„Wenn der Kunde nicht in die Cloud kommt“... muss die Cloud ins Rechenzentrum. Sprich: herab aus den Wolken und auf den Boden der Realität. Geht das mit SAP?
SAP bringt mit „RISE with SAP“ die Cloud ins eigene Rechenzentrum.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)
„Die Cloud“ ist aktuell der wichtigste Wachstumstreiber für SAP. Das Unternehmen konnte im Quartal 4/2023 einen Anstieg von 40 Prozent bei den Cloud-Erlösen und einen Anstieg von 39 Prozent bei den Cloud-Auftragseingängen verzeichnen. So singt auch Philipp Herzig, Chief AI Officer (Leiter des KI-Bereichs) bei SAP, ein Loblied über die vielen Vorzüge von Cloud-Implementierungen, nicht zuletzt mit Blick auf KI/ML. Doch wenn man genauer hinhört...
Im SAP-Jargon schließt der Begriff „Cloud“ die Nutzung von Private-Cloud Lösungen im eigenen Rechenzentrum explizit mit ein – und nicht nur im Kontext der finanzstärksten Kunden von SAP. Die Revolte des Mittelstands hat es anscheinend vollbracht.
Jürgen Müller ist CTO und Mitglied des Vorstands der SAP SE. Er leitet den Bereich Technologie und Innovation.
(Bild: SAP)
Die Walldorfer Softwareschmiede legt den Begriff „Cloud“ all-inklusiv – sprich weitläufig – aus. Denn „die Cloud“ ist nicht ein Ort, sondern eine Architektur, ein Bereitstellungsmodell, ein „Betriebssystem“ für die Arbeitslasten im Rechenzentrum (oder in mehreren). „Rechenzentrum, habe ich richtig gehört? Kann es unser eigenes sein?“ Sicher doch. Gern geschehen!
Ernüchterung (und Erleichterung): die Cloud kommt ins Datacenter
In Walldorf spricht man von „Cloud-Lösungen für das On-Premise-Rechenzentrum“; die Kunden hören nur „Cloud, Cloud, Cloud“. Gerade viele deutsche Anwenderorganisationen wollen ihre SAP-Bereitstellung unbedingt im eigenen Rechenzentrum beibehalten, nur halt modernisieren, vorzugsweise ohne Störungen des Betriebs, und nur so wenig daran ändern, wie sie für sinnvoll erachten.
SAP möchte seine Kunden „in der Cloud“ willkommen heißen, gerne auch on-premises – Hauptsache, die Kasse klingelt (vorzugsweise im Takt des Börsentickers, daher die Umstellung auf die Abonnements). SAP hat schon versucht, die eigenen Absichten besser zu kommunizieren.
„Im Dialog mit der DSAG wollen wir alle Kunden mitnehmen“, versichert Jürgen Müller, CTO und Vorstandsmitglied bei der SAP. Auch die langjährigen SAP-HANA-Kunden sollen (…) auf die neuesten Technologien kommen.“ Die Anwender fragen sich, was es jetzt (schon wieder) kostet. Es kommt darauf an.
Haken an der Sache gibt es mehrere. Es fängt schon damit an, dass das Merkmal „Cloud“ in der Nomenklatur des SAP- „Verwirrungsportfolios“ von Fall zu Fall sehr unterschiedliche Dinge bedeutet. Die On-Premises-Variante nennt sich schlicht und ergreifend SAP S/4 HANA. Bisher konnte eben diese Edition mit dem größten Leistungsumfang trumpfen. Das soll sich fortan ändern.
Dann gibt es noch „S/4 HANA Cloud“ und „S/4 HANA Cloud Private Edition“ (auch genannt „SAP S/4 HANA Cloud Suite“). Diese beiden Angebote sind nicht dasselbe! S/4 HANA Cloud ist die in ihrem Umfang reduzierte Standardversion der „cloudifizierten“ Generation. Sie basiert auf einer Multi-Tenant-Architektur. (Früher war sie als Essentials Edition oder Multi-Tenant Edition bekannt.) Sie bietet den Unternehmen deutlich weniger Anpassungsoptionen, dafür aber lässt sie sich in einfachen Szenarien schneller implementieren (und in komplizierten gar nicht). SAP S/4 HANA Cloud Private Edition und ihr Gegenstück SAP S/4 HANA Cloud Public Edition sind leistungsfähiger als die Standardvariante. Alle Cloud-Versionen verwaltet SAP für den Kunden.
