Das geht: Vom Multicloud-Chaos zur einheitlichen Sichtbarkeit Trends und Prognosen im Monitoring für 2026

Ein Gastbeitrag von Jörg Hollerith* 4 min Lesedauer

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Es geht immer noch komplexer: 2026 stehen Unternehmen vor einer Kombination aus wachsender Komplexität von Multicloud-Umgebungen, der weiter steigenden Konvergenz von IT und OT und immer strengerer Regulierung. Ein umfassendes Netzwerk-Monitoring kann dazu beitragen, viele Herausforderungen zu lösen. Daher ist es angebracht, einen Ausblick auf die Monitoring-Trends 2026 zu werfen

Jörg Hollerith von Paessler teilt seine Insights zu den Monitoring-Trends 2026. (Bild: ©  Yuliia - stock.adobe.com / KI-generiert)
Jörg Hollerith von Paessler teilt seine Insights zu den Monitoring-Trends 2026.
(Bild: © Yuliia - stock.adobe.com / KI-generiert)

Das sind die Leitfragen:

  • Was wird sich im neuen Jahr im Netzwerk-Monitoring ändern?
  • Wie beeinflussen KI und Anforderungen an die Systemsicherheit den Monitoring-Alltag?
  • Und wie kann Monitoring auch Managed Service Provider (MSPs) dabei unterstützen, Sichtbarkeit im Netzwerk herzustellen?

Multi-Cloud-Monitoring wird immer wichtiger

Daten und Anwendungen befinden sich nicht mehr an einem Ort; laut Gartner nutzen 76 Prozent der Unternehmen mehr als einen öffentlichen Cloud-Provider. 2026 werden 80 Prozent der Unternehmen zwei oder mehr Clouds implementiert haben.

Während Unternehmen zunehmend auf eine Kombination aus mehreren Clouds und On-Premises-Systemen setzen, ist es für IT-Teams wichtig, dass die Multicloud-Umgebung nicht zu einem exponentiell höheren Monitoring-Aufwand führt. Beim Multicloud-Monitoring kommt es daher auf Geschwindigkeit und Effizienz an.

Monitoring-Tools sollten angesichts dieser Herausforderungen dynamische Workloads, APIs und verteilte Dienste anbieterunabhängig monitoren können sowie Netzwerk-, Anwendungs- und Infrastrukturmetriken zusammenführen. Wichtig ist außerdem eine einheitliche Sicht auf AWS, Azure und On-Premises-Infrastrukturen. Dies wird durch Auto-Discovery, vorkonfigurierte Cloud-Sensoren und herstellerunabhängige Protokolle ermöglicht, innerhalb von Stunden anstatt nach monatelanger Implementierung.

IT/OT-Konvergenz ist unabdingbar

IT und OT sind heute stärker vernetzt als je zuvor, weshalb auch das Monitoring von IT und OT einheitlich sein sollte. Denn wer Produktionslinien oder kritische Anlagen betreibt, kann es sich nicht leisten, getrennte Monitoring-Tools für SPS, SCADA, Netzwerke, Server und Cloud-Dienste zu betreiben. Jeder blinde Fleck in dieser Kette ist eine potenzielle Quelle für ungeplante Ausfallzeiten und Sicherheitsrisiken.

In komplexen IT- und OT-Umgebungen kann ganzheitliches Monitoring ein entscheidender Erfolgsfaktor sein: Mit Einblicken in den aktuellen Zustand von Netzwerk, Anwendungen und physischen Assets lassen sich nicht nur Probleme und Ausfälle frühzeitig erkennen und verhindern, sondern auch Prozesse optimieren.

Predictive Maintenance basiert außerdem auf der Korrelation von OT-Sensordaten mit IT-Systemen. Die Nutzung einer Monitoring-Anwendung, sowohl für IT als auch OT, ermöglicht den Austausch von Know-How über Abteilungsgrenzen hinweg und schafft die Basis für ein weiteres Zusammenwachsen der Bereiche in der Zukunft.

KI-gestütztes Monitoring mit Fokus auf Anomalieerkennung

Auch beim Monitoring wird KI zunehmend große Vorteile für Unternehmen bieten. Die KI-basierte Erkennung von Anomalien bedeutet etwa eine größere Zeiteffizienz für schlanke IT-Teams. Anstatt Hunderte Schwellenwerte manuell zu setzen und auf falsche Alarme zu reagieren, lernt modernes Monitoring durch Baselines automatisch das normale Verhalten einer Umgebung.

