Rechenzentrumsexpansion in Brandenburg 180-MW-Rechenzentrum in Trebbin – Was bislang bekannt ist

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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In Trebbin soll ein Rechenzentrum mit einer Gesamtleistung von 180 MW entstehen. Die Vorbereitungen des Bauvorhabens laufen, doch für den Betrieb fehlen noch Genehmigungen – und die Zustimmung der Stadt zum Schornstein.

Was bislang über das Vorhaben in Trebbin, im Landkreis Teltow-Fläming, bekannt ist.(Bild:  DNS:NET)
Was bislang über das Vorhaben in Trebbin, im Landkreis Teltow-Fläming, bekannt ist.
(Bild: DNS:NET)

Am Ortseingang von Trebbin in Brandenburg, nahe des Möbellagers Porta, soll ein Rechenzentrum mit rund 180 Megawatt (MW) elektrischer Gesamtleistung entstehen. Die Stadt teilt mit, für zwei Gebäude und ein Umspannwerk seien die Genehmigungen erteilt, mit dem Bau werde nun begonnen.

Für den Betrieb braucht es allerdings noch Genehmigungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Außerdem müssen die Stadtverordneten einer größeren Schornsteinhöhe zustimmen.

Das Projekt: 180 MW, zwei Gebäude, 18,1 Hektar

Für die 18,1 Hektar besteht bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Im Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung von EWE Netz ist das Rechenzentrum schon als Teil der Dekarbonisierung berücksichtigt. Dort heißt es, vorgesehen sei „die Errichtung zweier Rechenzentrumsgebäude“. Zu den Zahlen: „Berechnungen des Vorhabenträgers weisen auf eine elektrische Gesamtleistung von rund 180 MW hin. Abhängig vom tatsächlichen PUE-Wert ergibt sich daraus eine IT-Leistung zwischen etwa 128 und 150 MW.“ Das entspricht rechnerisch einem PUE von etwa 1,2 bis 1,4.

Im Flächennutzungsplan der Stadt Trebbin handelt es sich um die „Fläche G4“.

Der Investor: SDC Capital baut in Frankfurt aus

Hinter dem Vorhaben steckt SDC Capital. Das US-Investmentunternehmen ist auf digitale Infrastruktur spezialisiert. Allein im Raum Frankfurt plant es vier Projekte: 65 MW in Offenbach („FRA-04“), einen 140-MW-Campus in Frankfurt („FRA-03“), ein Single-Tenant-Rechenzentrum mit 40 MW („FRA-02“) und einen 180-MW-Campus („FRA-01“).

Was noch fehlt: BImSchG-Verfahren und Schornstein

Zuständig für das BImSchG-Verfahren ist das Landesamt für Umwelt (LfU). Geprüft werden unter anderem Wasser und Abwasser, Energieversorgung, Wärmeentwicklung, Geräuschimmissionen und Abgase. Die Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen, so die Stadt.

Die Zustimmung zur Schornsteinhöhe soll aus Sicht der Stadt erst folgen, wenn die städtebaulichen Belange in einem städtebaulichen Vertrag geregelt sind. Darüber verhandle die Verwaltung derzeit mit dem Investor. Eine Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung sei eingebunden. Einen ersten Fragenkatalog habe die Stadt dem Investor bereits übermittelt. Er soll offene Punkte zu Auswirkungen und Betrieb klären.

Man warte aktuell auf das Ergebnis von mehreren rechtlichen Prüfungen – insbesondere im Hinblick auf Umweltbelange, heißt es auf der Webseite der Stadt Trebbin. Sobald diese abgeschlossen sind, werde es zu einer öffentlichen Präsentationsveranstaltung kommen. Ursprünglich war diese für den 4. November geplant, der neue Termin ist noch nicht bekannt.

Die Vorgeschichte: Schon einmal am Schornstein gescheitert

Wie Golem im vergangenen Jahr berichtete, scheiterte ein früherer Anlauf am Schornstein: Er war 2,5 Meter zu hoch geplant. Bürgermeister Ronny Haase kritisierte außerdem das Thema Gewerbesteuer. Damals war ein Google-Rechenzentrum vorgesehen. Google zog sich laut Golem zurück.

Betreiber noch offen

Wer das Rechenzentrum betreiben wird, ist noch nicht bekannt. Amazon baut aktuell in Brandenburg seine Kapazitäten für die „AWS European Sovereign Cloud“ aus. Der Standort Baruth/Mark liegt rund 35 Kilometer von Trebbin. Fest steht bislang nur der Baustart. Betriebsgenehmigung, Schornstein und Betreiber sind weiter offen.

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