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Gerangel um die Dominanz der Hypervisoren und schon steht neue Hardware parat

Verdrängt der Open-Source-Hypervisor KVM nun Xen?

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Hyper-V folgt der Architektur von Xen

Eine nicht zu unterschätzende Rolle dürfte auch gespielt haben, dass der enge Microsoft-Partner Citrix im Jahr 2007 Xensource übernommen hatte und damit den weiteren Kurs von Xen maßgeblich bestimmte. Schon vorher gab es eine enge Kooperation zwischen Xensource und Microsoft, die dazu führte, dass sich Hyper-V weitgehend an der Architektur von Xen orientiert.

Beide leiten Hardware-Zugriffe von Gast-VMs auf das Betriebssystem in einer privilegierten Partition um, dessen Treiber mit den Komponenten des Rechners kommunizieren. Im Fall von Hyper-V handelt es sich dabei um Windows, bei Xen wahlweise um Linux, Solaris oder Free BSD.

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Die Zusammenarbeit von Microsoft und Xensource hatte außerdem zum Ziel, dass virtuelle Maschinen zwischen beiden Systemen portabel sein sollten. Damit wäre ein virtualisiertes Linux unmodifiziert von Xen nach Hyper-V portabel gewesen.

Migrationspfad zu Hyper-V

Citrix setzte diese Agenda in zwei Kooperationsabkommen fort, die eine harmonische Koexistenz der beiden Hypervisor in einer Umgebung gewährleisten soll. So kann Xen schon seit längerer Zeit Microsofts Format für virtuelle Festplatten (VHD) verwenden.

Beide Unternehmen verpflichteten sich zudem, mit ihren Management-Tools beide Virtualisierer zu unterstützen. So wird das Produkt „System Center Virtual Machine Manager 2012“ auch „XenServer“ verwalten können. Citrix ergänzt mit den „Essentials“ seinerseits „Hyper-V“ um fehlende Enterprise-Funktionen aus dem Xen-Fundus.

Gerade diese Assimilierung der beiden Produkte nährten immer wieder Spekulationen, dass sie nicht nur Anwendern das Leben, sondern Citrix den Ausstieg aus Xen leichter machen würden. Schließlich eröffnet die weitgehende Kompatibilität und unproblematische Koexistenz von Hyper-V und XenServer einen Migrationspfad in Richtung Microsoft.

Konzentration auf Lücken bei Microsoft

Citrix selbst baut mit seinen Produkten ohnehin nicht exklusiv auf seinen Hypervisor. So läuft „XenDesktop“ auch auf Hyper-V und ESX/ESXi, die meisten Installationen entfallen inoffiziellen Statistiken zufolge auf VMware-Systeme.

Die bisherige Ausrichtung von Citrix spräche gegen ein längerfristiges Engagement für Xen. Das Geschäft des Unternehmens ist Application Delivery, setzt also den Schwerpunkt auf Desktop-Anwendungen und den Endbenutzer. Dagegen ist der wesentliche Zweck von Xen die Virtualisierung von Servern, und dort kann sich Citrix gegen VMware kaum behaupten.

Darüber hinaus konzentrierte sich die Firma stets darauf, Lücken in der Microsoft-Plattform zu schließen. So wie Citrix die Mängel des „Terminal-Server“ kompensierte, könnte es zukünftig Hyper-V um wichtige Funktionen ergänzen, so wie es dies mit den Essentials ohnehin tut.

Wichtige Rolle von XenServer im Citrix-Portfolio

Auf der anderen Seite sprechen nicht nur 500 Millionen Dollar, die der Kauf von XenSource gekostet hat, dafür, die Virtualisierungstechnik weiterzuentwickeln. Ein wesentlicher Vorteil von XenServer besteht für Citrix darin, dass es für seine Kernprodukte einen kompletten Software-Stack anbieten kann.

XenServer als Alternative zu VMware ist vor allem deshalb wichtig, weil der Erzrivale seine Vormachtstellung ausnutzt, um seine eigene VDI-Lösung „VMware View“ zu verkaufen. Daher gehört XenServer zum Lieferumfang aller „XenDesktop“-Editionen, so dass Citrix von den virtuellen Maschinen über den Connection Broker bis zur Management-Software alle Komponenten aus einer Hand anbieten kann.

Technisch hat dies etwa den Vorteil, dass Citrix die Möglichkeit nutzen kann, XenServer besonders auf die Anforderungen der Desktop-Virtualisierung abzustimmen. So bringt das Feature Pack 1 von XenServer 5.6 eine neue Funktion mit der Bezeichnung „IntelliCache“.

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