Intel-Core-Ultra-Prozessoren Die Neuen punkten mit mehr Intelligenz, mehr Speed, weniger Energie

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 6 min Lesedauer

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Die neue „Core-Ultra“-Generation von Intel glänzt durch mehr Intelligenz und Leistung bei weniger Stromverbrauch. Anfang des kommenden Jahres erfahren Profi-ITler, was sie davon haben.

Die AI-Prozessoren von Intel sind eine Erfolgsstory - jetzt kommt mit „Core Ultra 200“ die zweite Generation. (Bild:  Intel)
Die AI-Prozessoren von Intel sind eine Erfolgsstory - jetzt kommt mit „Core Ultra 200“ die zweite Generation.
(Bild: Intel)

Mit einer weltweiten Telekonferenz, die anlässlich der „IFA“ aus Berlin übertragen worden ist,hat Intel am Dienstag der laufenden Woche seine neue Generation der Core Ultra-Prozessoren 200 (Serie 2) vorgestellt. Codename ist „Lunar Lake“. Sie wird das bisherige Modell „Core Ultra 100“ (Meteor Lake) ablösen.

Enthusiastisch hat Jim Johnson, Senior Vice President und Geschäftsführer der Client Business Group das Ereignis als wahren „Epochenbruch“ gefeiert. Derzeit stehen allerdings nur Consumer-Systeme mit den neuen Prozessoren zur Verfügung.

Vorbestellungen werden ab sofort entgegengenommen, in den Läden sind die Geräte ab 24. September. Fast jeder OEM wird sie rechtzeitig anbieten.

AI im PC: Voller Markterfolg

Professionelle Rechner sollen Anfang des kommenden Jahres folgen. Es ist davon auszugehen, dass die integrierten AI-Technologien früher oder später den Weg in alle Intel-Plattformen finden werden.

Mit AI-Funktionen angereicherte PCs scheinen den Nerv des Marktes zu treffen. Intel reklamiert für sich, dass die Intel-Hardwarepartner innerhalb der vergangenen neun Monate 20 Millionen AI-PCs mit entsprechenden AI-Beschleunigern verkauft hätten. AI ermöglicht auf den PCs Funktionen wie das Zusammenfassen von E-Mails oder die AI-gesteuerte Bearbeitung von Fotografien.

Runderneuerte Chips

Nun also kündigt Intel seine neuesten AI-Prozessoren (Core Ultra Series 2) 200. Der Lunar Lake wurde gegenüber dem Vorgängermodell runderneuert: Anders sind Cores, Grafik und AI. Dazu kommt eine erheblich gesteigerte Energie-Effzienz.

Anwender können Performance (P)- und Effizienz (E)-Cores nutzen - Die Aufteilung gibt es ja bereits für die Server-Recheneinheiten (siehe: „ CPU-Vorstellung auf der Computex 2024 Xeon 6: Intels ungleiche Zwillinge “) Dazu kommen NPU (Neural Processing Units) und GPUs.

Die auf Performance getrimmten Rechenkerne haben eine größere Verarbeitungsbreite, sind schneller und skalieren besser. Sie bringen bis zu 12 Megabyte gemeinsam genutzten Level-3-Cache mit. Die Leistung wurde nicht nur absolut, sondern auch pro Watt und bezogen auf die Fläche erheblich gesteigert, und zwar jeweils mit zweistelligen Prozentraten, betont Johnson.

Hochleistungsfähige Grafik

In jeder „Intel Arc“ GPU stecken acht Xe-Cores, 64 Vektormaschinen und 8 MByte Cache. Außerdem nutzen die Grafikkerne die neue Memory-Technologie LPDDR (Low Power Double Data Rate).

Die vier „P“-Cores der Prozessoren takten mit je bis zu 5,1 GHz , die „E“-Cores („Skymont“) mit bis zu 3,7 Gigahertz (GHz) Taktrate. Integriert sind Technologien wie Boost-Technology 2.0 für die Beschleunigung bei Spitzenlasten, „Speedshift“ für die Frequenzkontrolle über die Hardware zu Effizienz-Zwecken, Dynamic Tuning Tools für die Stromverbrauchsoptimierung und Deep Learning Boost für die Inferenz-Beschleunigung. „Smart Cache“ ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Memory-Inhalten zwischen P-, E- und Grafikkernen.

