Mission KI und Noxtua veröffentlichen Open-Source-Software zur Weiterentwicklung KI-Compliance-Prüfsystem für den sicheren Datenaustausch

Quelle: Pressemitteilung Mission KI 5 min Lesedauer

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Mithilfe der KI-Anwendung von Mission KI und weiteren Partnern können Anwender interaktiv prüfen, ob im Datenaustauschprozess ein Verstoß gegen Compliance-Vorgaben vorliegt. Die Rechts-KI „Noxtua“ gibt es jetzt quelloffen und kostenfrei zur Entwicklung von Services und Produkten.

Die europäische Rechts-KI „Noxtua“ sei DSGVO-konform und entspreche den hohen berufs-, straf- und datenschutzrechtlichen Anforderungen für Anwältinnen und Anwälte, so die Anbieter. (Bild:  HISTOCK - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die europäische Rechts-KI „Noxtua“ sei DSGVO-konform und entspreche den hohen berufs-, straf- und datenschutzrechtlichen Anforderungen für Anwältinnen und Anwälte, so die Anbieter.
(Bild: HISTOCK - stock.adobe.com / KI-generiert)

Um die Einhaltung europäischer Vorschriften beim Datenaustausch sicherzustellen, hat Mission KI mit Unterstützung von der Software Noxtua (ehemals „Xayn“; siehe: Kasten) und in Zusammenarbeit mit dem Allianz -Konzern ein KI-basiertes Compliance-Monitoring prototypisch entwickelt. Anschließend hat das Team das System in verschiedenen Testumgebungen und Anwendungsszenarien getestet.

Mission KI (s.u.) hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch und die Nutzung von Daten für KI-Innovationen auf Basis souveräner Daten-Ökosysteme zu unterstützen. Hierzu entwickelt und erprobt das Team Open-Source-Produkte und -Services für eine flexible Nutzung in solchen Ökosystemen.

Zu Noxtura

Die Rechts-KI „Noxtua“ hilft Jurist*innen bei der juristischen Recherche, bei der Analyse und dem Verfassen juristischer Dokumente. Die DSGVO-konforme Rechts-KI erfüllt die berufs-, straf- und datenschutzrechtlichen Anforderungen für Anwält*innen (§ 203 Strafgesetzbuch, § 43e Bundesrechtsanwaltsordnung) und ist zertifiziert nach ISO 27001, 9001, 27018, 27017, 42001 sowie BSI C5.

Die Produktvariante „Beck-Noxtua“ basiert auf den exklusiven Daten des führenden juristischen Fachverlages C.H.Beck sowie Deutschlands größter Wirtschaftskanzlei CMS.

Im Jahr 2017 aus einem Forschungsprojekt von Leif-Nissen Lundbæk und Professor Michael Huth an der Oxford University und dem Imperial College London in der deutschen Hauptstadt gegründet, hat das Legal-Tech-Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung DSGVO-konformer KI-Anwendungen mittlerweile Standorte in Berlin, Paris und Zagreb.

Mit dem entwickelten Prüfsystem können Unternehmen und andere Organisationen die rechtliche Konformität von Daten – sei es bezogen auf daten(schutz-)rechtliche Vorgaben, Lizenzen oder sonstige relevante Standards – in Echtzeit überprüfen. Dies schafft Transparenz in der Datenqualität und erleichtert den Datenaustausch in und außerhalb von Datenräumen.

Über Mission KI

Mission KI ist eine nationale Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie, ein Projekt von Acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Gefördert wird das Projekt in Höhe von 32 Millionen Euro vom ehemaligen Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). Das Vorhaben soll die digitale Wettbewerbsfähigkeit stärken und und soll als Hebelprojekt der Digitalstrategie gleich zwei der Handlungsfelder bedienen: Es unterstützt die Entwicklung einheitlicher Standards und verbessert die Verfügbarkeit und Auffindbarkeit von Daten.

Die Basis

Kern des Prüfsystems bildet ein Open-Source-Sprachmodell, das in Anlehnung an das kommerzielle Sprachmodell von Noxtua mit rechtlichen Texten trainiert wurde. Im Ergebnis ist ein Sprachmodell entstanden, mit dem die Einhaltung des Data Act, des Data Governance Act und des Digital Operational Resilience Act (Dora) prompt-basiert in Echtzeit geprüft werden kann. Auch datenraumspezifische Vorgaben zur Regelung des direkten Datenaustauschs (Peer-to-Peer) sind in das Modell-Training eingeflossen.

