Um in ihren komplexen IT-Landschaften nicht den Überblick zu verlieren, übernehmen viele Unternehmen das Observability-Konzept für ganzheitliches Monitoring. Welche Herausforderungen und entsprechenden Lösungen bestimmen hierbei aktuell den Markt?
Observability steht für die ganzheitliche Überwachung der IT, indem einfache und komplexe Daten erhoben und analysiert werden.
(Bild: VMware Tanzu)
Bei der Überwachung des Verhaltens von Software müssen sich Entwicklerinnen und Entwickler heute ebenso wie Admins mit einem wichtigen Aspekt von Cloud-Infrastrukturen und Anwendungen auseinandersetzen: Observability. Der Begriff steht für die ganzheitliche Überwachung der IT, indem einfache und komplexe Daten erhoben und analysiert werden.
Observability ist beim Einsatz von agilen Entwicklungsmethoden ein Kernbestandteil der DevOps-Prozesse. Vereinfacht ausgedrückt: Das Verhalten von Anwendungen sollte beobachtet werden, sobald sie sich in der Produktionsumgebung befinden. Dadurch ist der Prozess der Fehlersuche einfacher und es fällt den Development-Teams leichter, innovative Funktionen in ihre Anwendung einzufügen.
Jedes Unternehmen sollte deshalb für Observability in ihrer Infrastruktur und Anwendungen sorgen. Diese Aufgabe ist für viele IT-Teams herausfordernd, wie die Studie „The State of Observability 2021“ von VMware Tanzu feststellt. 86 Prozent der befragten IT-Fachleute sagen, dass Cloud-Anwendungen heute deutlich komplexer sind als noch vor fünf Jahren.
Vier von fünf Befragten erklärten überdies, dass die Tools für das Monitoring in ihren Unternehmen veraltet sind und die Überwachung moderner Cloud-Anwendungen nicht unterstützen. Denn die Anzahl der täglich genutzten Recheninstanzen ist hoch: 84 Prozent berichten, dass sie hunderte und oft sogar tausende (43 Prozent) Instanzen nutzen.
Zum Einsatz kommen dabei zu 72 Prozent moderne IT-Architekturen mit Containern und Kubernetes-Clustern sowie zu 49 Prozent Microservices. In Großunternehmen mit mehr als 250 Entwicklerinnen und Entwicklern ist dieser Trend besonders deutlich: 78 Prozent betreiben in ihrer Infrastruktur mehr als 1.000 Software-Container, in 62 Prozent der Fälle fanden sich über 1.000 Microservices.
Monitoring der Cloud als Herausforderung
Das Messen und Überwachen dieser hochgradig verteilten Anwendungen ist für 90 Prozent der befragten Unternehmen eine große Herausforderung. Einzelne Anfragen an Cloud Services durchlaufen oft dutzende verschiedener Technologien. Umgebungen mit vielen Containern oder Microservices haben eine noch höhere Anzahl an Technologien, die bei der Bereitstellung der Dienste involviert sind.
Diese Komplexität spiegelt sich in dem Skillset wider, das von Developern verlangt wird: Mehrere Programmiersprachen, Entwicklungsplattformen, Frameworks, Stacks, Bibliotheken, DBMS, Versionsverwaltungen, Build- und Deployment-Systeme sowie Testmethoden. Agile Entwicklung, DevOps und Continuous Integration/Delivery (CI/CD) erhöhen die Anforderungen weiter.
Hinzu kommt, dass die agilen Strukturen in den IT-Organisationen den Release-Zyklus stark verkürzen. Jedes zweite befragte IT-Team stellt einmal pro Woche neue Releases bereit, fast ein Viertel (23 Prozent) sogar täglich. Hier ist ein Echtzeit-Monitoring für Test- und Produktivsysteme gefordert, das Betriebs- und Entwicklungsteams bei ihren jeweiligen Aufgaben unterstützt.
Daran herrscht Mangel, denn nur acht Prozent der Befragten sind mit den vorhandenen Lösungen wirklich zufrieden. Größte Herausforderung ist die einheitliche Sichtbarkeit über wichtige Dienste hinweg. Oft werden Vorfälle und Störungen zu langsam behoben. Der Grund ist zum Teil die Unübersichtlichkeit der vorhandenen Lösungen: Jedes zweite befragte Unternehmen nutzt mehr als fünf Monitoring-Tools, die jeweils nur einzelne Aspekte abbilden.
Observability-Plattformen erleichtern Entwicklung
Moderne Observability-Plattformen dagegen integrieren unterschiedliche Monitoring-Funktionen und bieten einen Einblick in den aktuellen Zustand der IT-Infrastruktur sowie der Anwendungen. Trotzdem setzen nur 16 Prozent der befragten IT-Fachleute solche Plattformen ein. Allerdings wird dieser Anteil steigen, denn gut ein Drittel aller Unternehmen hat die Absicht, neue Observability-Tools zu implementieren.
Damit haben die Entwicklerinnen und Entwickler nun die Möglichkeit, durch Auswertung von Cloud-Metriken ihre Anwendung besser an die Rahmenbedingungen des Alltagsbetrieb anzupassen. Ein Beispiel: Ein Ride-Sharing-Dienst erfährt durch Observability, wann sein Dienst am meisten genutzt wird, wie viel Kundschaft auf Fahrten wartet und wie viele Mitfahrgelegenheiten zu Stoßzeiten unterwegs sind.
Stela Udovicic
(Bild: VMware Tanzu)
Die Entwicklungsteams sind nun in der Lage, Algorithmen und das Laufzeitverhalten der Anwendungen an die Spitzenlasten anzupassen. Letztlich wirkt sich das auch auf die Kundschaft aus und damit auf den Umsatz. Das wird von 92 Prozent der Befragten als Vorteil erkannt. Die übergroße Mehrheit hält sie für wertvoll (60 Prozent) oder sogar für unbedingt notwendig (32 Prozent). Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass sich solche Tools über kurz oder lang in allen Unternehmen verbreiten werden.
Stand: 08.12.2025
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* Stela Udovicic ist Director of Product Marketing bei VMware Tanzu und leitet hier das „Tanzu Observability by Wavefront PMM“-Team. Vor VMware war sie bei Wavefront als Sr. Director, Product Marketing, für das Produkt-, Lösungs- und Partnermarketing tätig. Vor ihrer Zeit bei Wavefront war Stela für das Produktmarketing für die DevOps-, IT Ops-, Storage- und Netzwerklösungen von Splunk zuständig.