Effizienz-Core mit doppeltem AI-Durchsatz

Skymont verdoppelt gegenüber der Vorversion den AI-Durchsatz, hat eine verbesserte Verzweigungsprognose sowie eine ebenfalls erhöhte Verarbeitungsbreite und -tiefe. Der Level-2-Cache hat ein Volumen von 4 MByte.

Zu den Effizienzmechanismen gehört die automatische Anpassung von Bildhelligkeit, Bildwiederholrate und Kontrast abhängig von der Bildschirmaktivität. Mit Intel Dynamic Tuning werden AI und ML verwendet, um Leistung und Batterielebensdauer zu maximieren, gleichzeitig aber Abwärme und Lärm zu minimeren. OEMs können ihre Systeme mit geringem Aufwand ihren eigenen Vorstellungen anpassen.

Jim Johnson, Senior Vice President und Geschäftsführer der Client Business Group, sieht die zweite Generation der „Core Ultras“ als epochal an. (Bild:  Rüdiger/Intel)
Jim Johnson, Senior Vice President und Geschäftsführer der Client Business Group, sieht die zweite Generation der „Core Ultras“ als epochal an.
(Bild: Rüdiger/Intel)

Intel hat die Leistung der Systeme mit Spielen getestet. Dabei waren sie in der Grafikverarbeitung um 60 Prozent Energie-effizienter bei höherer Geschwindigkeit als AMD und doppelt so effizient wie Qualcomm.

NPU mit 120 TOPS

Die NPU schafft 120 Top/s (Billionen Operationen pro Sekunde). Dafür wurde jede einzelne Engine verbessert. Die MPU (Multi Processing Unit) ist viermal größer, Die GPUs wurden mit AI-Erweiterungen ausgerüstet. Insgesamt verdoppelt sich der AI-Durchsatz der Cores.

Xe Matrix Extensions (XMX), ermöglichen es, bis 67 Tops/s nur mit der GPU zu bewältigen. Die neue MPU schafft bis 48 Tops/s. „Das ist der schnellste AI-Beschleuniger in einem mobilen Prozessor“, betont Johnson.

20 Stunden Laufzeit

Intel reklamiert, dass „Lunar Lake der effizienteste x86er jemals“ sei. Der Verbrauch des SoC (System on Chip) sei um bis zur Hälfte geringer als bei der Vorversion. Das sei besonders der engen Zusammenarbeit mit vielen Partnern zu verdanken. Mit dem Lunar Lake ausgerüstete Rechner sollen 20 Stunden am Stück unter einer komplexen Workload laufen können.

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Die Leistungen von „Core Ultra 200“ sind in allen Bereichen erheblich gestiegen.(Bild:  Rüdiger/Intel)
Die Leistungen von „Core Ultra 200“ sind in allen Bereichen erheblich gestiegen.
(Bild: Rüdiger/Intel)

Trotz dieser Leistungssteigerungen bleibt die Softwarekompatibilität zur gesamten x86-Serie wie bisher gewahrt. Johnson: „Sie gehört zu unseren größten Stärken.“

Lenovo designt komplett neu

Die hohe Leistung der Lunar-Lake-Systeme sei auch erheblichen Investitionen der Intel-Systempartner zu verdanken. Darüber berichtete Luca Rossi, Präisident der Intelligent Device Group bei Lenovo.

Derzeit arbeite man gemeinsam an einer neuen Klasse an PCs. Hier werde das Design „vom Kopf auf die Füße gestellt“. Entlang der Anforderungen der Anwender werde buchstäblich jede Komponente neu entwickelt.

Herausgekommen seien eine „führende NPU-Leistung“ und ein komplett erneuertes Kühlungsdesign. Letzteres sei erforderlich geworden, um in einem nur 1 kg schweren Gerät mit entsprechend schlankem Design einen intelligenten Prozessor mit GPU unterzubringen. Das neue Gerät soll nur ein Kilo wiegen. Es wird heute von Lenovo in Berlin vorgestellt.

Kostenloser Laptop-Spielplatz für KI

Außerdem hat sich Lenovo für die Käufer seiner AI-PCs eine frei verfügbare Software für erste Erfahrungen mit der neuen Technologie ausgedacht: „AI-Playground“. Die Software läuft auf dem PC und ist mit nur einem Klick aktivierbar.

