So gut wie allen Unternehmen fällt das Monitoring ihrer IT-Infrastrukturen und Cloud Services schwer - das ergab eine neue Studie von VMware Tanzu. Ein häufiger Grund: Die genutzten Tools sind nicht an die Cloud angepasst.
Einsichten, Durchblick, Verstehen, Erkennen, Kontrolle - das soll Monitoring gemeinhin leisten. Doch für die Cloud, die Clouds fehlt den Unternehmen oftmals diese Observability.
(Bild: Gerd Altmann auf Pixabay)
Fast jedes Unternehmen (96 Prozent) hat Probleme damit, seine IT-Infrastruktur in der Cloud zu überwachen – dass das spannende Ergebnis der Studie „The State of Observability 2021“ von VMware Tanzu.
Die Observability-Experten*innen haben dafür IT-Profis in Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt. Acht von zehn der Befragten erklärten diese Probleme mit dem Alter der genutzten Tools, die das Monitoring moderner Cloud-Anwendungen nicht beherrschen.
Microservices und Container – die Cloud heute
Die Studie zeigt die stark gewachsene Bedeutung von Cloud-Services in den Unternehmen und deren gestiegene Komplexität. 86 Prozent der befragten IT-Expert*innen sagen, dass Cloud-Anwendungen heute deutlich komplexer sind als noch vor fünf Jahren. Auch die Anzahl der einzelnen Recheninstanzen ist hoch: 84 Prozent berichten, dass sie Hunderte und oft sogar Tausende (43 Prozent) Instanzen nutzen.
Dabei handelt es sich immer seltener um klassische Server: Fast drei Viertel (72 Prozent) der Teilnehmer:innen nutzen moderne IT-Architekturen wie Container und Kubernetes, die Hälfte (49 Prozent) Microservices.
In Großunternehmen mit mehr als 250 Entwickler*innen ist dieser Trend besonders deutlich: Hier nutzen 78 Prozent in ihrer Infrastruktur mehr als 1.000 Container und 62 Prozent mehr als 1.000 Microservices.
Eine Mehrheit der Teams von 83 Prozent betreibt mehr als 100 Container-Instanzen.
(Bild: VMware Tanzu)
Cloud-Infrastrukturen müssen genauso überwacht werden wie herkömmliche On-Premises-Systeme. Tatsächlich ist es bei diesen fast noch wichtiger, sie zu überwachen als das Monitoring von On-Premise. Keine Frage: Die Nachfrage nach Observability – die Fähigkeit, die eigenen IT-Infrastrukturen umfassend und ganzheitlich zu beobachten, Informationen über Fehlfunktionen erhalten und an die Verantwortlichen zu übermitteln – steigt und steigt. Für IT-Organisationen und Service Provider ist Observability zu einem wichtigen Qualitätskriterium für Anwendungsumgebungen und Cloud-Infrastrukturen geworden - genauso wichtig wie die Verfügbarkeit und Stabilität.
Tägliche Releases steigern die Komplexität weiter
Das Überwachen von hochgradig verteilten Anwendungen ist für 90 Prozent der befragten Unternehmen eine große Herausforderung. Einzelne Anfragen an Cloud Services durchlaufen oft Dutzende verschiedener Technologien. Umgebungen mit vielen Containern oder Microservices haben eine noch höhere Anzahl an Technologien, die bei der Bereitstellung der Dienste mitarbeiten.
Agile Entwicklung, DevOps und Continuous Integration/Delivery (CI/CD) verkürzen zwar den Release-Zyklus, setzen aber Echtzeit-Monitoring für Test- und Produktivsysteme voraus. Inzwischen gehört das in vielen Unternehmen zum Standard:
Jedes zweite befragte IT-Team stellt einmal pro Woche neue Releases bereit, fast ein Viertel (23 Prozent) sogar täglich. Die bisher üblichen Monitoring-Systeme sind kaum in der Lage, die IT-Teams in dieser Situation zu unterstützen.
Die Frage Lautet: Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen bei der Überwachung seiner aktuellen Cloud-Anwendungsumgebungen?
(Bild: VMware Tanzu)
Dementsprechend sind auch nur acht Prozent der Befragten mit den vorhanden Lösungen sehr zufrieden. Größte Herausforderung ist die einheitliche Sichtbarkeit über wichtige Dienste hinweg. Oft werden Vorfälle und Störungen zu langsam behoben. Der Grund ist zum Teil die Unübersichtlichkeit der vorhandenen Lösungen: Jedes zweite befragte Unternehmen nutzt mehr als fünf Monitoring-Tools, die jeweils nur einzelne Aspekte abbilden.
Moderne Observability-Plattformen dagegen integrieren traditionelle Monitoring-Funktionen und bieten zusätzlich Einblicke in den aktuellen Zustand der IT-Infrastruktur. Trotzdem setzen nur 16 Prozent der befragten IT-Praktiker*innen solche Plattformen ein. Allerdings wird dieser Anteil steigen, denn etwa ein Drittel (34 Prozent) aller Unternehmen hat die Absicht, im nächsten halben Jahr neue Observability-Tools zu implementieren.
Ein wichtiger Grund ist neben dem Monitoring der IT-Infrastruktur auch die Möglichkeit, informierte und bessere geschäftliche Entscheidungen zu treffen. Durch die zahlreichen Metriken ergeben sich Geschäftseinblicke in Echtzeit. Ein Beispiel: Ein Ride-Sharing-Dienst versteht durch Cloud-Metrik, wann sein Dienst am meisten genutzt wird, wie viele Kund*innen auf Fahrten warten und wie viele Fahrer:innen zu Stoßzeiten unterwegs sind.
Stand: 08.12.2025
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Stela Udovicic: „Verwenden Sie unverbundene und isolierte Tools? Wenn ja, überprüfen Sie Ihr aktuelles Monitoring-Toolset in den Betriebs- und Entwicklungsteams und suchen Sie nach Möglichkeiten diese zu rationalisieren und zu vereinheitlichen.“
(Bild: VMware)
Je anspruchsvoller die Anwendungen werden, desto größer ist das Risiko, dass sich Störungen auf die Kund:innen auswirken – und damit eben auch auf den Umsatz. Das wird von 92 Prozent der Befragten als Vorteil erkannt. Die übergroße Mehrheit hält sie für wertvoll (60 Prozent) oder sogar für unbedingt notwendig (32 Prozent). Die Zufriedenheit der Nutzer:innen dieser Tools spricht dafür, dass diese bald der neue Standard im Monitoring sein werden.
* Stela Udovicic ist Director of Product Marketing bei VMware und leitet hier das Tanzu Observability by Wavefront PMM Team. Vor VMware war sie bei Wavefront als Senior Director Product Marketing für das Produkt-, Lösungs- und Partnermarketing tätig. Vor ihrer Zeit bei Wavefront war sie für das Produktmarketing für die DevOps-, IT Ops-, Storage- und Netzwerklösungen von Splunk zuständig.