Falsche und veraltete Informationstechnik behindern den organisatorischen Fortschritt und die Innovationsbemühungen, sagen C-Level-Führungskräfte. Veraltete, monolithische Systeme aber auch ein Mangel an technischen Verständnis auf der Führungsebene schränken ein, zeigt ein „IDC Infobrief“ auf. Hinter den Einsichten stecken NTT Data sowie Boomi und IFS.
Ohne lockere Kupplungen beziehungsweise Kompositionen per APIs und ohne ein stetiges Lifecycle-Management reißt die Zukunftsfähigkeit der IT ab - so Boomi und NTT Data.
(Bild: putilov_denis - stock.adobe.com)
NTT Data macht an der Erkenntnis die Bedeutung eines gut gemachten Infrastruktur-Lifecycle-Managements fest. Boomi und IFS betonen die Notwendigkeit von Application Programming Interfaces (APIs). Sie seien der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg.
In seinem ersten „Lifecycle Management Report“ veröffentlicht NTT Data, dass weltweit rund 80 Prozent der befragten Unternehmen der Meinung sind , dass falsche und veraltete Technik den organisatorischen Fortschritt und die Innovationsbemühungen behindern. Tatsächlich sagen 94 Prozent der Führungskräfte auf C-Level, in Deutschland sind es 89 Prozent, dass eine überholte Infrastruktur ihre geschäftliche Agilität stark einschränkt.
Die Studie ist in den Jahren 2022 und 2023 erhoben worden, wobei Daten von mehr als 248 Millionen aktiven Assets in 130 Ländern gesammelt und durch Antworten von bis zu 1.400 leitenden Technologie-Entscheidern ergänzt wurden. Demnach falle es vielen Unternehmen angesichts rascher Modernisierungen und der zunehmenden Verbreitung von flexiblen Verbrauchsmodellen in Verbindung mit einem immer komplexeren und fragmentierteren Lieferanten-Ökosystem schwer, ihre technische Infrastruktur so zu warten, dass sie geschäftliche Agilität und Innovation unterstützt.
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Hinzu komme, dass mehr als zwei Drittel, nämlich 69 Prozent, der derzeit im Einsatz befindlichen Hardware mit dem geplanten letzten Support-Tag 2027 nicht mehr unterstützt würden. In Deutschland sei der Anteil zwar geringer, aber mit 39 Prozent immer noch hoch, so die Studie. Zudem haben dem Bericht zudem weltweit nur 51 Prozent, in Deutschland 35 Prozent, der Unternehmen ihren Technikansatz vollständig an den Anforderungen ihrer Geschäftsstrategie ausgerichtet. Gleichzeitig sagten 71 Prozent (Deutschland: 61 Prozent), dass ihre Netzwerkressourcen größtenteils veraltet oder überholt sind.
Laut NTT wäre ein Lebenszyklus-Management wichtig. Denn schlecht abgestimmte Modelle könnten zu unpassenden Abdeckungen, arbeitsintensiven Erneuerungen, verlängerten Problemlösungszeiten, Sicherheitsverstößen und sogar kostspieligen Lizenzverletzungen und Compliance-Problemen führen.
Bernhard Kretschmer ist Vice President Services und Cybersecurity bei NTT Data.
(Bild: NTT Data)
Bernhard Kretschmer, Vice President Services und Cybersecurity bei NTT Data in Deutschland, beschreibt die Vorteile wie folgt: „Für Unternehmen wird es immer wichtiger, Hardware- und Software-Assets während ihres gesamten Lebenszyklus – das heißt von der Anschaffung bis zur Außerbetriebnahme – optimal zu verwalten. Ein gutes Infrastruktur-Lifecycle-Management stellt sicher, dass alle Komponenten konform, effizient und effektiv sind. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten Unternehmen ihre Beschaffungspraktiken standardisieren und defragmentieren. Dann können sie nicht nur ihren Lizenzverbrauch reduzieren und unnötige Risiken vermeiden, sondern auch ihre geschäftliche Agilität fördern und Innovationen vorantreiben.“
Doch der Lifecycle Management Report liste nicht nur Probleme auf, so NTT Data. Er liefere auch zeitnahe, umsetzbare Erkenntnisse, die IT-Verantwortliche dabei unterstützen könnten, diese Risiken zu minimieren und gleichzeitig den Wert ihrer Hardware und der darauf laufenden Software zu maximieren, also:
Ratschläge zur Entwicklung einer ganzheitlichen Sicht auf Technikressourcen, die die Optimierung potenziell schlecht abgestimmter Lebenszyklen ermöglicht
Unterstützung bei der Standardisierung von Beschaffungspraktiken und der Rationalisierung der Multi-Vendor-Umgebung eines Unternehmens, vor dem Hintergrund eines zunehmend fragmentierten Ökosystems
Anleitung zur Kostenoptimierung bei gleichzeitiger Verbesserung der Servicebereitstellung, sowohl intern als auch für externe Stakeholder und Kunden
Ein besseres Verständnis der Nachhaltigkeitsvorteile, die durch ein optimiertes Lebenszyklus-Management erzielt werden können.
