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Alternative Server-Produkte für Apple-Fans
Aber wie geht es mit der installierten Basis des Xserve weiter, die in Kürze in die Jahre kommen wird? Bei der Migration vom Xserve auf andere Hardware als die von Apple sind die Server-Services des Mac OS X Server auf ein alternatives System zu replizieren. Allerdings unterstützen die meisten Server-Lösungen der gängigen Hersteller keine Mac-Clients.
Eine Freigabe von Mac OS X Server auf Nicht-Apple-Hardware wäre zwar eine denkbare, aber keine wahrscheinliche Lösung, obwohl sie nur kleine Änderungen am Code und in den Lizenzen voraussetzen würde. Einen Mac-Server auf beliebiger Hardware als virtuelle Maschine einzusetzen, wäre vor allem im Sinne von Herstellern wie Parallels oder VMware.
Von Active Storage, gegründet und geleitet von ehemaligen Apple-Mitarbeitern, kommt ein neuer Server, der sich auch für das Macintosh-Umfeld eignet. Das Rack-taugliche „ActiveSAN“ ist ein Metadaten-Controller für Xsan- und Stornext-Netzwerke.
Die Ausstattung der Xserve-Alternative
Der Rechner basiert auf der „Nehalem“-Server-Architektur mit einem „Intel Xeon 5500“ im 1U-Rack-Format. Auf dem Server kommt ein Linux-System zum Einsatz, als Filesystem wird das Quantum Stornext SAN verwendet.
Vorgestellt wurde der ActiveSAN bei der „NAB Show 2011 Convention“ (National Association of Broadcasters) von 9. bis 14. April in Las Vegas, danach sollten die ersten Geräte ausgeliefert werden. Statt mit der Mac OS X Server Software arbeitet der ActiveSAN allerdings nur mit einer angepassten Linux-Oberfläche, so dass er nicht als vollwertiger Xserve-Nachfolger, sondern als herkömmlicher Server angesehen werden sollte.
Das File Server Bundle von Helios aus Hannover arbeitet kompatibel mit den AFP and SMB/CIFS File- und Print-Servern für Mac, Windows, und Web-Clients. Unterstützt werden die Apple-Technologien Bonjour, Spotlight, Time Machine und Remote Administration. Mit dem Advanced Printing System, einem Client-Support über mehrere Hardware-Plattformen und einem Web-basierten File-Sharing geht Helios sogar über den Leistungsumfang eines Xserve hinaus.
Erste Kundschaft für ArtiSAN
Von SAN Solutions kommt der ArtiSAN Metadata Controller Server (MDC) als Alternative zum Xserve. Das Gerät eignet sich für Sender und Post-Production und zentralisiert Speicher-Verzeichnisse mit Media-Files zum schnellen Zugriff. Der MDC kommt ausgestattet mit SSDs, einer redundanten Stromversorgung und dem Linux-Betriebssystem Red Hat Enterprise Level.
Laut Hersteller setzt der Radiosender KTVU aus dem kalifornischen Oakland bereits den ArtiSAN MDC für den Zugriff und das Multiserver-Management seines geschäftskritischen Archivs ein, in Kürze werden die Bereiche Redaktion und Grafik, die mit dem Mac Pro und Final Cut Pro Workstations ausgestattet sind, in die zentrale Speicher-Umgebung eingebunden.
Zum Schluss
Dass der Xserve eingestellt wurde, hatte wohl einen simplen Grund: Für die Mehrheit der Anwender war diese Hardware einfach zu anspruchsvoll gewesen, denn auch mit preisgünstigeren Maschinen lassen sich leistungsfähige Infrastrukturen aufbauen, die den betrieblichen Ansprüchen vollauf genügen.
Der Autor:
Bernhard Schoon ist freier Autor in München.
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