Die generative allgemeine KI mit ihren umfangreichen Sprachmodellen revolutioniert auch die IT-Automation. Bei dem Open-Source-Champion Red Hat sieht man sich allerdings im Gegensatz zu den Blackbox-Modellen à la „ChatGPT“ auch hier zur 'Offenheit' verpflichtet.
Spätestens bei dynamischen Cloud-Umgebungen, bei denen in Null-Komma-Nix 50 Server, die man gerade händisch konfiguriert hat, schon wieder abgekoppelt sind, wird auch dem letzten „Handarbeiter“ unter den Admins klar, welchen technischen und ökonomischen Wert eine weitgehend automatische Prozesssteuerung im IT-Infrastruktur-Bereich hat.
Eine (möglichst intuitiv konzipierte) Automatisierung reduziert nicht nur die Kosten für die Unternehmen, sondern bringt Admins und Usern auch mehr Kreativitätsfreiräume jenseits stupider repetitiver Tätigkeiten. Und sie ist nicht zuletzt ein probates Mittel gegen den auf uns zukommenden Mangel an personeller Expertise in diesem Bereich.
IT-Automatisierung mit natürlicher Sprache
Die „Ansible Automation Platform“ des Open-Source-Infrastruktur-Champions Red Hat ist ein weltweit verwendetes Tool, wenn es darum geht, Serverkonfigurationen und entsprechende Workloads in großen hybriden Cloud-Umgebungen dynamisch zu verwalten. Gegenüber händischem Skripte-Schreiben ist der Aufwand mit Ansible drastisch reduziert, aber es ist sicher einige Expertise notwendig. So muss man zum Beispiel die Sprache YAML solide beherrschen.
Dass KI-Techniken auch bei der IT-Automatisierung einen Schub in Richtung „noch leichtere und intuitiver angelegte Bedienung“ geben, konnte man auf dem diesjährigen „Red Hat Summit“ sehen. Mit „Ansible Lightspeed“ hat Red Hat einen Service entwickelt, der es einerseits auch Einsteigern ermöglichen soll, Prozesse zu automatisieren und der andererseits Automatisierungsexpertinnen einschlägige Arbeitsschritte auf den unteren Ebenen abnimmt.
Ansible Lightspeed stellt die nächste Phase der „Wisdom“-Initiative dar und macht diese für Anwender, Mitglieder der Community, Kunden und das jeweilige Partner-Ökosystem zugänglich.
Mithilfe von Mechanismen der Verarbeitung natürlicher Sprache, die bekanntlich in den letzten zehn Jahren gewaltige Fortschritte gemacht haben (zum Beispiel ChatGPT als derzeit besonders „gehyptes“ Produkt) wird der Service künftig in den „Watson Code Assistant“ der Red Hat-Mutterfirma IBM integriert. Damit lässt sich auch auf der Basis von leicht formalisierter natürlicher Sprache mit Ansible Lightspeed auf die „IBM Foundation“-Modelle zugreifen und Automatisierungscode erstellen.
Domänenspezifische KI plus Anwendererfahrung
Auf einem Presse-Briefing in München nannte Jan Wildeboer, EMEA-weiter oberster Erklärer für neueste technische Entwicklungen bei den Leuten mit dem roten Hut, („Evangelist“), den neuen Service Ansible Lightspeed eine Art Chatbot für Algorithmen. Man habe sich das so vorzustellen, dass in natürlicher Sprache eine Aufgabe umrissen werde, die 'Künstliche Intelligenz' innerhalb von Lightspeed daraus einen YAML-Code erzeuge und die Nutzerin oder der Nutzer diesen dann per Button bestätige oder zurückweise.
Man sieht an dem Beispiel, dass das System besonders für Entwickler und Code-kundige Operatorinnen den höchsten Nutzen bringt, nicht oder nur rudimentär mit dem Code Vertraute müssten sich fast gänzlich auf den von der KI vorgeschlagenen Code verlassen, was bei der angestrebten Qualität der KI-Vorschläge ebenfalls noch von erheblichem Nutzen sein kann.
Bei Ansible Lightspeed kombinert „domänenspezifische KI die Stärke von Erfahrungen aus erster Hand mit technischer Innovation“, so der Red Hat Originalton. Da Lightspeed von Anwendern trainiert werde, die ein grundlegendes Verständnis für reale Einsatzszenarien haben, ermögliche es konsistentere und qualitativ hochwertigere Empfehlungen für spezifische Herausforderungen.
