Native Cloud Apps und Microservices haben sich durchgesetzt, werden aber immer komplexer. Observability schafft einen Überblick und gibt Development-Teams, IT und Management eine gemeinsame Datenbasis, um die Infrastruktur ideal zu nutzen.
Kubernetes-Observability eröffnet DevOps-Teams einen holistischen Blick auf Daten und verknüpft Logs mit Daten aus Monitoring-Tools
Schneller, effizienter, gewinnbringender: Softwareentwickler stehen unter wachsendem Druck. Immerhin entwickeln sich die Tools, die sie nutzen, immer schneller weiter. Das ist erfreulich. Doch manchmal sehen Developer in einer Welt von Microservices den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Hier ein Fehler, dort eine Warnung, dann noch eine Downtime obendrauf – Fehler in einer komplexen App zu finden, das kann schnell zeitaufwändig, mühselig und teuer werden. Ausgerechnet das erfolgreichste Werkzeug in der heutigen Softwarewelt wird in diesem Zusammenhang häufig völlig falsch genutzt: Kubernetes, die beliebte Open-Source-Lösung, mit der sich Container verwalten lassen.
Entwicklerinnen und Entwickler haben sich förmlich auf Kubernetes gestürzt. Laut einer aktuellen Umfrage nutzen sagenhafte 91 Prozent der Developer Kubernetes. Die Daten stammen aus der 2020 Cloud Native Survey der Cloud Native Computing Foundation. Doch – Kubernetes, wir haben ein Problem. So bahnbrechend, hip und effizient Kubernetes ist, so sehr fehlt meiner Meinung nach der Mehrheit der Kubernetes-Entwickler leider schlicht der Überblick.
Viele von ihnen besitzen nicht das Handwerkszeug zur Kontrolle ihrer Kubernetes Cluster. Wenn man sie fragt, ob sie jederzeit den Überblick darüber haben, was in ihren Architekturen warum wie läuft – oder auch nicht –, so haben sie keine Antwort. Es fehlen Entscheidungsgrundlagen, die Voraussetzung für die Verbesserung der Site Reliability sind. Eigentlich kaum zu fassen.
Load Balancing aus dem Bauch heraus? Kommt vor.
An vielen Stellen hapert es bei der Datenanalyse von Anwendungs-Infrastrukturen. Dabei brauchen Entwickler diese Datenanalyse dringend. Sie benötigen sie öfter, schneller, zuverlässiger und komfortabler. Nur so können Developer ihren Job gut machen und Katastrophen abwenden.
Wer will schon Dinge aus dem Bauch entscheiden wie das Steuern von Workloads, das Zuweisen von Ressourcen oder das Load Balancing? Eigentlich niemand. Die Realität sieht leider oft anders aus. Genau diese Bauchentscheidungen passieren. Einfach, weil die passenden Metriken im richtigen Kontext fehlen.
Entwickler müssen in der Lage sein, ihre Daten jederzeit zuverlässig zu analysieren. Nur dann können sie das Verhalten ihrer Apps verstehen, mehr manuelle Aufgaben automatisieren und sich mehr um die Endnutzer kümmern, etwa, indem sie mehr Zeit in die Verringerung der Latenzen ihrer Anwendungen investieren.
In einer idealen Welt ist dieser Informationsfluss gegeben, und Entwickler sowie Management arbeiten Hand in Hand – auf einer gemeinsamen, relevanten Datenbasis. Damit genau dieser Idealzustand eintritt, setzen immer mehr Entwickler auf Kubernetes Observability.
Was ist Kubernetes Observability?
Observability stärkt die Fähigkeit eines Teams, Probleme in Softwarearchitekturen komplett und übergreifend zu erkennen und zu verstehen. So haben Teams den ultimativen Überblick. Die Entwickler und Entwicklerinnen verstehen und beheben Fehler und reagieren frühzeitig auf Anomalien, dargestellt in einer übersichtlichen Benutzeroberfläche.
