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Software Defined Mainframe

Lz Labs geht dem Mainframe per Container an den Kragen

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Schrittweise Migration mit mehreren Tools

Die Lz-Labs-Anwendung besteht aus mehreren Tools, die eine Migration vom Mainframe auf Linux-Systeme unter RHEL schrittweise erlauben. Das erste Tool packt eine Mainframe-Anwendung mit den zu ihr gehörenden Daten ein. Das zweite Tool nimmt sie auf dem Linux-Server in Empfang, packt sie aus, füllt sie in den passenden Container und versieht sie mit den richtigen Call-Formaten zum Aufruf der Linux-Seite.

Zehn Beta-Kunden von Lz Labs befinden: Es wird Zeit für etwas Neues und migrieren Mainframe-Anwendungen mithilfe von Containern.
Zehn Beta-Kunden von Lz Labs befinden: Es wird Zeit für etwas Neues und migrieren Mainframe-Anwendungen mithilfe von Containern.
(Bild: Robert Kneschke/Fotolia.com)

Das dritte Tool befindet sich im Container selbst und nimmt mit seinen Schnittstellen die Calls der eingefüllten und im zweiten Schritt dafür präparierten Anwendungsschicht in Empfang. Migriert werden auf diese Weise nur Anwendungen, die auf IBM z-Systems laufen, nicht aber Software für die „AS/400"-Systeme von IBM.

Migriert werden kann auch noch nicht jede Lösung. Realisiert sind Migrationsroutinen für Kernlösungen, „DB2“ und „CICS“-Transaktionen beispielsweise. „Das Problem ist, dass die meisten Anwendungen über viele kleine Subelemente mit Spezialfunktionen verfügen, die jeweils einzeln bearbeitet werden müssen“, sagt Rockmann.

Probleme und erste Kunden

Viele Anwendungen seien sogar gemischt codiert und seit vielen Jahren nicht mehr neu kompiliert worden. Dazu kämen Werkzeuge in Windows-Optik, mit denen sich die Mainframe-Anwendungen bei ihrer Arbeit auf der Linux-Plattform überwachen und steuern lassen.

Die zehn Beta-Kunden nutzen einen kompletten Softwarestapel, der auf einer proprietären Hardware, einer Art Mikro-Server, läuft. Im Echteinsatz kann als Hardware jeder Linux-Server dienen. „Wir wissen jetzt, dass sich Applikationen tatsächlich mit unserem Verfahren erfolgreich migrieren lassen“, sagt Rockmann.

Fertig soll sein Produkt allerdings erst im kommenden Jahr sein. Auf der Cebit zeige man sich bereits in diesem frühen Stadium, weil die IT-Messe sich 2016 das Partnerland Schweiz gewählt hat. Das marktfähige Produkt soll „hoffentlich noch 2016“ (Rockmann) fertig werden. Man darf gespannt sein, wie IBM mit dieser neuen Bedrohung seiner angestammten Marktmacht umgeht.

* Ariane Rüdiger ist freie Autorin und lebt in München.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger