Wenn Digitalisierung und Vernetzung in den Unternehmen voranschreiten, Arbeitsprozesse automatisiert oder von KI-Anwendungen unterstützt werden, dann heißt das vor allem: Mehr Daten in kürzerer Zeit bewegen. Viele Unternehmen erweitern daher ihre Infrastruktur und/oder rüsten auf höhere Bandbreiten von mindestens 400G um. Die REWE Group nutzt die Gelegenheit.
„Precnnect SMAP-G2 19“ 2HE“- Trunk-Aufnahmegehäuse von Rosenberger OSI mit Teilfrontplatten und Bürstenleisten in der Front direkt unter Arista-Switch
(Bild: Rosenberger OSI)
Der Handelskonzern REWE Group modernisiert seine Glasfaser-Vernetzung in drei Rechenzentren an unterschiedlichen Standorten. Teil der Umstellung ist eine neue Transceiver-Technik und zusätzlich die Installation einer neuen Singlemode-Infrastruktur.
Die REWE Group ist einer der führenden deutschen und europäischen Handels- und Touristikkonzerne. Das Management der täglichen Aufgaben, das Erkennen von Konsumtrends und Kundenanforderungen, die Bereitstellung digitaler Services – es gibt unzählige Aufgaben, die nur mit einer zuverlässigen und leistungsfähigen IT zu schaffen sind. Um mit den stetig weiterwachsenden Ansprüchen Schritt zu halten, werden die hauseigenen Systeme kontinuierlich ausgebaut und modernisiert.
Im Rahmen eines solchen Projektes entschied sich der Konzern für die neue Grasfasertechnik. Die Umsetzung erfolgte in Rekordzeit: Obwohl jeweils die vorhandene Infrastruktur angepasst und auch erweitert wurde, konnte die Modernisierung aller drei Standorte in jeweils sechs Wochen abgeschlossen werden, die Projektierung mit eingerechnet. Angeheuert wurde Rosenberger OSI, auch weil man schon lange Geschäftspartnerschaft pflegt.
400G ist Usus
Für moderne Rechenzentrum sind Bandbreiten von 400G inzwischen „state of the art“, 800G und 1.6T stehen bereits in den Startlöchern. Zudem gehen die Innovationen bei der Steckertechnik weiter. Doch wie schnell sich der Bedarf an noch mehr Rechenleistung und Bandbreite ändert – und damit ein Update der Netzwerk-Komponenten nötig wird – lässt sich seriös nicht abschätzen.
Effiziente Steckverbindungen
Ein zentraler Baustein des Infrastruktur-Retrofits ist die Installation neuer Switches aus dem Hause Arista, deren Ports auf einen LC-Duplex Patch-Verteiler (CPL) abgebildet werden. Diese Technik hat von allem zwei Vorteile:
Zum einen werden die Switches lediglich einmal vor Inbetriebnahme final verkabelt. Gepatcht wird ausschließlich im Patch-Verteiler.
Zum anderen vermeidet eine herkömmliche Verkabelung über Trunks in Patch-Gehäusen und Anschluss der Transceiver mittels Patch-Kabeln den Einsatz von Steckverbindungen nahe der Switches. Diese würden zusätzliche Kosten verursachen und zu einer Dämpfung der Signale auf dem Lichtwellenleiter beitragen.
Erstmals setzte REWE auf „400GBASE-DR4 QSFP-DD“ Singlemode Transceiver, die mit einem „SN-Quad Optical Interface“ ausgestattet sind. [Anm. d. Redaktion:]400GBASE-DR4 ist der Ethernet-Standard für 400 Gigabit pro Sekunde (Gbits/s) über vier parallele Glasfaserpaare (je 100 Gbit/s), typischerweise für bis zu 500 Meter auf Singlemode-Faser und QSFP-DD ist das dazu passende passende Modulformat („Quad Small Form Factor Pluggable – Double Density“), das acht elektrische Lanes bereitstellt und eine hohe Port-Dichte ermöglicht. Kurz: Es handelt sich um ein steckbares Hochgeschwindigkeits-Optikmodul, das 400-Gigabit-Ethernet über mehrere Glasfaserkanäle liefert.
