Deutscher Rechenzentrumspreis 2014: Redundante Kühlung ohne Doppelboden

Mehrfach modulares Inroom Cooling mit „IT-Case 3“

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Unterschiedliche Außentemperaturen – kein Problem

Bei Bedarf könnte mithilfe der Teilstrombildung sogar ein besonders wirtschaftlicher Entfeuchtungsbetrieb genutzt werden. So lassen sich bei individuell einstellbaren Zulufttemperaturen von 18 bis 27 Grad Celsius sehr unterschiedliche Außentemperaturen von mindestens Minus 30 Grad Celsius bis mindestens Plus 42 Grad Celsius beherrschen.

Die von ASHRAE empfohlene maximale Zulufttemperatur muss dabei nur in seltensten Fällen ausgenutzt werden. Zumindest in Mitteleuropa liegt die mittlere Außentemperatur weit unter der Zulufttemperatur von 18 Grad Celsius, so dass häufig mit sehr geringem Energie-Aufwand ein kühles Raumklima erzeugt werden kann.

Unterschiede bei der Luftzuführung in den Kaltgang
Unterschiede bei der Luftzuführung in den Kaltgang
(Bild: Jürgern Loose)
Je höher die Zulufttemperatur im Sommer sein darf, umso häufiger lässt sich die besonders wirtschaftliche direkte freie Kühlung mit Teilstrombildung anwenden. Sollte die Außenluft ausnahmsweise mal nicht brauchbar sein oder eine Brandfrühwarnung kommen, wird automatisch auf eines der drei im Klimakompaktgerät integrierten Umluftkühlsysteme umgeschaltet. Nach einer evtl. Verqualmung mit „kaltem Rauch“ kann die Raumluft mit dem IT-Case (.2 oder .3) erneuert werden.

Das modulare Inroom-Cooling mit Verwendung des weiter entwickelten IT-Case.3 bietet mindestens noch diese zusätzlichen Vorteile:

  • Es wird kein Doppelboden benötigt. Das spart hier Raumhöhe und Investitionskosten, denn ein Doppelboden kann bei großer Gesamtkühllast in einem Großraum bis 1,5 Meter hoch sein.
  • Die Zuluft wird von zwei gleichzeitig mit halbem Bedarfsvolumenstrom laufenden Energiesparkompaktgeräten (IT-Case.3) waagerecht in den jeweiligen oben geschlossenen Kaltgang pro IT-Modul eingeblasen. So kann im Sommer eine höhere Zulufttemperatur genutzt werden als üblicherweise bei einem Doppelboden, denn bei einer Luftführung von unten über den Doppelboden erhalten die in den IT-Gestellten oben angebrachten Server eine höhere Zulufttemperatur. Hier entsteht in allen Höhen des oben geschlossenen Kaltganges fast die gleiche Ansaugtemperatur für die Server-Lüfter.
  • Durch die direkte Zuordnung von zwei redundanten Klimakompaktgeräten zu einem IT-Modul können eventuelle Hotspots (warme Zonen durch gelegentlich stark Wärme abgebende Server) besser beherrscht und die gesamte Kühllast eines aus mehreren Modulen bestehenden Großraumes sehr wirtschaftlich abgefahren werden. Bei nur einer aktuell warm werdenden IT-Zone muss nicht der gesamte Raum stark gekühlt werden.
  • Die Außenluft wird am Gebäude zentral ganz oben (Vandalen-sicher) angesaugt. Die Abluft wird dabei an einer anderen Fassadenseite des Gebäudes modular oder zentral ausgeblasen.

Über den Autor:

Der Autor Ing. Jürgen Loose
Der Autor Ing. Jürgen Loose
(Bild: privat)
Der Weilheimer Jürgen Loose ist pensionierter Bundespost-Ingenieur und Lüftungsfachmann. Er hat ein neuartiges Klimagerät entwickelt, das seinen Worten nach im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen bis zu 90 Prozent Energie einspart.

Wer mehr von ihm erfahren möchte, kann ihn auf der Fachmesse "Future Thinking" treffen

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