Sie bietet AI-Lösungen wie einen Bildgenerator mit „Stable Diffusion“, einem dafür geeigneten Modell, oder ein mit RAG (Retrieval Augmented Generation) angereichertes Sprachmodell. Damit lässt sich beispielsweise Python-Code generieren. Alles läuft ausschließlich lokal.

Neue Copilot+-PCs leisten mehr als Macbook Air

Michelle Johnston Holthaus, Executive Vice President und Geschäftsführerin der Client Computing Group bei Intel, rief Pavan Davuluri, Corporate Vice President Windows Devices bei Micrrosoft, auf die Bühne.

Pavan Davuluri, Corporate Vice President Windows Devices bei Micrrosoft, kündigt neue AI-Funktionen für Arbeitsplatzsysteme an.(Bild:  Rüdiger/Intel)
Pavan Davuluri, Corporate Vice President Windows Devices bei Micrrosoft, kündigt neue AI-Funktionen für Arbeitsplatzsysteme an.
(Bild: Rüdiger/Intel)

Der hatte ebenfalls Ankündigungen im Gepäck, die Fans von AI am Arbeitsplatz erfreuen dürften: Er kündigte neue „Copilot+“-PCs mit mehr Leistung und Intelligenz an. Die neue Generation werde 18 Prozent schneller sein als ein entsprechender „Macbook Air“ und doppelt so effizient.

Für die Sicherheit baut Microsoft in diese Systeme seine „Pluton“-Technologie für Sicherheit vom Chip bis in die Cloud ein. Schon im November sollen bestimmte Softwareverbesserungen per Windows-Software-Update verfügbar sein.

Dell XPS-13: 26 Stunden Laufzeit

Sam Burd, Präsident Cloud Solutions bei Dell, hat den neuen „Dell XPS-13“ mit aktuellem Core Ultra dabei gehabt. Das Gerät läuft 26 Stunden im Streaming-Betrieb und damit acht Stunden länger als sein Vorläufer.

Dazu kommen Neuerungen wie das industrieweit erste „Tandem“-OLED-Display mit einem effizienten Energie-Management, ein Keyboard, das die gesamte Breite des Geräts einnimmt und ein 'Seamless Trackpad'. Auch das Energie-Management wurde verbessert.

Sam Burd, Präsident Cloud Solutions, Dell, mit dem XPS-13: "26 Stunden Streaming".(Bild:  Rüdiger/Intel)
Sam Burd, Präsident Cloud Solutions, Dell, mit dem XPS-13: "26 Stunden Streaming".
(Bild: Rüdiger/Intel)

Holthaus kündigt, wie oben schon kurz erwähnt, Produkte für den professionellen Einsatz für Anfang 2025 an. So werde die „vPro“-Plattform durch die neue Prozessorgeneration mehr leisten und besser skalieren.

Core Utra 200 verwischt Grenze zwischen Profi- und Consumer-Systemen

Alex Cho, bei HP verantwortlich für Personal Systems, spricht von der „Neuerfindung von Produktivität für Geistesarbeiter.“ Man habe eine neue Basisplattform mit dem Lunar Lake gebaut. Sie biete mehr Leistung und HP Security mit AI-Funktionen.

Alex Cho, bei HP verantwortlich für Personal Systems, präsentiert den neuen „Omnibook Ultra Flip“.(Bild:  Rüdiger/Intel)
Alex Cho, bei HP verantwortlich für Personal Systems, präsentiert den neuen „Omnibook Ultra Flip“.
(Bild: Rüdiger/Intel)

Als Beispiel hat Cho ein „Omnibook Ultra Flip“ vorgeziegt. Das Gerät sei nicht nur sehr Energie-effizient, AI-es biete auch AI-Erweiterungen und HP-Sicherheit. Zudem seien die beliebten Conferencing-Funktionen allesamt weiter vorhanden.

HP will sein gesamtes Portfolio der Profi-PCs mit Lunar Lake ausrüsten. Cho: „Die Grenzen zwischen Consumer und Profi verschwimmen sowieso.“

Man darf gespannt sein, wie die dritte Generation der Core Ultras, Arrow Lake, die Leistungsgrenzen weiter nach oben verschiebt.

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