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Gerangel um die Dominanz der Hypervisoren und schon steht neue Hardware parat

Verdrängt der Open-Source-Hypervisor KVM nun Xen?

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Diesen Trend verdeutlichte auch XenServer 5.6, der in vielen wichtigen Punkten zu VMware aufschloss. Zwar steuerte Xen 4, also der quelloffene Hypervisor von xen.org, eine Reihe von Verbesserungen bei.

Dies betraf einerseits die üblichen Fortschritte in puncto Skalierbarkeit (128 vCPUs pro Gast, 1 TB RAM und 128 Prozessoren pro Host), andererseits holte Xen die Entwicklung von Features nach, die bei VMware schon seit Jahren Standard sind. Dazu zählt vor allem das dynamische Memory-Management, das auch Microsoft erst mit dem SP1 für Windows Server 2008 R2 nachrüstet. Insofern stellen diese Neuerungen keine nennenswerten Innovationen in der Hypervisor-Entwicklung insgesamt dar.

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Das kommerzielle Produkt XenServer, das die Basistechnik von Xen enthält, verzeichnet dagegen die maßgeblichen Fortschritte auf der Ebene über dem Hypervisor. Dazu zählen die dynamische Verteilung von Workloads zwischen Hosts, eine rollenbasierte Administration oder das Site Disaster Recovery.

Der Ball bleibt flach

Die Reife der Hypervisor-Technik lässt absehen, dass sich der Aufwand für die Weiterentwicklung von Xen in Grenzen halten wird. Citrix ist dabei zwar in einer verantwortlichen Position, derzeit ist aber noch Oracle als ein großer Nutzer dieser Technik mit im Boot.

Sowohl „OracleVM“ als auch „Sun xVM“ beruhen auf Xen. Allerdings lässt sich derzeit noch nicht absehen, welche Konsequenzen die Entscheidung für eine eigene Linux-Distribution und die Abkopplung von Red Hat für die Wahl des Hypervisors hat.

Unterm Strich

Die pathetischen Sprüche von Red Hat über den Tod von Xen gehen an den wesentlichen Fragen vorbei. Eine davon ist sicher, ob Citrix mit VMware bei der Virtualisierung von Rechenzentren konkurrieren und den Funktionsumfang von vSphere und der darauf aufbauenden Produkte nachbauen möchte.

In diesem Fall spielt es letztlich keine entscheidende Rolle, ob es dies auf Basis von Hyper-V oder auch KVM tut. Die Essentials für Hyper-V zeigen, dass sich Technologien wie „StorageLink“ gut von Xen auf andere Hypervisor portieren lassen.

Und wenn Citrix vor allem das Ziel verfolgt, einen kompletten Software-Stack für die Desktop-Virtualisierung anzubieten, dann kann ihm Xen noch lange gute Dienste leisten. Und auch hier dürfte ein Wechsel der Basistechnik auf KVM kein Problem sein, falls die Akzeptanz für Xen im Markt dramatisch schwinden sollte.

Der Autor:

Wolfgang Sommergut diskutiert: Schlechte Aussichten für den Open-Source-Hypervisor Xen. (Archiv: Vogel Business Media)

Wolfgang Sommergut hat langjährige Erfahrung als Fachautor, Berater und Konferenzsprecher zu verschiedenen Themen der IT. Er betreibt die Website windowspro.de.

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