Es gibt genug Rechner-Alternativen

Nachruf: Apple baut keine Server mehr

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Wer braucht einen Mac als Server?

Auch wenn es der Macintosh nur selten in die Rechenzentren der Unternehmen geschafft hat, ist die angestammte Klientel von Apple auf leistungsstarke Maschinen angewiesen. So setzen vor allem kleine und mittlere Unternehmen, denen die Implementierung von Cloud Computing und Virtualisierung zu anspruchsvoll wäre, noch immer auf Application-Server für Druck-, Mail- und File-Services mit genügend Skalierbarkeit und Leistungs-Reserven.

Als Alternative zum eingestellten Xserve rät Apple selbst zur „Mac OS X“-Server-Software auf einem „Mac Pro“ oder „Mac Mini“. Der altbewährte Mac Mini wurde zur Messe „Macworld Expo 2005“ in San Francisco erstmals vorgestellt und gilt als solider Dauerläufer. Kontinuierlich weiter entwickelt, wird der Mac Mini seit seiner Einführung von vielen Anwendern als preisgünstige und Strom sparende Server-Hardware eingesetzt.

Als Server läuft der Mac mini auch ohne Monitor („Headless“) und lässt sich über das Netzwerk administrieren. Seit Mac OS X 10.5 („Leopard“) ist der gängige Web-Server „Apache“ ein serienmäßiger Bestandteil des Betriebssystems von Apple. Wer den Mac mini jedoch als File-Server einsetzen möchte, muss eine relativ niedrige Kapazität der internen Festplatte in Kauf nehmen oder diese gegen eine leistungsfähigere Variante austauschen.

Neue Aufgaben für den Mac Pro

Leiser und stromsparender als ein Xserve arbeitet auch ein Mac Pro, allerdings steht keine redundante Stromversorgung wie beim Xserve zur Verfügung. Auch dieses Gerät ist ein Dauerläufer, dessen Design sich seit der Einführung im Juni 2003 kaum verändert hat.

Oft lässt sich das Baujahr eines Mac Pro nur anhand seiner Laufwerke und Schnittstellen erkennen. Sollte man dies als ein Zeichen für das Desinteresse von Apple an einem weiteren Highend-Rechner deuten? Oder als die Ruhe vor einem radikalen Design-Wechsel, bei dem alle Laufwerke über eine „Thunderbolt“-Schnittstelle ausgelagert werden?

Zusammen mit „Xsan 2.2“ von Apple lassen sich Hardware-Komponenten physikalisch konsolidieren, die Daten zentralisieren und die Adminstration der Storage-Infrastruktur vereinfachen. Durch die Interoperabilität mit dem „Stornext“-File-System von Quantum kann man auch Clients unter Windows, Linux und anderen Unix-Plattformen mit direktem Fibre Channel Block-Level-Access auf einen Storage-Pool einrichten. Zum Anschluss an ein Xsan-Netzwerk und externe 4 Gigabit Fibre Channel-Speicher muss ein Mac Pro mit einer Fibre Channel-PCI Express-Karte für rund 500 Euro ausgestattet sein.

Diese Konfiguration ermöglicht clustered Dateisysteme zur Speicherung und Verteilung von mehreren Terabyte über Fibre Channel an ein oder mehrere Server, Workstations oder RAID-Geräte von Drittanbietern, wie das „Promise VTrak“ E-Class RAID-Subsystem. Mit dem Feature „MultiSAN“ kann ein Anwender vom Mac-Arbeitsplatz auf mehrere SANs gleichzeitig zugreifen. Über einen SFP-Anschluss (Small Form Factor Pluggable) auf der Karte lassen sich Kupfer- oder optische Kabel auf Strecken bis 500 Meter einsetzen.

Nur noch ein Betriebssystem

Knackpunkt der Server im Mac-Umfeld dürfte wohl die notwendige Software sein. Seit der Premiere im März 2001 aktualisiert Apple sein Betriebssystem Mac OS X im Rhythmus von ein bis zwei Jahren und benennt die Systeme immer nach einer Raubkatze. Das derzeit noch aktuelle System 10.6 („Snow Leopard“) wurde im August 2009 eingeführt.

Wenn es den Xserve schon nicht mehr gibt, muss Apple auch die Server-Software dazu neu positionieren. Für diesen Sommer wird Version 10.7 („Lion“) des Mac OS X erwartet, mit der Apple noch mehr Features der mobilen Hardware wie iPhone, iPad und iPod auf den Macintosh bringt.

Gleichzeitig enthält das neue Betriebssystem auch die komplette und zur Zeit noch 499 Euro teure Mac OS X Server Software. Praktisch jeder Mac-Anwender kann die Server-Software dann selbst installieren, da es nur noch ein Mac OS X statt einer Server- und Client-Variante gibt.

weiter mit: Alternative Server-Produkte für Apple-Fans

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