SAP S/4 HANA Cloud Private Edition lässt sich im Gegensatz zu den anderen Cloud-Varianten auch gerne in einer sicheren privaten Cloud-Umgebung im eigenen Rechenzentrum des Unternehmens oder in Co-Location hosten (zudem auch in einem SAP-eigenen Rechenzentrum, aber das ist teurer, und in Hyperscale, falls erforderlich). In jedem dieser Szenarien fungiert SAP als der Managed Service Provider.
In dieser Edition wollte SAP die Flexibilität und Skalierbarkeit der Cloud mit der Kontrolle und Anpassbarkeit, die nur ein On-Premises-Betrieb gewährleisten kann, kombinieren. Wer auf maßgeschneiderte Anpassungen angewiesen ist oder spezielle Compliance-Anforderungen erfüllen muss, fährt bereits mit der Private Cloud Edition grundsätzlich richtig. Sie bietet Zugang zu Tools wie der Custom Code Migration App und dem SAP Readiness Check, die den Übergang zur Cloud-Version von SAP S/4 HANA erleichtern.
Die Editionen
Darüber hinaus gibt es noch SAP S/4 HANA Cloud Extended Edition (früher Single-Tenant Edition) und ein hybrides Betriebsmodell, welches sowohl On-Premise- als auch Cloud-Szenarien unterstützt. Das hybride Modell bietet ggf. einen Ausweg aus der „SAP/Falle“.
SAP übernimmt die Wartung seiner SaaS-Plattform S/4 HANA Cloud Private Edition oder Extended Edition auch dann, wenn sie im eigenen Rechenzentrum ausgeführt wird (Stichwort: Private Cloud). Diese Editionen sind speziell für Unternehmen konzipiert, welche die dedizierte, strikt kontrollierte Umgebung ihres Rechenzentrums nicht verlassen möchten. Für die Extended Edition muss die Bereitstellung eine Mindestbenutzeranzahl erreichen.
Stand: 08.12.2025
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Die „SAP-Falle“ und die Revolte der Anwender
Der Mittelstand möchte nicht in irgendein abstraktes Rechenzentrum eines anderen Betreibers ziehen und sich vorschreiben lassen müssen, wie die Bereitstellung gemanagt wird. Ihre betriebskritischen Daten wollen die Unternehmen auf keinen Fall in fremde Rechenzentren schicken, sofern sich das vermeiden lässt, sei es aus Sicherheits-, Kosten -oder Latenz-bedingten Gründen. Man will sich halt auf Störungen des laufenden Betriebs nicht einlassen. Auch das eigene Erfolgsrezept, also etwa die Kundendatenbank, gehört nicht in die Cloud externer Betreiber. (Die Lektüre der EU DSGVO und verwandter Themengebiete regt ohnehin schon zum Denken an.)
Planungssicherheit und Geschäftskontinuität brauchen ein Rechenzentrum on-premises. Das war ja ursprünglich der Gedanke bei S/4 HANA (also bei der On-Premises-Edition): Wer sein Schicksal selbst steuern will, bleibt doch lieber mit den kritischen Daten und Arbeitslasten im eigenen Datacenter.
So weit, so gut. Viele haben es geschafft. Und jetzt? Den Kunden mit S/4 HANA mit einer On-Premises-Bereitstellung hat SAP kontinuierlichen Support für ihre Systeme bis 2040 zugesichert. Mitte 2023 hieß es dann: „maßgebliche Innovationen“, wie jene im Bereich der KI und des Nachhaltigkeits-Managements (Green Ledger), würden nur noch in der Cloud stattfinden und wären Anwenderorganisationen mit RISE-with-SAP- und GROW-with-SAP-Verträgen vorbehalten.
Weitere Tipps im folgenden eBook „Jetzt wird‘s Zeit: Tipps und Best Practices für die SAP S/4-HANA-Migration“:
Jetzt wird‘s Zeit: Tipps und Best Practices für die SAP S/4-HANA-Migration
SAP ist der Meinung, wenn der Kunde nicht in die Cloud kommt, muss die Cloud ins Rechenzentrum. Doch wie ist das möglich und welche Vorteile werden dem Kunden dabei versprochen?
Die Highlights des eBook:
Ein „cloudifiziertes“ S/4 HANA im eigenen Datacenter
Konkret soll es jetzt heißen: In den Genuss fortlaufender Innovationen kommen nur Nutzer von SAP S/4 HANA Cloud Private Edition und Extended Edition (oder SAP S/4 HANA Cloud Public Edition), und zwar nur jeweils im Rahmen von RISE-with-SAP-Verträgen (oder GROW with SAP). Betroffen von diesen Einschränkungen sind auch größere Funktionsbausteine und Erweiterungen auf dem Unterbau der Business Technology Platform (BTP). Gleichzeitig wollte SAP die Wartungsgebühren erhöhen. Der Aufschrei war groß.
