastructure-as-a-Service in Frankfurt am Main. Weltweit verfügt die Telehouse über insgesamt 46 eigene Rechenzentren.

Auch vergleichsweise große Player sind nicht vor dem Aussterben sicher: Die Marke Ancotel existiert nicht mehr.
Auch vergleichsweise große Player sind nicht vor dem Aussterben sicher: Die Marke Ancotel existiert nicht mehr.
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Ancotel verschwindet

Equinix Inc. übernahm im Juli 2012 die Ancotel GmbH, mit Sitz in Frankfurt am Main. Strategischer Mehrwert dieser Integration brachten, laut eigener Auskunft in der Pressemeldung, 400 neue Netzwerk- als auch Cloud- und Content-Kunden, die Equinix mit der Akquisition des Unternehmens mit inhalierte. Ein signifikantes anorganisches Wachstum für den Marktführer.

An dem neuen Standort in der Kleyerstrasse kamen 200 zusätzliche angeschlossene Netzwerkprovider und 6.000 Cross Connects dazu. Equinix bekam über diese zugekauften neuen Kunden Zugang zu Osteuropäischen Märkten. Die Carrier aus dieser Region und die hohe Konzentration an anderen Netzwerklieferanten in dem meet-me room für die Anschaltung der Co-Location-Kunden ergänzen die Netzwerkverfügbarkeit. Der Unternehmensname und die Marke Ancotel indes verschwanden im Zuge der M&A Maßnahme. Equinix fährt im Gegensatz zur NTT weltweit eine One-Brand Marketingstrategie.

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