Laut Gartner wächst der Markt für Infrastruktur-Monitoring Tools – getrieben von Cloud-Architekturen, Datenmengen und der Nachfrage nach umfassenderen Analysefunktionen. Konkurrenz mit Observability-Plattformen, aber auch der Wandel von Geschäftsprioritäten verschärfen den Wettbewerb.
Laut Gartner wird der Markt für Infrastruktur-Monitoring-Tools 2025 weiter wachsen – bei einem verschärften Wettbewerb.
(Bild: Sora / KI-generiert)
Der Studie „Market Guide for Infrastructure Monitoring Tools“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner zufolge wird 2025 der Markt für Infrastruktur-Monitoring um voraussichtlich 10,1 Prozent weiter wachsen. Grund hierfür seien sowohl technologische Entwicklungen als auch neue geschäftliche Prioritäten.
Technische Faktoren seien die stetige Zunahme der Datenmengen und -typen sowie die weitere Verbreitung von Native und Hybrid Cloud-Architekturen, die besonders von systemweiten Analysen und Optimierungen profitieren. Laut den Gartner-Analysten verschiebt sich der Fokus von Infrastructure & Operations-Teams (I&O) und auch das Angebot dabei deutlich von isoliertem Komponenten-Monitoring zur umfassenderen Implementation von Observability-Prinzipien – weg von isolierten Metriken und hin zu umfassenderen Analysefunktionen, um Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Nicht minder bedeutend für das prognostizierte Wachstum und die Nachfrage nach umfassenderen Analysefunktionen sei der Wandel von Geschäftspraktiken. Zunehmend müssten so auch Infrastruktur-Monitoring-Tools über Analysen der Ressourcennutzung Antworten zu Fragen beitragen, wie technische Performanz Unternehmensleistungen und Endnutzererfahrungen beeinflusst.
Damit werden Infrastruktur-Daten zunehmend relevant nicht nur für I&O-Teams, sondern auch für Anwendungsentwickler, Site Reliability Engineers und die Geschäftsleitung. So würden in vielen Unternehmen Monitoring-Tools auch öfter durch die Führungsetage ausgewählt, die besonders oft auf unmittelbar geschäfts- und endnutzerrelevante Daten achtet.
Auszeichnungsmerkmale: Automatisierung und KI-Unterstützung
Der Marktstudie zufolge haben sich aktuelle Tools – ob für Server, Speicher und Netzwerk oder Virtualisierung, Container und Datenbanken – bei ihrem grundlegenden Funktionsumfang zunehmend angeglichen. So avancieren Workflow-Automatisierung, die Integration vorgefertigter Konfigurationsdatenbanken und die Einbindung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) für tiefere Analyse-Ergebnisse zu den wichtigsten Auszeichnungsmerkmalen.
Der Gartner Market Guide nennt dafür eine Reihe beispielhafter und von Gartner-Kunden nachgefragter Produkte – neben Cloud-spezifischen Tools von Amazon, Microsoft und Google auch Cloud-übergreifende Angebote mit erweiterten Observability- oder KI-Funktionen wie „Datadog“, „Dynatrace“ „New Relic“ und „Splunk“. In den Market Guide geschafft haben es auch die Angebote deutscher Unternehmen „USU Software“, „Paessler“, „Checkmk“ und „Icinga“. Hinzu kommen führende Open-Source-Tools und Plattformen wie „Grafana Labs“ „Zabbix“ und „Elastic“.
Konvergenz von Monitoring und Analyse verschärft Wettbewerb
Insgesamt zeichne sich eine deutliche Konvergenz von Monitoring- und Analyse-Tools ab. Infrastruktur-Monitoring integriere vermehrt umfassendere Performance-Analysen und würde zunehmend in einem direkten Wettbewerb mit Anbietern von Ereignisanalysen (Event Intelligence Solutions) stehen.
Andererseits führe diese Konvergenz dazu, dass einige Unternehmen umfassendere Observability-Produkte statt Infrastruktur-Tools für ihr Monitoring nutzen. Beim Monitoring von Internet-of-Things-Hardware hingegen hätten sich gerade stärker spezialisierte Anwendungen durchgesetzt.
Weitere Herausforderungen ergäben sich für Anbieter der funktionsreichsten Infrastruktur-Monitoring-Tools – mit der Angleichung des grundlegenden Funktionsumfangs würden viele Unternehmen stärker auf als „gut genug“ empfundene Tools – gerade aus dem Open-Source-Bereich – setzen.
I&O-Teams empfiehlt der Gartner Market Guide, den Einsatz von Infrastruktur-Monitoring-Tools jenseits von Fehlererkennung und -behebung zu erweitern. Dazu würden insbesondere Tools beitragen, die proaktive Ursachenanalysen über Hybrid- und Multicloud-Architekturen hinweg beherrschen. Zudem werde es zunehmend wichtiger, von Infrastrukturseite Entscheidungen der DevOps- und Site Reliability Engineering-Teams, aber auch der Geschäftsführung zu unterstützen.
Cloud-native Umbgebungen böten dabei mit einer größeren Fehlertoleranz eine besondere Chance: Unternehmen könnten sich kosteneffizient auf wichtige Funktionen konzentrieren und dabei dennoch eingehende Ursachenanalysen mit Übertragung der Ergebnisse an andere Tools und Prozesse mit einbeziehen.
Stand: 08.12.2025
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