Das Content Management System Wordpress arbeitet auf vielen Ebenen gut mit WooCommerce zusammen. Doch ist das Plug-in für die einstige Blog-Software eher etwas für Anfänger – oder ist es auch für Online-Shop-Profis eine smarte Lösung?
Basierend auf PHP lässt sich das Shop-System WooCommerce von erfahrenen Entwicklern leicht anpassen und erweitern.
Der E-Commerce-Bereich wächst und wächst – und öffnet sich immer weiter auch für Unternehmen, die mit wenig, bis keinen Vorkenntnissen den Handel über Ihre Webplattformen vorantreiben wollen. Dabei starten viele mit dem weltweit beliebtesten CMS: Wordpress. Es ist für seine Einfachheit und Benutzerorientierung bekannt und hat es seit seinen ersten Tagen als Blog-Software weit geschafft.
Wordpress: Das einfache CMS der vielen Möglichkeiten
Mehr als die Hälfte aller CMS-basierten Webseiten weltweit läuft über WordPress. Statt auf ein überfrachtetes System setzt das amerikanische Publishing-Tool auf einen riesigen Pool von Plug-ins, mit denen es sich punktuell um gewünschte Funktionen erweitern lässt. Eines davon, WooCommerce für die Erstellung von Online Shops, wurde über 15 Millionen Mal heruntergeladen.
Rund drei Millionen aktive Shop-Systeme weltweit basieren inzwischen auf WooCommerce. Die E-Commerce-Erweiterung selbst kann durch weitere Plug-ins funktional ergänzt werden. Außerdem sind alle Bestandteile von WordPress hervorragend dokumentiert und eine riesige Community hilft bei technischen Problemen. Doch trotz oder gerade aufgrund dieser Gründe sind erfahrene Entwickler bisweilen zumindest noch skeptisch, was das Wordpress-Plug-in WooCommerce angeht. Zu Recht?
Vom Blog zum Online-Shop: Kann es so einfach sein?
Die WordPress-Entwickler von „Automattic“ wussten, was sie taten, als sie WooCommerce 2011 auf den Markt schickten. Wer mit WordPress vertraut ist, erkennt in WooCommerce eine naheliegende und praktische Lösung, um die vorhandene Webseite um einen Shop zu ergänzen.
Aber auch andersherum funktioniert es: Wer WooCommerce nutzt, kann mit Wordpress ein Informationsangebot in Form einer Webseite oder eines Blogs nachträglich anbinden. So verwundert es nicht, dass ein Großteil der heutigen Online Shops über WooCommerce kleine bis mittelgroße Internet-Verkaufsstellen sind, die oft nur semi-professionell betrieben werden und eine schnelle und kostengünstige Lösung begrüßen.
Wer dagegen ein großes E-Commerce-Projekt mit hohen Ansprüchen plant, sucht vor allem eine Funktionalität, die …
auch bei einem großen Warenangebot eine gute Übersicht garantiert, …
die Pflege von Waren und Produkte unkompliziert und …
sehr individuelle Anforderungen umsetzbar macht.
Offensichtlich rückt genau diese Zielgruppe immer mehr in den Blick der Macher hinter WooCommerce.
Wo auch Web-Entwickler profitieren – und wo nicht
Heute punktet WooCommerce zum Beispiel mit seiner Code-Architektur. Basierend auf PHP lässt sich das Shop-System von erfahrenen Entwicklern leicht anpassen und erweitern. Komplexe Commerce-Angebote wie Magento oder Shopware fokussieren sich darauf, tausende von Produkten und deren entsprechende Logistik effizient zu verwalten. Kann WooCommerce hier in Konkurrenz treten?
Noch Lücken bei Warenwirtschaft und Marktplatzanbindung
Die Strukturen im Kern der WooCommerce-Applikation umfassen noch kein „onboard“ Warenwirtschaftssystem (WWS). Ist das Produkt-Portfolio derart umfangreich, dass Warenfluss und Lagerhaltung ein entscheidender Faktor sind, kann der Griff zu komplexeren, aber damit oft auch funktionsreicheren E-Commerce-Systemen lohnen.
Die Anbindung an die großen Marktplätze steht
Ein Auftritt auch auf den Marktplätzen der Global Player Ebay oder Amazon ist für große Shop-Betreiber fast ein Muss. Hier hinkte WooCommerce länger hinterher. Das hat sich mittlerweile aber geändert. Dank der hunderten Erweiterungen für das Wordpress-Plug-in lässt sich sogar der heiße Draht zu Alibaba und Co. herstellen.
Auch Dropshipping lässt sich per Plug-in lösen
„Dropshipping“, also der Direktversand vom Hersteller zum Kunden ohne Zwischenweg über den Händler, erfreut sich immer größerer Beliebtheit – und WooCommerce profitiert davon. War es ursprünglich nicht für diese Form des Verkaufs konfiguriert, bieten auch hier Plug-ins unkomplizierte Workarounds.
Quo vadis WooCommerce?
