Gartner-Magie für integrierte Systeme

Virtuelle SANs statt Komponentenpakete - das ist State of the Art

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Visionäre mit nativ integrierten Komponenten

Neben den ISS- und IIS-Angeboten erkennen die Gartner-Marktforscher aber auch mehr und mehr Angebote in Form von so genannten Fabric-based Computern (FBC), die diese drei Infrastrukturkomponenten nahtloser miteinander verbinden und statt Blades Rack-basierte Lösungen vorziehen. Im Unterschied zu den Produkten der anderen beiden Kategorien, die vorhandene Technologien zusammenpacken, sind die „technischen Zutaten“ der FBC speziell auf das Implementierungsmodell zugeschnitten. Zu dieser Gruppe zählt Gartner die Newcomer Simplivity, Nutanix aber auch das „HP Moonshot“ System.

Diese Anbieter findet man bei Gartner im Quadranten der Visionäre. Der jüngste unter ihnen ist Simplivity. Das Unternehmen ist erst seit letztem Jahr in dem Markt tätig, bietet mit „Omnicube“ einen modularen Server/Speicher/Netzwerk-Komplex, der auf x86-Hardware läuft und auf VMware-Umgebungen ausgerichtet.

Das System schließt unter anderem Fähigkeiten, wie globalen Namespace für das zentrale Management von geografisch verteilten Speicher oder integriertes VM-Backup, ein, so der Gartner-Bericht. Die Skalierbarkeit aufgrund der Modularität der Lösung sei „theoretisch sehr hoch“, urteilen die Marktforscher.

Das Nutanix-System

An vorderste Stelle im Quadranten der Visionäre positioniert Gartner Nutanix und begründet dies mit der Vollständigkeit der Vision des 2009 ins Leben gerufenen Unternehmens und „der generationsmäßig am meisten ausgereiften Lösung“. Es heißt: „Nutanix bietet mit dem auf Knoten beruhenden Ansatz der Virtual Computing Platform ein viel höheres Level an Integration der einzelnen Rechenelemente.“

So funktioniert Sclae-out - bei Nutanix
So funktioniert Sclae-out - bei Nutanix
(Bild: Nutanix)

Jeder Knoten besteht aus einem physischen Server mit eigenem Intel-Prozessor, Hauptspeicher und lokalen Speicher wie SSD sowie Festplatten. Auf jedem Server läuft ein Hypervisor der Wahl, der mehrere virtuelle Server abbildet.

Die Knoten lassen sich zum Cluster zusammenfassen, in dem der lokale Speicher aller Knoten in einem gemeinsamen Pool virtualisiert wird. Ziel ist es, ein virtuelles SAN zu schaffen, wo alle virtuellen Maschinen (VM) transparent mit Speicherressourcen kommunizieren können.

Die Kontrolle im System

Eine virtuelle Controller-VM übernimmt von jedem Knoten aus die Verwaltung des Daten-I/O für den lokalen Hypervisor. Speicherressourcen werden dem Hypervisor über herkömmliche Schnittstellen wie NFS zur Verfügung gestellt. Die Controller VMs bilden dann über alle Festplatten hinweg ein verteiltes Dateisystem („Nutanix Distributed File System“), das für den Ressourcen-Pool verantwortlich ist.

Der Vorteil der Architektur besteht vor allem darin, dass die gesamte Logik über Software abgebildet ist und es somit einfach ist, lobt Gartner, neue Server- oder Speicherressourcen hinzuzufügen – ohne in Hardware investieren zu müssen. Zudem unterstützt der Hersteller neben „VMware ESXi“ auch „Microsoft HyperV“ und den quelloffenen Hypervisor „KVM“, wobei die Hypervisor der gleichen Art miteinander kommunizieren können.

Der Nutanix-Cluster soll Web-Scale-Fähigkeiten mitbringen, und laut eigenen Aussagen Kundeninstallationen mit mehr als hundert Knoten haben. Diese hohe Skalierbarkeit liege daran, so Nutanix, dass jeder Aspekt der Lösung auf Skalierbarkeit ausgerichtet ist, bis hin zum Metadata-Layer selbst, der nicht zentral im System vorhanden ist, sondern über den Cluster hinweg verteilt. Damit fällt ein häufig vorhandener Flaschenhals in Scale-Out-Systemen weg.

Die Autorin:

Susanne Franke ist eine freie Autorin aus München.

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