In der ersten Ausbaustufe kamen vier Switch-Blades pro Switch, jedes mit nur sechs anstatt der möglichen acht Transceiver bestückt, zum Einsatz. Im Vollausbau umfasst die Installation acht Switch-Blades je Switch, jedes Blade mit seinen maximal acht Transceivern bestückt, die im 19-Zoll-Rack jeweils 4 HE (Höheneinheiten) belegen.
„Preconnect“-Trunk im 64 Fasern Singlemode, LCC-APC auf SN-PC von ORpsenberger OSI
(Bild: Rosenberger OSO)
[Anm. d. Red.:] Solche Transceiver mit SN-Quad Optical Interface - SN („Senko Nano“) Connector ist ein besonders platzsparender Singlemode-Mehrfaserstecker und der Zusatz Quad bedeutet: vier unabhängige Fasern beziehungsweise vier optische Lanes in einem Modul.
Alt und Neu zu: ganz neu
Solche Technik ist seit etwa zwei Jahren auf dem Markt erhältlich, während sich die damit realisierte Methode des „Trunk-Kabel-Direktanschlusses“ (trunk direct attach) bereits seit 30 Jahren bewährt hat. Die vorliegende Verkabelungslösung erfordert werkskonfektionierte Trunk-Steckerpeitschen mit Vierergruppen von SN-Steckern, mit einer entsprechenden Port-Adressierung für den Direktanschluss der Transceiver.
Singlemode SN-PC EZ-Flip Stecker von Rosenberger OSI
(Bild: Rosenberger OSI)
Die neueste, „SN EZ-Flip“ genannte Bauform der SN-Stecker mit optimiertem Push-Pull-Verriegelungsmechanismus ermöglicht es, vor Ort die Polarität zu wechseln, ohne Gefahr zu laufen, die Fasern dabei zu brechen . Die „Preconnect“-Verteilköpfe der Trunks bestehen aus dünnen, gelfreien I-B(ZN)BH Bündeladerkabeln.
[Anm. der Red.:] I-B(ZN)BH-Bündeladerkabel ist eine in Deutschland gängige Bezeichnung aus der Kabelnormung (DIN/VDE) für nicht brennbare, halogenfreie Glasfaserkabel, die aus mehreren Bündeladern bestehen. Die Buchstaben geben Aufbau und Brandschutz an.
I-: Innenkabel (für die Installation innerhalb von Gebäuden).
B: Bündelader-Aufbau (mehrere Faserbündel in einem Kabel).
(ZN): Nichtmetallisch („Zentral Non-metal“), d. h. ohne metallische Zugentlastung.
BH: Halogenfrei + mit verbessertem Brandverhalten (flammbeständig, geringe Rauchentwicklung).
Sie entsprechen der höchstmöglichen Brandschutzklasse B2ca der BauPVO (CPR). Weitere Merkmale sind Zugfestigkeit bis 3000 N und ein integrierter nichtmetallischer Nagetierschutz.
Flexibel ausbaubar…
Jeder Switch wird über je 4 64-faserige, 32 SN-Ports umfassende Singlemode-Trunk-Kabel mit dem Patch-Verteiler verbunden, ein Trunk pro Switch-Blade. Zum Start wurden die 4 Blades pro Switch nur mit je sechs anstatt der maximal möglichen acht SN-Quad-Transceiver bestückt. Zudem sind zunächst nur vier der acht möglichen Blades pro Switch eingesetzt.
Stand: 08.12.2025
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Das Trunk-Aufnahmegehäuse von Rosenberger OSO beitzt eine modulare Rückseite zur anwenderfreundlichen, werkzeuglosen Trunk-Iinstallation, in der Aufnahme direkt unter Arista-Switch.
(Bild: Rosenberger OSI)
Die SN-Trunk-Peitschen sind jedoch bereits für die höhere Ausbaustufe konfektioniert; die zunächst überzähligen beiden Vierergruppen pro Switch-Blade liegen daher bereits im Inneren der „SMAP-G2 2HE“-Trunk-Aufnahmegehäuse direkt unterhalb der Switches bereit. Werden die Switch-Blades später mit den beiden fehlenden Transceivern nachgerüstet, können diese mit einem einfachen Handgriff mittels der beiden bereitliegenden SN-Steckerpeitschen angeschlossen werden.