Alternative zu den Blackbox-Angeboten am Markt
„Bei Ansible Lightspeed gibt es einen offenen Teil (für die Community) und einen geschlossenen Teil für das spezifische Domänenwissen der Anwender. „Das ist ein deutlicher Unterschied zu den Blackbox-Angeboten à la ChatGPT“, sagte Jan Wildeboer bei dem Pressbriefing. Und er fügte hinzu: „Für Anwenderfirmen ist das ein gravierender Unterschied, nicht umsonst haben beispielsweise Unternehmen wie Samsung oder Apple ihren Entwicklerinnen untersagt, die Blackbox-Angebote auf dem Markt mit eigenem Domänenwissen zu befüllen.“
Mit dem Ansible Lightspeed habe man gegenüber ChatGPT ein deutlich kleineres Modell, das ganz klar thematisch fokussiert sei. Eine Beta-Version von Ansible Lightspeed, mit der man arbeiten kann, ist für Ende Juni avisiert.
Stand: 08.12.2025
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Nach Aussage von Red Hat will man den Benutzern von Ansible Lightspeed auf Augenhöhe begegnen: Transparenz, Kooperation und Wahlmöglichkeiten würden bei Lightspeed groß geschrieben. Der korrekte Abgleich der Code-Quellen habe eine hohe Priorität, gleichzeitig hätten Upstream-Content-Beitragende die Wahl, ob ihre Arbeit zur Feinabstimmung des Modells beitragen soll oder nicht.
„Event Driven Ansible“ dynamisiert bisher statische Prozesse
Als eine weitere Innovation in Sachen Ansible und IT-Infrastruktur-Automatisierung wurde auf dem Red Hat Summit 2023 ein ereignisgesteuerter Ansible-Service (Even Driven Ansible) präsentiert, mit dem viele IT-Automatisierungsprozesse beschleunigt werden können.
Event-Driven Ansible ermöglicht eine konsistente Reaktion im Zusammenhang mit IT-Management-Aufgaben, von der Verwaltung dynamischer Cloud-nativer Umgebungen bis hin zur automatischen Behebung potenzieller Service-Unterbrechungen wie Systemausfällen oder Sicherheitswarnungen.
Darüber hinaus entlastet Ansible von manuellen, fehleranfälligen und arbeitsintensiven Routinetätigkeiten wie dem Zurücksetzen von Passwörtern, der Anpassung von Rechen- und Speicherkapazitäten, dem Erweitern von Service-Tickets, der Behebung von Konfigurationsabweichungen oder der Durchführung von Backups bei bestimmten Änderungen.
Der Service entlastet das Support-Team in einem Unternehmen, indem es beispielsweise effizient und zügig für die Fehlerkorrektur in Applikationen eingesetzt werden kann („Application Healing“). Darüber hinaus können entsprechende Reaktionen auf Ereignisse „kodifiziert“ und auf diese Weise neuen Mitarbeitern quasi als Anschauungs- und Anleitungsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Der Service ist als Teil der „Red Hat Ansible Automation Platform 2.4“ verfügbar.
Jan Wildeboer ist Evangelist bei Red Hat.
(Bild: Red Hat)
Beim Presse-Briefing zum Red Hat Summit war es einmal mehr der Red Hat-Evangelist Wildeboer, der die Materie rund um Event Driven Ansible mit Beispielen aus dem Arbeitsalltag greifbar machte: „Nehmen Sie eine große Wohnungsverwaltung, bei der vor-Ort installierte Sensoren melden, dass einige Wohnungen zusätzlich in das Gesamtsystem integriert werden müssen. Dann lässt sich mit dem Service „Event Driven Ansible“ zum Beispiel eine richtliniengesteuerte Auswertung fahren, die auf dem Cloud-Markt freie Ressourcen anmietet, um die zusätzliche Arbeitslast verarbeiten zu können.“
Ein anderes Beispiel könnte ein Autobauer sein, der das Aufspielen von Firmware-Aktualisierungen für einen bestimmten Fahrzeugtyp mit Event Driven Ansible automatisiert. „Event Driven Ansible dynamisiert bislang statische Daten durch Machine-Learning-Prozesse“, brachte es Wildeboer auf den Punkt.