Deutscher Rechenzentrumspreis 2014: Redundante Kühlung ohne Doppelboden

Mehrfach modulares Inroom Cooling mit „IT-Case 3“

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Firma zum Thema

Das Modell „Klimagebirge“ und ein überzeugter Postminister

Seit meiner Pensionierung im Jahre 1995 habe ich lange an der Weiterentwicklung des damaligen Kühlsystems getüftelt und Zug um Zug dazu einige Erfindungen angemeldet. Dabei benutzte ich wiederum die Erkenntnisse, die sich aus dem Modell des „Klimagebirge“ ziehen lassen.

Bei den damaligen Klima-Anforderungen für die Räume der DIV-Technik spielte die Raumfeuchte keine Rolle. Viele Kollegen haben in den letzten Jahren versucht, das Telekom-Kühlsystem auf Rechenzentrumsräume umzusetzen.

Übliche indirekte freie und adiabate Kühlung
Übliche indirekte freie und adiabate Kühlung
(Bild: Jürgen Loose)
Es wurde jedoch übersehen, dass es dort Feuchteanforderungen gibt und der Aufwand für ein ausreichendes Be- und Entfeuchten der Luft sehr hoch ist. Deshalb kam es dazu, dass von mehreren Firmen die indirekte freie Kühlung, eine besondere Art der Umluftkühlung, zuletzt in Kombination mit der adiabaten Kühlung (Verdunstungskühlung) entwickelt und energiesparend eingesetzt wurde.

Die Ersparnis

Mit diesem Kühlsystem sind bereits, je nach Anbieter, Einsparungen von 40 bis 70 Prozent gegenüber der üblichen Umluftkühlung möglich, allerdings nur dann, wenn die von „ASHRAE“ (Erklärung siehe: Kasten) empfohlenen hohen Werte für die Zuluft bis zu 27 Grad Celsius und für die Abluft bis 37 Grad Celsius oder gar noch höher genutzt werden. Schließlich muss bei der indirekten freien Kühlung mit kalter Luft erst einmal kaltes Wasser und damit letztendlich kalte Zuluft zur Kühlung des Raumes erzeugt werden. Das bedeutet: Es gibt zwei nacheinander folgende Wärmeübergänge!

Ergänzendes zum Thema
Ashrae

Es handelt sich bei Ashrae um eine nationale, technisch-wissenschaftliche Organisation, die aufgrund ihrer ausländischen Mitglieder international aktiv wurde und ausländische „Vertretungen“ unterhält.

Ashrae hat Organisationen mit gleichem wissenschaftlichem Hintergrund ausgewählt, die in der AASA (Ashrae Associate Society Alliance) vertreten sind. Der DKV (Deutscher Kälte- und Klimatechnischer Verein) ist neben 52 weiteren Organisationen Mitglied in dieser Gruppe.

Die Ashrae-Mitgliedschaft steht jedem offen, der sich mit Wärme-, Kälte- und Klimatechnik beschäftigt. Mit mehr als 51.000 Mitgliedern aus mehr als 100 Nationen bildet Ashrae mit seinen HVAC&R Experten aus verschiedenen Bereichen der Branche ein unerschöpfliches Netzwerk.

Als AASA-Mitglied erhalten DKV-Mitglieder Vergünstigungen beim Kauf von Ashrae-Literatur und bei der Teilnahme an Veranstaltungen.

Für DKV-Mitglieder stehen im geschützten Bereich weitere Informationen und Dokumente zum Ashrae zur Verfügung.

Bei einer üblichen indirekten freien Kühlung wird die aus dem Rechenzentrum abgesaugte warme Abluft (hier = Umluft) ständig um beispielsweise zehn Grad auf Zulufttemperatur abgekühlt und über einen Doppelboden als Zuluft in den Raum eingebracht. Die an der wärmsten Stelle des Raumes entstehende Temperatur bestimmt den gesamten Kühlluftvolumenstrom, der den IT-Gestellen über den Doppelboden und die darüber befindlichen diversen Kaltgänge zugeführt wird.

Erklärung der Teilstrombildung
Erklärung der Teilstrombildung
(Bild: Jürgen Loose)
Wenn die „Wasserkühlung“ nicht reicht, wird eine Kältemaschine dazu geschaltet. Das für den Deutschen Rechenzentrumspres 2014 vorgestellte Kühlsystem IT-Case.3 kann bei zumeist genutzter niedriger Zulufttemparatur von etwa 18 Grad Celsius (und entsprechend niedrigerer Raumtemperatur) bis zu 90 Prozent Strom einsparen. Hauptgründe dafür sind die Nutzung der direkten freien Kühlung, kombiniert mit meiner für alle Klimageräte gültigen Erfindung, der Teilstrombildung.

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