Effizienzgewinne wahrscheinlich Platform Engineering macht frei für Innovation in der IT

Von Max Körbächer* 3 min Lesedauer

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Wie können Unternehmen in einer sich rasant wandelnden IT-Welt zugleich effizient und innovativ bleiben? Platform Engineering bietet die Antwort.

Manchmal braucht es eine Plattform, um den Überblick zu behalten, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Transparenz zu gewährlisten. (Bild:  Janet Worg - stock.adobe.com)
Manchmal braucht es eine Plattform, um den Überblick zu behalten, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Transparenz zu gewährlisten.
(Bild: Janet Worg - stock.adobe.com)

Der Ansatz des Plattform Engineering kombiniert technische Strategien mit klaren Prinzipien und Werten, um langfristig tragfähige und anpassungsfähige IT-Strukturen zu schaffen. Plattformen sind jedoch weit mehr als reine Werkzeuge: Sie sind strategische Treiber für Zusammenarbeit, Effizienz und Wachstum.

Denn : Plattformen sind die Verbindungsschicht zwischen Infrastruktur und Anwendungsentwicklung. Sie vereinfachen die Komplexität von Cloud- und On-Premises-Systemen, indem sie standardisierte Prozesse und Self-Service-Ansätze für Entwicklung, Bereitstellung und Betrieb bereitstellen.

Doch ihr Nutzen geht weit über technische Vereinfachungen hinaus: Plattformen schaffen Transparenz, fördern Effizienz und verringern die Fehleranfälligkeit in IT-Umgebungen.

Braucht es das?

Ob ein Unternehmen eine Plattform benötigt, sollte jedoch sorgfältig geprüft werden. Unternehmen mit monolithischen Anwendungen oder einfachen IT-Anforderungen könnten mit Plattformen überfordert sein.

Für Organisationen mit Multicloud-Strategien, komplexen Architekturen oder strengen Compliance-Anforderungen hingegen sind Plattformen oft ein Gamechanger. Eine Internal Developer Platform (IDP) sorgt für standardisierte Prozesse, entlastet Teams und verkürzt Entwicklungszyklen, wie Beispiele von Toyota, Expedia und Spotify zeigen.

Gleichzeitig senkt sie Betriebskosten und bietet eine effizientere Nutzung von Ressourcen. Plattformen markieren damit nicht nur einen technologischen Fortschritt, sondern stehen für einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

Aus der Praxis: Ein Unternehmen, das vormals zahlreiche manuelle Prozesse für Software-Releases nutzte, führte eine IDP mit automatisierten Deployment-Workflows ein. Innerhalb von sechs Monaten reduzierte sich die durchschnittliche Zeit für Releases um 40 Prozent. Fehler in Produktionsumgebungen gingen um 25 Prozent zurück – ein eindrucksvoller Beleg für die Effizienz gut gemanagter Plattformen.

Ein klarer Rahmen: Werte und Prinzipien als Fundament

Erfolgreiche Plattformen beruhen nicht nur auf Technik, sondern auf klar definierten Werten und Prinzipien, die als Leitplanken für Entscheidungen dienen. Ein zentrales Prinzip ist „Self-Service First“, das sicherstellt, dass Nutzer eigenständig auf Plattformfunktionen zugreifen können. Dies beschleunigt Entwicklungsprozesse und erlaubt Plattformteams, sich auf strategische Weiterentwicklungen zu konzentrieren.

Ebenso wichtig ist das Prinzip der Transparenz und Nachhaltigkeit. Plattformen sollten nicht als abgeschlossene Projekte verstanden werden, sondern als lebendige Systeme, die sich kontinuierlich an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Dieses „Product Mindset“ grenzt Plattformen von klassischen IT-Projekten ab, die oft mit einer festen Deadline und einem klaren Budgetrahmen enden.

