Dieselgeneratoren taugen als Energielieferanten für positive Minutenreserve

Das Datacenter als Stromquelle nutzen

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Worauf es ankommt: Positive Minutenreserve

Die Stromwirtschaft basierend auf erneuerbare Energien leidet unter starken Schwankungen: Nicht immer scheint die Sonne und der Wind bläst auch mal in der Nacht, wenn der Strombedarf gesunken ist. Dazu kommt die ungleiche lokale Verteilung von Erzeugung und Abnahme der Energie: Erzeugt wird in den Windparks im Norden, verbraucht wird im Süden.

Minutenreserve(Bild:  Next Kraftwerke GmbH)
Minutenreserve
(Bild: Next Kraftwerke GmbH)

Damit Stromspitzen jederzeit und an jedem Ort abgedeckt werden, befinden sich einige Gas-, Pumpenspeicher- oder Blockheizkraftwerke im Wartezustand um innerhalb weniger Minuten Strom liefern zu können, das nennt sich „Minutenreserve“ oder auch „Tertiärregelung“. Sie definiert sich als die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven zum Ausgleich von Schwankungen im bundesdeutschen Stromnetz nach einer Vorlaufzeit von 15 Minuten.

Über Béla Waldhauser als Juror

Dr. Béla Waldhauser ist CEO der Telehouse Deutschland GmbH und zeichnet per April 2014 für das integrierte operative Geschäft der KDDI und Telehouse in Deutschland insgesamt verantwortlich. Telehouse stellt weltweit Rechenzentren und Netzwerkanbindungen zur Verfügung, die zusammen mit dem Management von IKT-Lösungen eine sichere und leistungsfähige Plattform für geschäftskritische IT-Systeme und -Lösungen schaffen.

Das Angebot von Infrastructure as a Service bei Telecloud rundet das Infrastruktur und Managed Services Portfolio für länderübergreifende integrierte IKT-Cloud-Angebote aus einer Hand ab. 1989 gegründet, wurde Telehouse der erste neutrale Co-Location-Anbieter Europas, der heute weltweit in Wirtschaftsmetropolen 42 Rechenzentren betreibt.

Als einer der Experten in der Branche leitet Waldhauser beim Eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. den Arbeitskreis für Rechenzentren. Im Juli 2014 hat ihn das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berufen, sich aktiv bei der neu zu etablierenden Strategie Plattform „IKT in H2020“ einzubringen.

Waldhauser ist Mitglied der Jury, die über die Vergabe des "Deutschen Rechenzentrumspreis" entscheidet. Die Bewerbung des Borderstep Instituts beschäftigt sich ebenfalls mit dem dem Rechenzentrum als Bestandteil eines Energie-Grid: „Datacenter Power Plant: Rechenzentren als Rückgrat der Energiewende“.

Nun könnte man, so die Überlegungen von Dr. Waldhauser, auch die Dieselgeneratoren in den Rechenzentren als positive Mindestreserve nutzen. Die Telehouse hat allein im Raum Frankfurt 18 Dieselgeneratoren in Betrieb, die alle „voll aktiv und betriebsbereit“ sind, das bedeutet, dass sie, ähnlich wie ein Diesel-PKW, vorgewärmt auf ihren Einsatz warten – der aber hoffentlich niemals kommt.

Dank der externen Vorwärmung sind die Aggregate innerhalb von 20 bis 30 Sekunden angelaufen „und benötigen dann vielleicht noch einmal ein bis zwei Minuten bis sie untereinander und mit der Stromkurve synchronisiert sind“, rechnet Waldhauser vor. Der Anlaufprozess im und für das Rechenzentrum ist automatisiert, das bedeutet, dass vorgeschaltete Systeme einen Stromabfall bemerken und die Dieselgeneratoren „anwerfen“. Die Zeit dazwischen puffern Batterien ab.

Bislang existiert es nur als Idee

Die – sauber definierten – Prozesse sind also vorhanden, um eventuell auch externen Stromhungrigen einen sicheren Zugang zur Leistung der Dieselaggregate zu erlauben. Für Waldhauser ist dies eine von zwei unabdingbaren Voraussetzungen dafür, die Leistung der für das DC lebenswichtigen Dieselmotoren als Minutenreserve anzubieten.

Die andere ist naheliegend: Die Priorität des eigenen Geschäfts, sprich im Bedarfsfall hat das DC natürlich Vorrang.

Was derzeit nur als Idee existiert, könnte sich demnächst als lukrativer Zusatzverdienst für Rechenzentrumsbetreiber erweisen. Waldhauser kann mit den 18 Dieselgeneratoren mindestens den Strombedarf von 20.000 Haushalten decken, mithin eine Kleinstadt mit Energie versorgen. Wie gesagt, der Energiebedarf der Rechenzentren steigt – warum nicht auch die Wachstumschancen bei der Einspeisung?

Béla Waldhauser auf dem Hosting & Service Provider Summit 2015

Dr. Dr. Béla Waldhauser ist Chief Executive Officer der Telehouse Deutschland GmbH und zeichnet per April 2014 für das integrierte operative Geschäft der KDDI und Telehouse in Deutschland insgesamt verantwortlich. Er gehört zum Beirat der Veranstaltung „Hosting & Service Provider Summit 2015“.

Die Veranstaltung der Vogel IT-Akademie findet am 21. und 22. Mai dieses Jahres in der Villa Kennedy, Frankfurt am Main, statt. Besucher können Waldhauser dort antreffen; er gehört zu den Moderatoren der Informations- und Diskussions-Plattform für Hoster und Managed Service Provider.

Frühbucherrabatt

Bei Anmeldung bis zum 27. März beträgt die Teilnahmegebühr inklusive Übernachtung nur 490 Euro (zzgl. MwSt.) – exklusive Übernachtung reduziert sich der Preis auf 290 Euro (zzgl. MwSt.). Weitere Angaben zu den Teilnahmekonditionen finden sich unter dem Link.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und systemischer Coach in München.

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