Rechenzentrumsexpansion in Hessen Dietzenbach – Hier plant Mainova Webhouse das vierte Rechenzentrum

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Mainova Webhouse konkretisiert seine Ausbaupläne in Dietzenbach. Doch für das vierte Rechenzentrum benötigt der Betreiber zusätzliche Fläche. Dort soll dann eine Zentrale für die Einspeisung in das Fernwärmenetz entstehen.

Zu sehen: Die Zentrale der Mainova AG in Frankfurt am Main. Die Mainova Webhouse ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Mainova.(Bild:  Mainova AG)
Zu sehen: Die Zentrale der Mainova AG in Frankfurt am Main. Die Mainova Webhouse ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Mainova.
(Bild: Mainova AG)

Mainova Webhouse hat seine Pläne im Landkreis Offenbach Ende Oktober erstmals öffentlich im Ausschuss für Städtebau, Verkehr und Umwelt vorgestellt. Für den Bau benötigt der Betreiber zusätzliche Grundstücksfläche zwischen Dieselstraße und Assar-Gabrielsson-Straße.

Mainova Webhouse hatte bereits vor rund zwei Jahren mehrere Grundstücke in dem Gewerbegebiet erworben. Nun möchte das Unternehmen eine weitere, knapp 2.400 Quadratmeter große städtische Fläche hinzukaufen.

Der Magistrat hat dafür einen Verkaufspreis von 5,5 Millionen Euro angesetzt. Am 9. November 2026 soll die Stadtverordnetenversammlung über den Verkauf entscheiden. Im zuständigen Ausschuss zeichnet sich eine breite Mehrheit ab.

Zusätzliche Fläche für die Abwärmenutzung

Die zusätzliche Fläche benötigt Mainova Webhouse nach eigenen Angaben für eine Abwärmezentrale. Auf dem eigentlichen Rechenzentrumsgrundstück sei dafür nicht genügend Platz. Geplant sind große Wärmepumpen, die die Abwärme des Rechenzentrums für die Einspeisung in das Fernwärmenetz aufbereiten sollen.

Den Anschluss an das Fernwärmenetz soll die Energieversorgung Offenbach (EVO) übernehmen. Auch für den Bau der Abwärmezentrale ist nach den vorgestellten Plänen die EVO zuständig. Welche Wärmemengen das Rechenzentrum künftig bereitstellen kann, steht noch nicht fest. Ebenso wenig hat Mainova Webhouse bereits eine konkrete Nutzungsquote genannt.

Als Referenz verweist das Unternehmen auf sein Rechenzentrumsprojekt in Langen. Dort würden 50 Prozent der Abwärme genutzt. Ob sich dieser Wert auch in Dietzenbach erreichen lässt, hängt unter anderem von den noch ausstehenden Vereinbarungen mit der EVO ab.

Ökostrom und Kühlung ohne Trinkwasser

Bei der Vorstellung im Bauausschuss verwies Mainova Webhouse zudem auf ökologische Anforderungen. Die Rechenzentren des Unternehmens würden ausschließlich mit Ökostrom betrieben. Für die Kühlung komme kein Trinkwasser zum Einsatz. Außerdem sollen Dach und Fassaden des geplanten Gebäudes begrünt werden.

Konkrete Angaben zur IT-Leistung, zur Gebäudegröße oder zum geplanten Baubeginn des vierten Rechenzentrums liegen bislang nicht vor.

Fernwärmeausbau als kommunales Thema

Die Muttergesellschaft Mainova baut aktuell die Fernwärmeversorgung in der Region aus: In einer Pressemitteilung vom 2. Oktober 2026 berichtet der Energieversorger über den ersten Fernwärmeanschluss einer Frankfurter Schule im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Frankfurt.

Bis 2030 sollen rund 60 städtische Liegenschaften an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Dafür baut Mainova etwa zwölf Kilometer zusätzliche Leitungen. Die angeschlossenen Gebäude benötigen zusammen rund 28.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr.

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