Leanix hat sich auf die Planung, den Betrieb und das Monitoring der unternehmensweiten Applikationslandschaft spezialisiert. In Berlin trafen sich in der vergangenen Woche Kunden und Partner des Unternehmens zum „Leanix Connect Europe Summit 2022“.
In Berlin fand von 20. bis 21. September der „Leanix Connect Europe Summit 2022“ statt. Das Unternehmen hatte jede Menge Neuerungen im Gepäck.
(Bild: LeaniX)
Unternehmen durchleben herausfordernde Zeiten. Das betrifft auch die Applikationslandschaft. „69 Prozent der von uns kürzlich Befragten sorgen sich darum, ob ihre IT-Ausgaben einen Wettbewerbsvorteil bedeuten“, berichtete Phil Carter, Group Vice President und leitender europäischer Analyst bei IDC in seinem Gastvortrag auf der Veranstaltung. Exorbitantes Wachstum der IT-Ausgaben sei unter diesen Umständen kaum zu erwarten.
Weitere Ergebnisse des jüngsten „IDC Cloud Pulse“: Bis 2026 stammen 40 Prozent der Umsätze aus digitalen Diensten oder Produkten. Das App-Portfolio soll dann jährlich um 55 Prozent wachsen (heute: 18 Prozent), wobei 47 Prozent der Apps modular und plattformorientiert sind. Die Abhängigkeiten zu anderen Applikationen wachsen um 53 Prozent.
Statt Projekt- ein Produkt-Management
„Unter diesen Umständen geht der Trend vom Management von Softwareprojekten zum verantwortlichen Management von Softwareprodukten, zur stärkeren Einbindung von Technologie ins gesamte Geschäft. Entscheidend wird nicht, welchen ROI ein Softwareprodukt hat, sondern ob es die Anwender annehmen“, so Carter weiter.
Leanix-Mitgründer und CEO Andreas Christ kündigte aktuelle und geplante Neuerungen an den Produkten des Unternehmens an, die sie an diese Situation anpassen sollen. Die vor zehn Jahren gestartete Softwareschmiede ist mittlerweile auf 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen. 830 Kunden, davon 60 aus den Global 500, bedienen sich Leanix-Software für das Management der unternehmensweiten App-Architektur.
SaaS-Discovery und mehr Datensichten
Neues gab es für die gesamte Softwareplattform: das Einkaufsmodul „Leanix SMP“, das Planungsprodukt „Leanix EAM“ und die Build-Software „Leanix VSM“. So wurde ein Tool für das SaaS-Discovery implementiert. Es besitzt eine offene API als Endpunkt für den Datenimport aus solchen Diensten.
Die Discovery-Software kann beispielsweise die Ausgaben der diversen Services und ihre Verteilung analysieren. Für diverse SaaS-Services funktioniert das schon jetzt; das Portfolio an Datenquellen wird ständig erweitert.
Gezielte IT-Budget-Reduzierungen werden die nächsten Jahre prägen.
(Bild: IDC)
Die Reports im EAM-Modul lassen sich jetzt in einem so genannten Rollup-Layout-Mode nach unterschiedlichen Aspekten sortieren, beispielsweise danach, in welchen Bereichen es wie viele Apps gibt, deren Lebenszyklus kurz vor ihrem Ende steht. Man kann eine differentielle Sicht auf zwei unterschiedliche Zeitpunkte erstellen oder feststellen, welche Produkte mit Single Sign on erreichbar sind und welche nicht.
Automatisierung ohne Programmierung
Dieselben Funktionen werden auch für die Matrix-Sicht vorgehalten. Damit lässt sich etwa planen, welche Apps zu bestimmten Teams oder Anwendungsbereichen passen. Sie lassen sich auch dafür verwenden, eine zum Beispiel Team-bezogene Applikationssicht vom Rollout bis zur Abschaltung zu planen. Derartige Darstellungen sollen in allen Programm-Modulen möglich werden.
Weiter ausgebaut wurde die Automatisierung. So lassen sich nun einzelne Automatisierungsschritte ohne Programmierung erstellen: Mittels eines einfachen Bildschirmdialogs werden ein Trigger, ein Filter (Bedingung) und eine Aktion definiert, das ist alles.
2023: Verbesserte Surveys
Für das Jahr 2023 kündigte Christ weitere Verbesserungen an, die schrittweise umgesetzt werden sollen. So sollen Nutzerbefragungen, beginnend ab dem nächsten Quartal, erheblich anwenderfreundlicher gestaltet werden. Beispielsweise sollen mehr Funktionen Surveys definieren dürfen, mehr Felder dafür zugänglich sein, Anwender sollen bessere Erklärungen vorfinden und die Navigation verbessert werden.
Mit wenigen Eingaben lassen sich Automatisierungsvorgänge ohne Code programmieren.
(Bild: Rüdiger)
Surveys könnten dann direkt aufs Software-Inventory zugreifen, und es werde einfacher, Empfänger anzuschreiben oder zu erinnern. Wer die „Survey“ erstellt hat, soll den Dateneinlauf verfolgen können. Außerdem lassen sich bei konfligierenden Ansichten Abstimmungen durchführen, um ein klares Meinungsbild zu gewinnen.