Die Technik wurde sowohl in Datenraumumgebungen wie dem „Mobility Data Space“ und „Pontus X“, als auch in der Datensatzsuchmaschine „Daseen“ sowie unternehmensspezifischen Anwendungen wie in der Dokumentenprüfung bei der Allianz testweise eingesetzt. Hieran zeigt sich die große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Mitgründer von Noxtua, sagt zur aktuellen Entwicklung: „Wir teilen mit Mission KI (siehe Kasten) das Ziel, souveräne zukunftsorientierte Technologie zu fördern und damit die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und freuen uns dabei auch über Mitstreiter wie die Allianz, die das Projekt tatkräftig unterstützt hat.“

Aus der Xayn AG wird Noxtua SE

Im April dieses Jahres ist das Berliner Legal-Tech-Start­up Xayn eine Partnerschaft mit C.H.Beck, eingegangen. Außerdem investiren der High-Performance-Computing Spezialist Northern Data, Deutschlands größte Wirtschaftskanzlei und Mitinitiator CMS sowie die internationale Kanzlei Dentons als strategische Partner. Damit stehen dem Unternehmen, das mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde Series B auch die Umfirmierung von der Xayn AG zur Noxtua SE vollzogen hat, rund 80,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Xayn ist aus Forschung an der Oxford University und dem Imperial College London hervorgegangen und in enger Abstimmung mit der Kanzlei CMS entwickelt worden. Die bisherigen Investoren Global Brain Corporation, KDDI Open Innovation Fund, CMS sowie Dominik Schiener blieben weiterhin Investoren des Startup. Schiener übernimmt demnach gemeinsam mit C.H. Beck die Anteile des bisherigen Investors Earlybird VC.

Noxtua ist eine Anwendung, die auf spezialisierten proprietären KI-Modellen basiert, die mit juristischen Daten trainiert werden. Die Partnerschaft spült nicht nur Geld in die Kassen. Noxtua kann nun die juristischen Daten des Medienunternehmens zum Training und zur weiteren Optimierung der Rechts-KI nutzen. Der Fachverlag mit über 9.000 lieferbaren Werken, rund 100 Fachzeitschriften und jährlich bis zu 1.000 Neuerscheinungen und Neuauflagen verfügt mit „Beck-online“ über die mit größte juristische Datenbank im deutschsprachigen Raum.

Neben C.H. Beck sind Northern Data und die Kanzleien CMS und Dentons beim Ausbau der Rechts-KI dabei. Die autonom europäische Anwendung will juristisches Arbeiten rechtssicher automatisieren.

DSGVO-Konformität

Außerdem gibt es eine neue gemeinsame Legal-AI-Workspace „Beck-Noxtua„“, das die juristischen Fachinhalte von C.H.Beck mit der Rechts-KI des Berliner Legal-Tech-Startups Xayn verbindet. Juristinnen und Juristen sollen mit diesem rechtskonform nicht nur juristische Sachverhalte recherchieren, sondern auch Dokumente überprüfen, überarbeiten und neu entwerfen können.

Die souveräne europäische Rechts-KI sei DSGVO-konform und entspreche den hohen berufs-, straf- und datenschutzrechtlichen Anforderungen für Anwältinnen und Anwälte (§ 203 StGB, § 43e BRAO), heißt es seitens der Partner. Auch Berufsgeheimnisträgerinnen und -träger könnten sie ohne Anonymisierung nutzen.

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Mit dieser Technik wolle man bei Noxtua auch zeigen, dass es möglich ist, leistungsfähige KI basierend auf europäischen Werten wie Datenschutz und Transparenz zu entwickeln. „Dies soll auch ein Souveränitätsleuchtturm für andere Organisationen sein. Denn die Frage nach Europas digitaler Souveränität muss auch mit harten technischen Fakten beantwortet werden.”

Ralf Schneider, der bei dem Versicherungskonzern Allianz viele Jahre als CIO tätig war und dort das „Cybersecurity and Nextgen IT Think Tank“ leitet, erläutert: „In unserer Zusammenarbeit mit Acatech und Noxtua prüften und prüfen wir zahlreiche vielversprechende Ansätze zum Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Compliance-Prüfung von Dokumenten wie Verträgen, Mustervorlagen und Werbetexten, beispielsweise hinsichtlich Doro, GDV-Klauseln und anderen Normensystemen.“

Er deutet auch direkt den Nutzen an: „Wir sehen großes Potenzial, zusammen mit unseren Konzerntöchtern und deren Fachabteilungen hierdurch Effizienzsteigerungen zu realisieren und Bearbeitungszeiten zu verkürzen. Wir sind stolz darauf, unsere Expertise in dieses zukunftsweisende Projekt einzubringen und damit die digitale Transformation voranzutreiben."

Das Sprachmodell und die dazugehörige Dokumentation stehen ab sofort auf der Open-Source-Community Plattform „Hugging Face“ zur freien Nachnutzung zur Verfügung.

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