…und investitionssichernd
Im Patch-Verteiler sind Preconnect SMAP-G2 SD 19“ 3HE Gehäuse von Rosenberger OSI im Einsatz, welche sich durch die hohe Modularität ihrer Front- und Rückseite und ihres kunststoffreduzierten Designs durch eine niedrige Brandlast auszeichnen. Die modulare Front- und Rückwand ermöglichen die anwenderfreundliche, werkzeuglose Installation weiterer Trunks bei Nachbestückung der Switches mit weiteren Blades.
„SMAP-G2 19“ 3HE“-Verteilgehäuse mit LCQ-APC Kupplungen im Patch-Verteiler von Rosenberger OSI
(Bild: Rosenberger OSI)
Das 19-Zoll-Gehäusesystem ist in verschiedenen Varianten mit unterschiedlicher Port-Zahl und -ausführung mit 1, 2, 3 oder 5 HE in 200 oder 300 Millimeter Tiefe erhältlich. Zur servicefreundlichen Montage tragen zum einen der modulare Aufbau bei, als auch die Preconnect-Vierkantschnittstelle, die eine werkzeuglose Befestigung der Trunk-Kabel ermöglichen.
Hinzu kommt eine Vielzahl von leicht austauschbaren Rückwänden zur Kabelabfangung. Zudem ist ein Mischbetrieb von LWL- und Kupferverkabelungen möglich.
Die Vorteile von Patch-Verteilern
Ein Patch-Verteiler trägt wesentlich zu Effizienz und Ausfallsicherheit im Rechenzentrum bei. Die wichtigsten Vorteile sind:
Strukturierte Verkabelung: Beitrag zu einer übersichtlichen Netzwerkstruktur ohne Kabel-Chaos.
Flexibilität und Skalierbarkeit: Änderungen am Netzwerk sowie Erweiterungen können ohne große Umbauten oder Neuverlegungen erfolgen.
Schutz der Glasfaserkabel: Der Patch-Verteiler reduziert mechanische Belastungen und senkt so das Risiko für Kabelbrüche oder -beschädigungen.
Wartungsfreundlichkeit: Erleichtert das Umstecken und den Austausch von Verbindungen, so dass sich Fehler schneller identifizieren und beheben lassen.
Performance und Signalqualität: Saubere und verlustarme Verbindungen statt unnötiger Verlängerungen vermeidet Signalverluste.
Zukunftssicherheit: Unterstützt verschiedene LWL-Standards und Steckertypen, lässt sich auch auf neue Standards umrüsten.
Und in Zukunft?
Sollten die Switches bei einem künftigen Technologie-Update gegen Geräte mit einem anderen Steckergesicht ausgetauscht werden, können die Trunks mit ihren SN-Steckerpeitschen auf der Switchseite weiterverwendet werden. Die Teilfrontplatten mit Bürstenleisten in den SMAP-G2 19“ 2HE Trunkaufnahmegehäusen direkt unter den Switchen werden gegen solche mit SN-Kupplungen ausgetauscht .
Mittels hybride SN auf Stecker X Patch-Kabel lassen sich die Trunks weiternutzen. Im Patch-Verteiler muss nichts geändert werden, so dass die hier eingesetzte LWL-Verkabelung einen hohen Investitionsschutz gewährleistet und die Umrüstung mit geringem Aufwand ermöglicht.
*Der Autor Harry Jacob ist freier Autor. Der Artikel hat er im Auftrag von Rosenberger OSI verfasst. Sein Fazit lautet: Für Rechenzentrumsbetreiber, wie hier die REWE Group, ist es daher ein enormer Vorteil, wenn die Investition von heute beim nächsten Technologie-Update nicht komplett verloren ist, sondern angepasst werden kann. Servicefreundliche, modulare Komponenten, die sich an künftige Standards anpassen lassen, reduzieren den Umbauaufwand, vermeiden unnötige Kosten für Neuanschaffungen und dienen nicht zuletzt auch den Nachhaltigkeitsbemühungen, indem die Lebensdauer verlängert und damit Ressourcen geschont werden.