So schlagen Tools nur dann Alarm, wenn wirklich etwas Ungewöhnliches passiert. Dadurch wird Monitoring weniger reaktiv und deutlich proaktiver. KI-gestützte Anomalie-Erkennung identifiziert Probleme in komplexen Netzwerken und Multicloud-Setups schneller, reduziert False Positives und erkennt Muster für Probleme und Leistungsverschlechterungen frühzeitig, noch bevor Service Level Agreements (SLAs) verletzt werden. So lassen sich auch ungewöhnliche Aktivitäten, neue Geräte und verdächtige Bewegungen im Netzwerk rechtzeitig erkennen.

Monitoring als zentraler Bestandteil von NIS-2-Konformität und digitalem Vertrauen

2026 wird sich Monitoring als unverzichtbarer Bestandteil der NIS-2-Compliance und zu einem zentralen Faktor für digitales Vertrauen entwickeln. Regulatorische Anforderungen wie NIS-2, das EU-KI-Gesetz oder DORA verlangen kontinuierliche Überwachung, Incident-Reporting und auditbereite Daten.

Monitoring wird damit zur Grundlage für Transparenz, Compliance-Nachweise und zur Förderung digitaler Vertrauenswürdigkeit. Gleichzeitig unterstützt es die Einhaltung von Richtlinien für Zero-Trust und Segmentierung, indem tatsächliche Nutzungsmuster sichtbar gemacht und potenzielle Risiken frühzeitig erkannt werden.

MSPs als strategische Monitoring-Partner

Monitoring kann auch für Managed Service Provider ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Mit einer umfassenden Sichtbarkeit im Netzwerk können MSPs nicht nur Berichte liefern, sondern sie erhalten auch eine Datenbasis, um potenzielle Ausfälle zu verhindern, Kapazitätstrends zu prognostizieren und um den geschäftlichen Nutzen von ihren Diensten nachzuweisen.

Monitoring und Sicherheit wachsen weiter zusammen

Digitale Infrastrukturen sind ohne durchgehende Transparenz nicht mehr sicher zu betreiben, daher kann man 2026 nicht mehr über Monitoring sprechen, ohne auch Security zu erwähnen. Monitoring und Security verschmelzen weiter. Einblicke in den internen Datenverkehr, in APIs und Services sowie die frühzeitige Erkennung von Anomalien als Indizien für Angriffe sind so wichtig, dass Monitoring-Tools in Security-Workflows integriert werden.

Zero-Trust-Ansätze verlangen dabei eine lückenlose Sichtbarkeit aller Verbindungen, Geräte und Nutzer. Monitoring muss daher tiefer in die Sicherheitsprozesse integriert sein, um interne Anomalien schnell zu erkennen und Vorfälle effizient zu untersuchen.

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Monitoring muss skalierbar sein

2026 wird es darauf ankommen, dass Monitoring-Tools flexibel skalierbar sind, wenn bei wachsender Infrastruktur mehr Geräte, Standorte oder Cloud-Workloads hinzukommen. Unter anderem verteilte Architekturen und selbstlernende Baselines helfen Teams dabei, effizient zu bleiben. Für kleine oder schlanke IT-Teams sind Monitoring-Tools unverzichtbar, die mit dem Unternehmen mitwachsen, ohne zusätzlichen Aufwand zu erzeugen.

*Der Autor
Jörg Hollerith arbeitet als Produktmanager bei der Paessler GmbH und ist für das Produkt „PRTG“ sowie für neue Produkte verantwortlich. In der Freizeit ist ergerne draußen und spielt Lacrosse.
Er zieht folgendes Fazit: 2026 geht es im Monitoring nicht mehr nur darum, Ausfälle, Probleme und Anomalien zu erkennen. Es geht vielmehr darum, Widerstandsfähigkeit, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu beweisen. Je größer Sichtbarkeit und Transparenz im Netzwerk sind, desto besser können Unternehmen die Herausforderungen von Multicloud-Umgebungen, IT/OT-Konvergenz und regulatorischem Druck meistern.
Teams sollten das neue Jahr nutzen, um die Tool-Vielfalt zu bereinigen, blinde Flecken im Netzwerk zu beseitigen und Silos zwischen IT, OT, Sicherheit und Compliance abzubauen. Sie sollten also mit ganzheitlichem Monitoring eine Grundlage schaffen, die KI, Audits und zukünftiges Wachstum unterstützen kann.

Bildquelle: Paessler GmbH

Fazit: Sichtbarkeit als Vorteil

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