On-Premises-Kunden wie auch Anwenderorganisationen mit einer gehosteten Hyperscaler-Implementierung von S/4 HANA, die betroffenen Hyperscale-Dienstleister und Managed-Services-Provider fühlten sich vor den Kopf gestoßen. Nachdem sie mit Mühe und Not die letzte Migration bewältigt haben, verlieren sie schon wieder dem Anschein nach den Boden unter den Füßen.
„Aus DSAG-Sicht ist das eine 180-Grad-Wende zu den bisherigen Äußerungen“, kritisierte Jens Hungershausen, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG). „SAP hatte zuvor behauptet, Verbesserungen nicht auf Cloud-basierte Angebote beschränken zu wollen.“ Der Tropfen brachte für viele das Fass zum Überlaufen. Gerade deutsche Anwender bevorzugen wohlüberlegt die S/4-HANA-Installation on-premises im eigenen Rechenzentrum und lassen sich die externen Clouds nicht schönreden.
Enttäuschung
„SAP lässt zahlreiche treue Kunden im Regen stehen“, so Hungershausen auf dem letztjährigen Jahreskongress der Anwenderunternehmen in Bremen im September. Wer in den vergangenen Jahren auf die On-Premises-Variante von S/4 HANA gewechselt sei und sich dabei auf die Zusagen aus Walldorf verlassen habe, würde damit den Anschluss an die begehrtesten Innovationen verlieren. Tatsächlich bestätigt dies SAPs eigener Roadmap Explorer: Die interessantesten Innovationen fließen nur bestimmten Editionen der SAP-Produkte zu und sind oft nur in Verbindung mit einem RISE-with-SAP-Abonnement nutzbar.
Zum Glück ist dies nicht gleichbedeutend mit einer Zwangsmigration in eine externe Cloud. Laut einer DSAG-Umfrage setzten Anfang des vergangenen Jahres 41 Prozent der Kunden S/4 HANA in der On-Premises-Version ein, acht Prozent haben die Private-Cloud-Edition im Einsatz und gerade einmal drei Prozent haben sich mit dem aktuellen SAP-Release in die Public Cloud getraut.
Durchblick schaffen: Erst durch das Exportieren der Roadmap aus dem SAP Roadmap Explorer in eine Excel-Datei offenbaren sich die Voraussetzungen; die interessantesten Innovationen fließen nur bestimmten Editionen der SAP-Produkte zu und sind oft nur in Verbindung mit einem RISE-with-SAP-Abonnement nutzbar.
(Bild: Martins/Kobylinska)
RISE with SAP
Mit RISE with SAP sollten die Kunden der Walldorfer Softwareschmiede einen einfachen und schnellen Weg zur Transformation in die Cloud erleben – über alle Aspekte von Geschäftsprozessen, Technologie und Infrastruktur hinweg. Doch viele wollten nicht „in den Wolken schweben“. Sie brauchen ihr SAP-System unbedingt im eigenen Rechenzentrum. Cloud hier, Cloud da.
Alles ist jetzt nur noch „Cloud“, oder wie? Das ist noch kein Widerspruch zum Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Die On-Premises-Variante, S/4 HANA, ist ein Softwareprodukt mit einer traditionellen Lizenz und wird vom Kunden selbst verwaltet. Die Cloud-Versionen (Public, Private und so weiter) sind hingegen verwaltete SaaS-Dienste, die SAP selbst managt, auch wenn sie beim Kunden auf seinen Systemen laufen.
Offener, als man denkt: Die technische SAP-Plattform im Überblick.
(Bild: SAP)
Die Option für die Bereitstellung von S/4 HANA Cloud im Kundenrechenzentrum ist Teil des Angebots RISE with SAP und beinhaltet Unterstützung für Dell Technologies „Apex“. Dies ermöglicht es Kunden, mehr Kontrolle über ihre Daten im Laufe ihres Lebenszyklus zu behalten. RISE schafft eine agile Infrastruktur als ein Service für die On-Premise-Bereitstellung von Cloud-Lösungen, die ein Kunde steuern kann, ohne kritische Arbeitslasten im Datenzentrum zu stören.
RISE with SAP ist ein Abonnement für die „reibungslose und sichere“ Cloudifizierung einer On-Premise-ERP – ein schließlich SAP ERP und SAP S/4 HANA. „Cloudifizierung“ und Cloud-Migration sind nämlich zwei verschiedene Paar Schuhe. Die „Cloudifizierung“ einer SAP-Bereitstellung ist nicht gleichbedeutend mit einem Umzug in die Cloud.