Development-Teams müssen sich nicht mehr stunden- und nächtelang auf Fehlersuche begeben, womöglich noch gestresst von nicht enden wollenden Fehlermeldungen, Alerts und im schlimmsten Fall auch Downtimes. Observability verschafft den Teams Zeit, sich Innovation und Weiterentwicklung zu widmen.
Kubernetes Observability betrachtet Events, Ressourcen und Kommunikation
Ein Kubernetes-Cluster ist nur dann gewinnbringend nutzbar, wenn es ideal ausgesteuert wird. Dazu müssen Entwickler wissen, ob und wann ihre Tools die Erwartungen über- oder untererfüllen. Zudem braucht es im ersten Schritt eine Messlatte für Systemgesundheit und Kapazität. Die Infrastruktur im Cluster zu überwachen ist Pflicht. Ebenso, die Metriken der verschiedenen Apps im Blick zu behalten. Das alles gehört zu den Basics, ermöglicht es überhaupt erst, Performanceprobleme und andere Probleme bei Apps in den Griff zu kriegen.
Kubernetes Observability bedeutet auch, dass Teams relevante Events im Blick behalten, seien es neue Deployments, regelmäßige Health Checks oder automatisches Scaling. Solche Dinge, die automatisch passieren, jederzeit zu überblicken, ist absolut unerlässlich. Alles andere wäre Blindflug. Technologien wie eBPF sammeln entsprechende Daten automatisch. Sie greifen sich Metriken, Events, Traces und Logs, und zwar aus jeder nur denkbaren Schicht des Tech Stacks. Egal, ob es sich um die Apps handelt, das Betriebssystem, die Containerarchitektur oder die Netzwerkebenen.
Stand: 08.12.2025
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Zu guter Kubernetes Observability gehört jedoch weit mehr als nur das Monitoring von Events. Sie bringt auch Licht in die Kommunikation der Microservices untereinander. Sie liefert Metadaten, die klar machen, wie die verteilten Services zusammenspielen. Sie zeigt, ob die Durchsätze, Transaktionszeiten und Fehlerraten stimmen.
Mehr als Monitoring
Kubernetes Observability revolutioniert das Zusammenspiel von Entwicklern mit ihren Tools, weil sie Events und Fehler in Kontext setzt. Sie deckt nicht nur auf, dass etwas passiert, sondern auch, warum. Genau das war bisher ein zentrales Manko in der Anwendungsentwicklung: Die Software Engineers mussten mit vielen unterschiedlichen Tools jonglieren, um sich einen Überblick zu verschaffen.
Eine gute Kubernetes Observability macht das überflüssig. Sie eröffnet Entwicklern einen holistischen Blick auf Daten, verknüpft Logs mit Daten aus Monitoring Tools – wie ein helles Flutlicht, das Anomalien sofort sichtbar macht und ihren kompletten Kontext vollständig ausleuchtet.
Fazit
Klaus Kurz
(Bild: New Relic)
Kubernetes eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Aber wir haben es noch nicht durchgängig geschafft, dieses Potenzial zu erschließen. Kubernetes Observability ist ein ganz essenzieller Schritt in diese Richtung. Sie holt das Beste aus Kubernetes heraus, reduziert Fehler, löst Probleme direkt, wenn sie auftreten. Ich bin mir sicher: Wenn Teams ihre Kubernetes Observability perfektionieren, verbessern sie damit nicht nur ihre Arbeitsbedingungen, sondern auch die Anwendererfahrung – und das Geschäftsergebnis.
* Klaus Kurz ist seit Herbst 2019 Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic. Hier führt er ein stetig wachsendes Team an Solution Engineers, Solution Consultants und Solution Architects, das Kunden bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungspläne unterstützt. Zuvor arbeitete er 15 Jahre bei Adobe und füllte Positionen vom Manager Business Development bis zum Head of Solution Consulting für Zentral- und Osteuropa.