Value Streams verfolgen
Viel Neues soll es im kommenden Jahr auch für das dritte Modul, „VSM“ (Value Stream Management), geben. Übergreifendes Ziel ist es hier, die Effizienz des Engineering anzuheben. So soll das Modul einen API- und einen Service-Katalog bekommen, der beispielsweise über den Lebenszyklus der betroffenen Items und die für sie Verantwortlichen Auskunft gibt. Eine Service Detail Page gibt detaillierte Informationen zu jedem Aspekt des betroffenen Dienstes, was auch Links zum Quellcode und zur Dokumentation umfasst.
Stand: 08.12.2025
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Executive Dashboard kommt
Schließlich plant Leanix ein Executive Dashboard, das Unternehmenslenkern auf einen Blick den Status wichtiger KPIs (Key Performance Indicators) mitteilt. Im ersten Schritt soll das Dashboard 2023 mit zehn wichtigen KPIs realisiert werden. Beispiele sind Geschäftsbetrieb, Wachstum, Kosten etc. Insgesamt 50 KPIs hat Leanix aus zahlreichen Interviews mit Anwendern generiert.
Übersichtlich und klar: Executive-Dashboard-Entwurf von Leanix.
(Bild: Rüdiger)
Allerdings wolle man, betonte Christ, „kein Super-Dashboard“ werden, das analog zu „Tableau“ oder klassischen Bi-Anwendungen alle möglichen Daten auswertet. Allerdings erfordere die zielgerichtete taktische und strategische Veränderung in den Unternehmen Zugriff auf die Daten im Enterprise Architecture Repository.
Kooperation mit SAP Signavio
Einen Video-Gastauftritt lieferte Gero Decker, Geschäftsführer von SAP Signavio. Das gleichnamige Produkt der SAP-Tochterfirma managt Unternehmensprozesse, was sich, so Decker, ideal mit Leanix` Fokus Anwendungs-Management ergänze. Man habe daher die gemeinsame Integrationsschicht „OPAL“ (One Process Acceleration Layer) definiert.
"Unsere Lösungen sollen noch benutzerfreundlicher werden": Leanix-CEO André Christ
(Bild: Rüdiger)
Zu den Kunden von Leanix, die auf dem Summit vertreten waren, gehörten unter anderem der Logistikspezialist Kühne & Nagel, die Helvetia-Versicherung, RWE Renewables und EON. Der ehemalige Tierfutter-Spezialist Freßnapf hat mit Hilfe von Leanix-Software während der Covid-Pandemie sein Geschäftsmodell in Richtung umfassender Service für Haustiere ausgeweitet.
Leanix half dabei, eine auf SAP-Services aufbauende Servicearchtektur aufzubauen. Dabei mussten zahlreiche Backend-Prozesse entkoppelt werden.
EAM im digitalen Auto
Bosch digital.auto präsentierte zusammen mit Lior Bakshi, Vice President Production beim israelischen Kooperationspartner City Transformer das gleichnamige faltbare und platzsparende Fahrzeug. Der Startup kooperierte hierbei mit Boschs Bereich digital.auto. „Wir müssen im digitalen Verkehr der Zukunft einen physischen und digitalen Wertschöpfungsprozess managen. Beide Bereiche sind zwar entkoppelt, aber synchronisiert, erläutert Dirk Slama, Vice President Bosch und Chief digital.auto. Dafür sei Leanix der geeignete Partner.
In Kooperation mit Bosch digital.auto hat das israelische Startup City Transformer ein faltbares Fahrzeug für Städte entwickelt. vlnr: Lior Bakshi, Produktionschef bei City Transformer, Dirk Slama, VP Bosch digital.auto, André Christ, Gründer und CEO von LeanIX.
(Bild: Rüdiger)
Filippo Catalano, CIO und CDO bei Reckitt, ein britischer Hersteller von frei verkäuflichen Gesundheits- und Hygienieprodukten mit 13 Milliarden britischen Pfund jährlichem Umsatz. Er gab den Besuchern mit auf den Weg, bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle zunächst klare Ziele zu definieren und dann ausreichende technologische Grundlagen dafür zu schaffen. „Hierhin müssen am Anfang 70 Prozent der Ressourcen gesteuert werden“, betonte er.
Anfangs nur zehn Prozent der Ressourcen für Innovation
Anschließend gelte es, alle Geschäftseinheiten rund um die Transformation zu orchestrieren und in ein Framework einzufügen. Dafür seien 20 Prozent der Ressourcen zu veranschlagen. Nur zehn Prozent flössen anfangs in die Generierung von Wettbewerbsvorteilen – sobald die grundlegende Arbeit erledigt sei, verschiebe sich aber der Schwerpunkt der Aktivitäten und des Personals von selbst auf höhere Wertschöpfungsebenen.
Nötig sei beim Transformationsprozess komplette Kostentransparenz, um festzustellen, wo beispielsweise Gelder in 'Dark IT' versickern, eine kooperative Beschaffung zusammen mit den betroffenen Teams und ein sinnvolles Bundling und Unbundling von Softwareprodukten anhand der vorhandenen Daten über die Architektur.