Ein Best-Practice-Prinzip ist das „Inner Source“-Konzept: Jede Codezeile der Plattform wird im Unternehmen sichtbar gemacht, Feedback wird aktiv eingeholt, und Verbesserungen werden gemeinschaftlich entwickelt. Diese Offenheit stärkt die Akzeptanz der Plattform und verbessert ihre kontinuierliche Weiterentwicklung.

Der pragmatische Einstieg: Die Thinnest Viable Platform

Der Übergang zu einer Plattform sollte pragmatisch erfolgen. Anstatt ein überladenes System aufzubauen, setzt der Ansatz der Thinnest Viable Platform (TVP) auf essenzielle Funktionen, die unmittelbaren Mehrwert schaffen. Dieser schlanke Einstieg erlaubt es, frühzeitig Feedback einzuholen, Risiken zu minimieren und die Akzeptanz bei den Nutzern zu fördern.

Eine TVP könnte zunächst grundlegende Funktionen wie Deployment-Automatisierung und Sicherheitsmechanismen bieten. In iterativen Schritten wird sie dann erweitert, etwa durch Monitoring-Tools, erweiterte CI/CD-Pipelines oder die Unterstützung für Multicloud-Umgebungen. Dieser iterative Ansatz vermeidet Überkomplexität und erlaubt es, auf die Bedürfnisse der Nutzer flexibel einzugehen.

Platform Engineering für den effizienten Einsatz von generativer KI

Plattformen müssen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten und sich kontinuierlich an neue Anforderungen anpassen. Der Schlüssel liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen Stabilität und Innovation zu finden. Iterative Verbesserungen wie Feature Toggles oder schrittweise Rollouts helfen, neue Technologien sicher zu integrieren und den Nutzern frühzeitig Zugriff auf neue Funktionen zu liefern.

Platform Engineering spielt auch eine zentrale Rolle für den effizienten Einsatz von generativer KI. Eine gut konzipierte Plattform automatisiert nicht nur die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur für KI-Workloads, sondern optimiert auch den gesamten Lebenszyklus von KI-Anwendungen.

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Durch vorgefertigte Komponenten und Self-Service-Funktionen können Entwicklungsteams schnell GPU-Ressourcen für Training und Inferencing nutzen, ohne sich um die komplexe Infrastruktur kümmern zu müssen. Dabei beschreibt Inferencing den Einsatz eines trainierten Modells, um auf Basis neuer Daten Vorhersagen oder Ergebnisse zu generieren – ohne dass komplexe Infrastrukturdetails die Teams ausbremsen.

Die Plattform sorgt dafür, dass Best Practices für Skalierung, Monitoring und Kostenkontrolle automatisch umgesetzt werden. Besonders beim Inferencing, wo Performance und Latenz entscheidend sind, ermöglicht die Plattform eine dynamische Ressourcenzuweisung und automatische Skalierung basierend auf der aktuellen Last.

Zusätzlich hilft die Integration von Observability-Tools dabei, Modell-Updates in Echtzeit zu überwachen. Die Integration von CI/CD-Pipelines für Machine Learning-Modelle beschleunigen den Weg von der Entwicklung zur produktiven Nutzung erheblich und stellt sicher, dass KI-Anwendungen kontinuierlich optimiert werden.

*Der Autor
Max Körbächer ist Partner bei Liquid Reply. Er zieht folgendes Fazit: Platform Engineering ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Technologie, Werte und Strategien miteinander verbindet, um Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Plattformen sind keine starren Projekte, sondern dynamische Systeme, die sich an verändernde Anforderungen anpassen und langfristig Mehrwert schaffen.

Unternehmen, die Plattformen richtig einsetzen, schaffen die Grundlage für eine widerstandsfähige IT-Landschaft, und fördern zudem Innovation und Wachstum. Wer jetzt auf Platform Engineering setzt, gestaltet aktiv die digitale Transformation: effizient, flexibel und zukunftssicher.

Bildquelle: Max Körbacher, Linkedin

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