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Workshop: Hyper-V Server 2008

Virtualisierung mit dem kostenlosen Hypervisor von Microsoft

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Vorbereiten der Installation virtueller Maschinen

Der Hyper-V-Server arbeitet mit dem NTFS-Dateisystem und unterstützt neben direkt angeschlossenen Festplatten auch NAS- und SAN-Speicher, letztere über Fiber Cannel, iSCSI und SAS. In diesem Workshop wollen wir Virtual Machines (VMs) unter Suse Linux Enterprise Server 10 SP2 (zur Zeit die einzige offiziell von Microsoft unterstützte Linux-Variante), Ubuntu-Linux 8.10 und Windows Server 2008 – jeweils in der 64-Bit-Version – einrichten. Dazu verbinden wir uns zuerst mit Hilfe der Hyper-V-Kommandozeile mit dem Netzwerk-Share, in dem die dazugehörigen ISO-Installationsimages liegen

net use {Laufwerksbuchstabe}: \\{Servername}\{Sharename} /user:{Domäne}\{Benutzerkonto mit Zugriffsrechten}

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und kopieren die ISO-Dateien anschließend mit Hilfe des Copy-Befehls in einen lokalen Ordner auf dem Server. Wenn die Installationsmedien vorhanden sind, benötigen Sie mindestens noch ein virtuelles Netzwerk, damit die VMs Daten übertragen können. Dieses legen Sie mit Hilfe der Hyper-V-Management-Konsole auf Ihrem Administrations-Client an. Der „Manager für virtuelle Netzwerke“ bietet Ihnen dazu drei unterschiedliche Netzwerktypen an, nämlich „Extern“ mit Zugriff auf den physikalischen Netzwerkadapter des Hosts, „Intern“ (ein Netz, auf das nur der Host und die VMs Zugriff haben) und „Privat“ (ein Netz nur für die VMs). Definieren Sie nun mit Hilfe des Wizards ein „externes“ Netz, da wir möchten, dass die VMs dieses Workshops im Netz ansprechbar sind.

Sobald das Netz existiert, ist es einfach, eine VM anzulegen. Das geht ebenfalls über die Hyper-V-Management-Konsole. Diese bietet einen so genannten Neue-Maschine-Wizard, der nach dem Namen, dem Pfad, der Größe des Arbeitsspeichers, dem Netzwerk, der Festplatte mit Pfad und Größe und dem zu verwendenden Installationsmedium fragt. Sobald Sie diese Angaben gemacht haben, generiert er die VM. Anschließend können Sie die Betriebssysteminstallation ganz normal durchführen. Alternativ ist es auch möglich, bereits vorhandene virtuelle Festplatten für neue VMs zu verwenden, das spart den Installationsschritt und ermöglicht das einfache Clonen von Systemen.

Der einzig mögliche Stolperstein bei Betriebssysteminstallationen in Hyper-V-VMs liegt bei der Netzwerkanbindung. Microsoft bietet als Netzwerkkarten für die virtuellen Maschinen neben der „normalen“ Netzwerkschnittstelle, die das System standardmäßig in seine VMs integriert, auch eine so genannte „alte“ Netzwerkkarte an (im Original zutreffender Legacy-NIC genannt), die einen DEC 21140-Netzwerkadapter emuliert. Die DEC-NIC eignet sich beispielsweise für Remote-Installationen, bei denen ein Systemstart über PXE erforderlich ist, bringt aber eine geringere Datenübertragung mit sich als die normale Netzwerkkarte des Hyper-V.

Die letztgenannte Karte funktioniert allerdings nur mit einem speziellen Treiber, der bei der Installation der so genannten Integrationsdienste eingespielt wird. Diese Integrationsdienste übernehmen ähnliche Aufgaben wie die Vmware-Tools (Treiberunterstützung für Netzwerk- und Speicherkontroller, Zeitsynchronisierung und ähnliches) und stehen nur für die offiziell unterstützten Guest-Betriebssysteme des Hyper-V-Servers zur Verfügung. Haben Sie also vor, ein nicht unterstütztes Betriebssystem einzuspielen, so gehen Sie vor der Installation auf die Einstellungen der betroffenen virtuellen Maschine und ersetzen Sie den Eintrag „Netzwerkkarte“ durch „alte Netzwerkkarte“, da die Setup-Routine den Netzwerkadapter sonst nicht finden kann.

weiter mit: Installation der Integrationsdienste

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