Hyperkonvergenz - Einschalten und loslegen?

Das Pro und Contra moderner Appliances

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Managed-Appliances: Hardware und Dienste

Bei einer Managed-Appliance handelt es sich um einen Dienst, der als eine Lösung für eine konkrete Aufgabenstellung über einen definierten Zeitraum mit leihweise bereitgestellter Hardware des Providers gebündelt wird. Diese Form der Bereitstellung ist besonders bei Datenbackups sehr beliebt.

Abbildung 4: Sophos bietet „Secure E-Mail Gateway“ in drei Editionen an: als eine Hardware-Appliance, eine Managed-Appliance und eine virtuelle Appliance an.
Abbildung 4: Sophos bietet „Secure E-Mail Gateway“ in drei Editionen an: als eine Hardware-Appliance, eine Managed-Appliance und eine virtuelle Appliance an.
(Bild: Sophos)

Arkeia WD Network Backup“ von Arkeia und Western Digital ist eine Managed-Appliance. Die Lösung umfasst eine Hardware-Einheit und einen Dienst. Der Anbieter installiert beim Kunden eine Hardware-Appliance, die für lokale Datensicherungen verantwortlich zeichnet sowie die Notfallwiederherstellung aus aktuellen Backups ermöglicht, und richtet die Datenreplikation zwischen Kundenstandorten und den eigenen Datencentern ein. Der Kunde kann die eigenen Präferenzen über ein Web-Interface einstellen; der Dienstleister übernimmt die laufende Administration der eigenen Lösung.

Managed-Appliances adressieren Unternehmen, welche die technische Administration bestimmter IT-Funktionsbereiche lieber auf einen externen Dienstleister auslagern möchten, sei es weil sie viele kleine Standorte gleichwertig abdecken müssen oder weil sie intern die nötigen Kompetenzen für die jeweilige Aufgabe in dem benötigten Umfang in einem akzeptablen Zeitrahmen aus anderen Gründen nicht bereitstellen können.

Virtuelle und hybride Appliances

Bei virtuellen Appliances handelt es sich um eine fertig verpackte Software in einer mehr oder weniger geschlossenen VM, die entweder im eigenen Datencenter oder im Rechenzentrum eines Drittherstellers auf einer Plattform wie „VMware vSphere“ läuft. Virtuelle Appliances eignen sich hervorragend zu Lern- wie auch zu Testzwecken. So können Administratoren vor der Anschaffung einer Hardware-Appliance eine virtualisierte Variante der gebotenen Lösung im Hinblick auf ihre Eignung für das avisierte Anwendungsszenario auf die Probefahrt nehmen, ohne durch die Gegend zu reisen oder Hardwarekisten zu verkabeln.

Abbildung 5: Das administrative Web-Frontend der UTM-Appliance von Sophos
Abbildung 5: Das administrative Web-Frontend der UTM-Appliance von Sophos
(Bild: Sophos)

Ein Beispiel für eine rein virtuelle Appliance ist die vielfach preisgekrönte „Unitrends Enterprise Backup“ (UEB) für VMware vSphere, „Microsoft Hyper-V“ und Linux (RHEL oder CentOS). Die Appliance beherrscht adaptive Deduplizierung auf Byte-Ebene, die Wiederherstellung ganzer Systeme auf „rohem Metall“ (kurz: BMR) und die Replikation auf die Unitrends-Cloud wie auch alternative Wolken-Dienste anderer Anbieter (via Cloud Hook). Sie ist nicht an eine konkrete Hardware gebunden und kann bestehende Systeme im Backup sichern.

Allerdings hat sie aber auch einen gravierenden Nachteil: Die virtuelle UEB-Appliance kann nur DAS-Speicher, also direkt angeschlossene Speichersysteme (in anderen Worten solche, die aus der Perspektive des jeweiligen Hypervisors als „intern“ erscheinen) und maximal ein einziges externes Array abdecken. Wer diese Empfehlung auf die leichte Schulter nimmt und mehrere Arrays einbindet, kann einen massiven Datenverlust erleiden. Sollte einmal auch nur ein einzelnes externes Array offline gehen, wird das Backup zerstört.

Mit der konvergenten Infrastruktur-Appliance der XC-Serie auf der Basis von Nutanix ist dieses Szenario ausgeschlossen (siehe Abschnitt „Konvergente Hardware-Appliances: Dell XC Web-Scale von Dell/Nutanix“). Anbieter wie Dell zeigen sich bemüht, durch die Integration virtueller Appliances mit dem Hypervisor eigener Hardware zusätzliche Leistungsvorteile in hybriden Appliances zu erzielen.

So bietet zum Beispiel die kürzlich vorgestellte „Dell Precision Appliance for Wyse“, die Dell-eigene Thin-Client-Plattform für VDI, auf der Basis von „VMware Horizon“ die Leistung einer Workstation in einer virtualisierten Desktop-Umgebung. Um grafikintensive Anwendungen via VDI zu ermöglichen, hat Dell die Appliance mit dedizierten GPU-Pass-Through- und Shared-„Nvidia-Grid“-vGPU-Fähigkeiten ausgestattet. Dell ist klar intensivst dabei, sich neu auszurichten, und das Konzept von Appliances neu zu definieren. Im Übrigen bietet Nutanix eigene Hardware-Appliances für Datencenter an.

Das Autorenteam:

Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska arbeiten bei der Soft1T S.a r.l. Beratungsgesellschaft mbH, McKinley Denali Inc. (USA).

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