Halten wir fest: Immer wieder werden Trends erkannt, sei es vom „Automattic“-Team selbst oder von externen Entwicklern, die dann ein Plug-in für das bekannte Online-Shop-System kreieren. Und ein Ende dieser positiven Entwicklung ist nicht in Sicht. Umso wichtiger ist es, der Leistung gerecht zu werden. Wer WooCommerce nutzt, sollte ein paar grundsätzliche Regeln nicht außer Acht lassen:
1. PageSpeed nicht durch Plug-ins bremsen
Wächst ein E-Commerce-Projekt, zahlt sich eine durchdachte Hosting- oder Serverbasis-Planung aus. Ein gut besuchter Online Shop kann einen Webserver unter der Auslastung von tausenden von Interpretations-Zyklen schnell in die Knie zwingen.
Ein sinnvoller Indikator dafür ist das PageSpeed-Tool von Google. Schlägt dieses ins Orangene oder gar Rote um, sind oft Schwächen in der Applikation schuld an den zu langsamen Ladezeiten. Die wiederum können durch schlecht programmierte Plug-ins entstehen. Wie bei allen Wordpress-Projekten gilt es daher, die unmittelbaren Auswirkungen installierter Plug-ins auf die Performance zu checken.
Stand: 08.12.2025
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Grundsätzlich gilt: Ein gutes WooCommerce-System sollte so schlank wie möglich sein. Wer befürchtet, sich in komplizierten Plug-ins zu verzetteln, kann auf die Hilfe erfahrener Hosting-Anbieter wie DomainFactory setzen. Mit speziell optimierten WooCommerce-Hostings und einem perfekt aufeinander abgestimmten Portfolio an zusätzlichen WooCommerce-Plug-ins ist optimale Server-Power garantiert. Und nicht nur das: Premium-Erweiterungen im Wert von 4.500 € sind inklusive!
2. Finger weg vom Parent-Theme!
Wordpress- und WooCommerce-Nutzen sollten Änderungen am Theme so gering wie möglich halten. Wählen Sie stattdessen ein (zur Not auch kostenpflichtiges) Theme und passen Sie Farben, Schriften und Bildelemente im Back-End oder per CSS-Definitionen an – ohne im Quellcode der Templates herumzubasteln.
Wer tiefer in die WordPress- und WooCommerce-Programmierung eingreifen will, sollte dies keinesfalls am Ursprungsort des Template oder Plug-ins tun. Sonst werden Änderungen überschrieben, wenn eine neue Version des Theme eingespielt wird. Besser: Legen Sie ein Child-Theme an und kopieren Sie das zu bearbeitende Template oder den Ordner des WooCommerce-Plug-ins in den Child-Theme Ordner. Dateien in diesem Ordner werden beim Rendering priorisiert.
3. Performance boosten mit Server-Caching
Caching von Produktbilder und bereits vom Server assemblierte Seiten reduziert die Serverlast erheblich. Setzen Sie auf Funktionen wie Lazy Loading, damit Bildinhalte erst dann geladen werden, wenn sie in den Viewport des Besuchers gelangen. Je größer die Produktübersichts- oder Suchergebnisseiten, umso mehr Ressourcen lassen sich so sparen.
Ein kleiner Tipp: In vorkonfigurierten WooCommerce-Hostings bei einem Anbieter wie DomainFactory sind ein optimiertes Caching und die Bereitstellung von performancegerechten Bildergrößen und -Dateiformaten gleich mit dabei.
4. Nur sicher ist sicher
Online-Shops müssen die Türen zu Kundendaten und Co. gut sichern. Wer WordPress mit WooCommerce nutzt, sollte schon bei der Installation von WordPress nicht den Standard-Administratornamen „admin“ wählen, sondern zumindest einen individuellen Benutzernamen passend zum guten Passwort. Wer in den Datenbanktabellen ein eigenes Kürzel als Präfix verwendet, erschwert den Zugriff auf die standardisierte Tabellenstruktur, sollten sich durch Plug-ins einmal tatsächlich Sicherheitslücken ergeben.
Marc Hillebrand
(Bild: DomainFactory)
Apropos Plug-ins: Wer die lädt, kann den Standard-Pfad „/wp-admin/“ für den Backend-Login deaktivieren. Und mit dem Plug-in „Germanized Pro“ erfüllt die Kombination aus WordPress und WooCommerce unschlagbar einfach alle hiesigen rechtlichen Anforderungen an den Datenschutz. Bei anderen E-Commerce-Systemen ist das oft deutlich aufwändiger.
* CMS-Experte Marc Hillebrand ist 31 Jahre alt und arbeitet bei DomainFactory. Der erfahrene Produkt Marketing Manager entwickelt nicht nur selbst gerne Webseiten, er kennt sich auch mit den gängigsten CMS und Programmiersprachen bestens aus. Sein Fachwissen gibt der versierte Content-Management-Profi gerne in hilfreichen Fach- und Ratgeberbeiträgen rund um WordPress-Hosting, WooCommerce & Co. weiter.