Primocache unter Windows RAM- und SSD-Caching als Beschleuniger für I/O-intensive Workloads

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

„Primocache“ integriert sich als Treiber in den „Windows“-I/O-Stack und legt häufig genutzte Datenblöcke im RAM oder optional auf einer schnellen SSD ab. Der Hersteller gibt an, dass sich Windows in synthetischen Tests um bis zu das 70-Fache beschleunigen lässt, gemessen mit „Crystaldiskmark“.

„Primocache“ kann Windows beschleunigen. (Bild:  Thomas Joos)
„Primocache“ kann Windows beschleunigen.
(Bild: Thomas Joos)

Primocache implementiert ein blockbasiertes Caching unterhalb des Dateisystems. Lese- und Schreibanforderungen durchlaufen einen eigenen Filtertreiber, der ausgewählte Daten im Arbeitsspeicher puffert.

Im Lesebetrieb verkürzt sich die Zugriffszeit, da häufig angeforderte Blöcke direkt aus dem RAM bereitstehen. Für Schreibzugriffe steht ein Write-Back-Mechanismus zur Verfügung. Eingehende Daten landen zunächst im Cache und werden verzögert auf das Zielmedium geschrieben. Dieses Verfahren reduziert die I/O-Latenz bei sequenziellen und zufälligen Zugriffen.

Die Architektur hinter Primocache

Primocache unterstützt eine zweistufige Cache-Architektur. Level-1 nutzt System-RAM, Level-2 kann eine SSD oder ein anderes Flash-Medium einbinden. Beide Ebenen arbeiten parallel. Der RAM-Cache liefert minimale Latenz, der SSD-Cache erhöht die verfügbare Cache-Kapazität und bleibt persistent.

Im Unterschied zu klassischen RAM-Disks erzeugt Primocache keine sichtbaren virtuellen Laufwerke. Die Beschleunigung erfolgt transparent auf Blockebene für ausgewählte Partitionen oder komplette Datenträger. Eine Neuinstallation von Windows oder Anwendungen entfällt.

Promocache-Anbieter Romex Software dokumentiert die erreichbaren Geschwindigkeitszuwächse mit Screenshots aus Crystaldiskmark. In einem veröffentlichten Beispiel steigt die sequenzielle Leserate einer mechanischen Festplatte von 133,3 Megabyte pro Sekunde (MB/s) auf 9.530,8 MB/s. Daraus leitet der Hersteller die Angabe ab, dass Windows unter optimalen Bedingungen bis zu 70-mal schneller arbeiten kann.

Einsatzszenarien und Systemanforderungen

Voraussetzung für einen wirksamen Einsatz bildet freier Arbeitsspeicher. Systeme mit knapper RAM-Ausstattung verlieren an Stabilität, wenn zu große Cache-Bereiche konfiguriert sind. Die Software eignet sich für Desktop-Workstations, Gaming-Rechner und Systeme mit I/O-intensiven Anwendungen wie DMS-Umgebungen oder Entwicklungsumgebungen mit vielen temporären Dateien.

Primocache arbeitet mit internen SSDs, HDDs und auch mit USB-Speichermedien. Die Beschleunigung lässt sich auf einzelne Partitionen oder komplette Datenträger anwenden. Auch virtuelle Maschinen profitieren, da der Cache auf Host-Ebene wirkt und I/O-Operationen des Gastsystems beschleunigt.

Abgrenzung zu Windows-Bordmitteln

Windows nutzt mit „Sysmain“ einen eigenen Prefetch-Mechanismus. Dieser optimiert Startvorgänge und häufig genutzte Anwendungen auf Dateiebene. Primocache setzt tiefer im I/O-Stack an und arbeitet blockbasiert. Dadurch lassen sich auch Anwendungen erfassen, die den Windows-Cache umgehen.Im Vergleich zu reinen RAM-Disk-Anwendung entfällt die manuelle Datenverschiebung auf ein virtuelles Laufwerk. Primocache beschleunigt vorhandene Datenträger direkt.

Der Hersteller bietet mit „Primo Ramdisk“ zusätzlich eine klassische RAM-Disk-Lösung an, die einen anderen Ansatz verfolgt.

Preisstruktur und Editionen

Primocache unterstützt „Windows 11“, „Windows 10“, „Windows 8.1“, „Windows 7“, „Vista“ und „XP“ in 32- und 64-Bit-Varianten. Für Desktop-Betriebssysteme stehen mehrere Lizenzmodelle zur Verfügung. Die Standard-Edition kostet für den privaten Einsatz 29,95 Dollar pro PC.

Zwei- und Drei-PC-Lizenzen liegen bei 49,95 beziehungsweise 69,95 Dollar. Eine Business-Lizenz für einen PC kostet 39,95 Dollar. Die Pro-Edition erweitert den Funktionsumfang und beginnt bei 49,95 US-Dollar für eine private Einzellizenz.

Zwei PCs kosten 79,95 Dollar, drei PCs 109,95 Dollar. Eine Business-Lizenz für einen PC liegt bei 59,95 Dollar. Eine 30-tägige Testversion steht zur Verfügung.

(ID:50709496)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung