Haifischbecken und Monopoly im Datacenter-Markt

Merger & Akquisitions begleiten die europäische Rechenzentrumsbranche

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Vier Jahre Verschnaufpause

Im Jahr 2007 hatte das US-Unternehmen bereits den ersten Schritt nach Deutschland gemacht und die IXEurope GmbH übernommen und sich somit in Europa ausgedehnt. Das war ein 482 Millionen Dollar M&A Geschäft. Beide Gesellschaften waren damals börsennotiert. Kunden eine Lösung aus einer Hand mit Rechenzentren und Netzwerklösungen global anzubieten, stand als Intention im Vordergrund – und natürlich die Wachstumsstrategie.

Wer darf im Spiel bleiben?
Wer darf im Spiel bleiben?
(Bild: Stephan Franz Ferdinand Dinges/ Fotolia.com)

In 2006 kam es zuvor zu einem Unternehmenszusammenschluss zweier Rechenzentrumsbetreiber, der Telecity Group Plc. und Redbus Interhouse Plc. Das kombinierte Unternehmen firmierte danach unter Redbus Telecity aufgrund gemeinsamer Eigentümerschaft. 2007 erfolgte unter Einbezug von Globix (UK) ein Re-Branding zu Telecity Group Plc. Zehn Jahre später, mit der dem Zeitplan gemäßen in 2016 abgeschlossen Übernahme, scheint das Unternehmen selbst, nach einigen Akquisitionen, von dem US-Konzern Equinix gekauft zu werden.

Das Konsolidierungsgeschehen in der Rechenzentrumsbranche kann mit dem Gesetz der Natur im Meer als Metapher vergleichen: Es gibt immer einen noch größeren Fisch, der einen kleineren frisst.... “Kleine Fische“, hier europäische Rechenzentrumsanbieter, können durchaus strategischen Wert für große globale Mitbewerber haben und nicht zuletzt den Shareholer Value beim Zukauf positiv beeinflussen.

Markt-Effekte bei strategischen Übernahmen

Rechenzentrumsanbieter haben durch Zusammenschluss die Größe der Co-Location-Flächen und die Anzahl ihrer Standorte in Deutschland und in Europa erweitert. Skaleneffekte bei den Betriebskosten und CAPEX Optimierung sind wirtschaftliche Treiber. Kostenreduktion, Back Office Dopplungen werden ausgeglichen, Personalbereinigungen, Senkung von Marketingbudgets, Einkaufsvorteile beim Procurement und andere Stellschrauben greifen bei der Integration von zwei Unternehmen zur Ergebnisverbesserung. Eine P&L Optimierung wirkt sich zudem in der Gewinn-und-Verlustrechnung und positiv in der Bilanz aus.

Kunden an mehreren Standorten für ihren Outsourcing-Bedarf bedienen zu können, ist ebenfalls ein Hauptgrund bei M&A Ambitionen mit geografischer Expansion. Mehr Produkte an eine breitere Kundenbasis zu verkaufen, Up-Selling und Cross-Selling, d.h. bestehende Kunden mit neuen Produkten und an anderen Standorten mit Colocation Infrastruktur und Diensten zu versorgen, ist das übliche Vertriebsziel.

Staatliche Telekommunikationsunternehmen, mit internationalem Netzwerk, haben durch ihre M&A Strategie die Positionierung als migrierte ICT-Player ausgebaut. Durch Zukauf von etablierten Rechenzentrumsanbietern ergänzen sie ihr Infrastruktur- und Diensteportfolio um Co-Location-Flächen für Outsourcing und Cloud Lösungen.

KDDI ist mit Telehouse ein typisches Beispiel für diese Strategie. In Deutschland ist die Integration der beiden Einheiten und die Zusammenführung der Infrastrukturen (Netzwerk und Rechenzentren) mit Netzdiensten und Managed Services per 2014 aus Kundensicht gelungen - ein klarer Mehrwert im Portfolio und Differenzierungsfaktor. Die IaaS-Plattform „Telecloud“ nutzen zahlreiche Kunden als ICT-Lösungen aus einer Hand, auch länderübergreifend.

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