Im O-Ton aus Walldorf: „Mit RISE with SAP können Sie die Kontrolle behalten und Ihren Cloud-ERP-Investitionsschutz mit unserer Option für Kundendatenzentren sicherstellen.“ Das ist schon ziemlich eindeutig.
Das RISE-Paket deckt die aktuelle SAP-Produktgeneration S/4 HANA, die Business Technology Platform (BTP) für die Integration von Geschäftsanwendungen samt Daten-Management, KI/ML und Analysefunktionen sowie Migrations-Tools und Fortbildungsmaßnahmen ab. Am Ende dieser Transformation läuft die SAP-Bereitstellung im Kundenrechenzentrum, wo sie schon immer war, in Co-Location, bei SAP selbst oder in Hyperscale. Die SAP-Installation braucht deswegen noch lange nicht in ein externes Rechenzentrum verschoben zu werden, nur weil sie sich eine Private Cloud „schimpft“.
Doch in jeder Variante seiner SaaS-Angebote übernimmt SAP selbst (also nicht die IT-Teams der Anwenderorganisationen und nicht etwa die Hyperscaler) die kontinuierliche Verwaltung des laufenden Betriebs.
SAP will die „Cloudifizierung“ einer SAP-Bereitstellung – zur Klarstellung: auch diesmal liebend gerne im eigenen Rechenzentrum – den zögernden Kunden durch großzügig bemessene Gutscheine versüßen. Doch nicht zu früh freuen: Diese Gutscheine gehen mit zahlreichen Bedingungen im Kleingedruckten und noch einigen offenen Fragen einher.
Im Rahmen des „RISE with SAP Migration and Modernization“-Programms unterstützt SAP bevorzugt die S/4HANA Cloud Private Edition als Ziel. SAP will mit diesem Programm eine flexible, aber dennoch vollumfänglich kontrollierbare Cloud-Umgebung im Rechenzentrum schaffen, die den vollen Funktionsumfang von S/4 HANA in einer privaten Cloud bereitstellt. Das ist attraktiv für viele Unternehmen, die eine Umstellung auf das Bereitstellungsmodell „Cloud“ suchen, jedoch auf die Vorteile einer On-Premises-Lösung nicht verzichten wollen, sei es aufgrund spezifischer Anforderungen an Datenkontrolle oder Compliance oder auf Grund von Latenzanforderungen.
Gerade noch in 2023 hat die BMW-Gruppe einen RISE-with-SAP-Vertrag unterzeichnet, von links nach rechts: Gernot Rill, Katharina Jung, Dr. Nicolas Peter, Thomas Saueressig, Alexander Buresch, Ralf Scherer.
(Bild: SAP)
Zu den Voraussetzungen für die Gutschriften gehört die Einhaltung einer bestimmten Methodik von RISE with SAP. Diese von SAP vorgegebene Herangehensweise soll Planungssicherheit ermöglichen und Transparenz über den Projektfortschritt schaffen (das wäre nett), indem sie sicherstellt, dass die Anwenderorganisation wichtige Meilensteine erreicht hat, heißt es aus Walldorf.
SAP-Services und -Experten würden dafür sorgen, dass die Methodik von der Anforderungsanalyse bis zum Produktivstart konsequent Anwendung finde. SAP werde seine Partner entsprechend schulen und validieren (das kostet vermutlich den Kunden unterm Strich extra). Dennoch: Mehr Konsistenz und Qualitätssicherung der Partnerleistungen wären eigentlich ohnehin nicht zu viel verlangt. Stattdessen dürfte die Verwirrung im Zuge der geplanten Innovationen möglicherweise noch zunehmen.
Tipp: Das Webportal SAP for Me bietet SAP-Kunden einen personalisierten Einstiegspunkt und einen klaren Überblick über das gesamte Produktportfolio des Anbieters mit der Möglichkeit, die Lösungen unverbindlich auszuprobieren, damit man sich diese besser vorstellen kann.
Ein „SAP/Sandkasten“: Mit der Website „SAP for Me“ haben die Walldorfer ein Onlineportal entwickelt, das SAP-Kunden einen personalisierten Einstiegspunkt und einen klaren Überblick über das gesamte Produktportfolio bieten soll – mit der Möglichkeit, das eine oder andere unverbindlich auszuprobieren.
(Bild: Martins/Kobylinska)
*Das Autoren-Duo
Das Autorenduo besteht aus Anna Kobylinska und Filipe Pereia Martins. Die beiden arbeiten für McKinley Denali, Inc., USA.
Ihr Fazit lautet: SAP holt die „Cloud“ in das Kundenrechenzentrum. Der SAP-Betrieb wird dadurch zum On-Premises-Service.