Boomi Studie: Kompatibilität ist unerlässlich
Doch die IT ist nicht nur schöne neue Welt. Die globale Studie von IFS und Boomi zeigt eine technische Stagnation, was angesichts des KI-Hype fast schon wundert. Doch der daraus resultierende IDC Infobrief geht noch weiter: Er diagnostiziert veraltete Systeme und mangelndes technisches Wissen auf Vorstandsebene, was die organisatorische Agilität verhindere und die Reaktionsfähigkeit auf Störungen einschränke. Doch auch diese Analyse hält eine Lösung parat: API-gesteuerte Innovation wird zum Schlüssel des zukünftigen Erfolgs.
Für die Studie wurden über 1.000 Führungskräfte in zwölf Ländern in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt. Die Studie zeigt auf, dass veraltete Plattformen und die Unkenntnis, die Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) und Kompositionsfähigkeit bei der Erschließung von Geschäftsdaten spielen, zusammengenommen den Einblick und die Transformation behindern.
Einerseits geben die meisten Unternehmen an, dass sie den Störungen der vergangenen drei Jahre standgehalten haben. Zugleich aber räumen die Führungskräfte ein, dass Ungleichgewichte bei Betriebskapital und Beständen (56 Prozent), eine schwankende Nachfrage (53 Prozent) und unvorhersehbare Lieferketten (48 Prozent) ihre größten Herausforderungen waren. Die Befragten weisen zudem darauf hin, dass veraltete Anwendungen (60 Prozent), mangelnde Integration (48 Prozent) und unflexible/monolithische Anwendungen (43 Prozent) die Bemühungen zur Bewältigung dieser Herausforderungen behinderten und sich auf die Effizienz auswirkten, mit der sie Risiken abfedern könnten.
Stand: 08.12.2025
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Zu alt, zu wenig flexibel
Die Untersuchung ergibt auch, dass die Unternehmen die Folgen veralteter Technologieplattformen zu spüren bekommen. So berichten 24 Prozent der Befragten von einer eingeschränkten Transparenz der betrieblichen Abläufe und 18 Prozent von einer schlechten internen Zusammenarbeit. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Unternehmen Schwierigkeiten hättenen, ihre Daten für die langfristige Planung zu nutzen, was die geschäftliche Flexibilität und die Fähigkeit, auf künftige Störungen wirksam zu reagieren, beeinträchtige, so der Infobrief.
Da mehr als zwei Fünftel (41 Prozent) der Unternehmen keine Composable-Strategie haben, sei das Risiko einer Stagnation und steigender technischer Schulden offensichtlich. Während mehr als 70 Prozent der befragten C-Suite-Mitarbeiter mit geschäftlichen und funktionalen Verantwortlichkeiten den Wert einer Composable-Architektur gut verstehe, hinkten die Fachleute auf Vorstandsebene in hinterher - nur 19 Prozent seien sich über den Wert, den Composability schafft, im Klaren. „Diese Kluft zwischen den Führungskräften zeigt, dass Aufklärung und klarere Geschäftsszenarien erforderlich sind, die den kurz-, mittel- und langfristigen Wert von Composability hervorheben“, heißt es.
Doch immerhin nennen 89 Prozent der Befragten API-gesteuerte Innovationen als Schlüsselkomponente einer Kompatibilität, wobei mehr als die Hälfte (51 Prozent) auf die nahtlose Integration zwischen Prozessabläufen und 37 Prozent auf die Bedeutung von Lösungen mit einer einzigen Plattform hinweisen. „Diese Ergebnisse unterstreichen nicht nur die wesentliche Rolle von APIs bei der Schaffung anpassungsfähiger und flexibler Geschäftssysteme, sondern bestätigen auch die Vorstellung, dass die Zukunft von Geschäftsanwendungen kompositionsfähig ist“ lautet die Schlussfolgerung.
Einsicht
So wundert es auch nicht, dass bei den technischen Präferenzen APIs bei 82 Prozent der Befragten an erster Stelle steht, gefolgt von Künstlicher Intelligenz (45 Prozent) und Maschinellem Lernen (40 Prozent). Die Untersuchung ergibt ferner, dass die Lieferkette (51 Prozent), die Beschaffung (47 Prozent), der Kundenservice und -support (40 Prozent) die wichtigsten Bereiche sind, in denen Unternehmen von der Kompatibilität ihrer Anwendungen profitieren könnten, so die Befragten.
Jedenfalls zeigen die Umfragedaten einen deutlichen Trend zu Investitionen in die Zusammenstellung von Arbeitsabläufen mit mehreren Produkten unter Verwendung von APIs. Rund 22 Prozent der Befragten geben an, diesen Ansatz aktiv zu verfolgen, was einen strategischen Schritt hin zur Nutzung von APIs für die Integration verschiedener Systeme und Anwendungen zur Förderung von Effizienz und Innovation und zur Vermeidung von Verschwendung widerspiegele.
Ed Macosky, Chief Product and Technology Officer bei Boomi, schließt: „Trägheit bei der Umstellung auf die Cloud oder die Formulierung einer klaren Composability-Strategie wird Unternehmen wahrscheinlich daran hindern, den vollen Wert von KI und maschineller Lerntechnologie zu erschließen. Die Herausforderung für Unternehmen besteht nun darin, den Wert umfassend zu realisieren.“ Er setzt hinzu: „Es sollte daher nicht überraschen, dass der CIO und der CTO die wichtigsten Verfechter von Composability sind.“