Nutanix .Next 2023 und die Coompetition zu VMware Ist Hyperkonvergenz besser als Virtualisierung?

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Branchen-Insider nehmen seit geraumer Zeit wahr, wie sich Nutanix zunehmend als Alternative zu VMware, aber auch zu Open-Source-Angeboten positioniert. Nutanix-Deutschland-Chef Peter Goldbrunner spricht in diesem Zusammenhang auf der „.Next“-Konferenz in Darmstadt von einer „Coompetition“. Aber eigentlich ist es mehr. Viel mehr.

Nutanix hielt seine .Next-Konferenz wieder in Darmstadt ab.(Bild:  Müller)
Nutanix hielt seine .Next-Konferenz wieder in Darmstadt ab.
(Bild: Müller)

VMware war mal ein guter Freund von Nutanix. Dessen erstes Produkt „Nutanix Complete Cluster“ basierte gar auf „VMware vSphere“. Heute ist VMware immer noch ein Partner von Nutanix. Das kann durchaus überraschen, denn seit Jahren steigt die Zahl der Unternehmen, die den Nutanix-Hypervisor nutzen - mittlerweile läuft „AHV“ auf 69 Prozent aller weltweit lizenzierten Kerne.

Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager, Central Europe, sprach gegenüber DataCenter-Insider auf der .Next-Konferenz von Nutanix in Darmstadt denn auch von einer „Coompetition“ mit VMware: Man pflege eine vertrauensvolle und erfolgreiche Partnerschaft im Bereich Hypervisor, gleichzeitig aber stehe man natürlich in Konkurrenz zueinander, was das Thema Infrastruktur im Allgemeinen betreffe.

Ihm zufolge geht es nicht so sehr darum, den AHV-Hypervisor als Alternative zu VMwares Server-Virtualisierung zu positionieren, als vielmehr darum, den Wünschen der VMware-Anwender entgegenzukommen. Nutanix gehe es seit jeher darum, Kunden eine möglichst große Wahlfreiheit zu verschaffen.

Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager, Central Europe, im Gespräch mit DataCenter-Insider.(Bild:  Müller)
Peter Goldbrunner, Vice President & General Manager, Central Europe, im Gespräch mit DataCenter-Insider.
(Bild: Müller)

Dennoch macht sich unter dem neuen VMware-Eigentümer Unsicherheit im Markt breit. Tatsächlich erleben viele VMware-Nutzer gerade ein böses Erwachen – nicht zuletzt beim Versuch, ihre bestehenden Lizenzen zu verlängern oder an geänderte Geschäftsanforderungen anzupassen.

Freche Werbung auf der VMware Explore

Und diesen Steilpass nutzt Nutanix natürlich gerne für sich – zur „VMware Explore“ in Barcelona ließ man während der gesamten Veranstaltungszeit ein Auto um den Veranstaltungsort kreisen, dass die VMware-Partner und -Anwender zum Umstieg auf Nutanix bewegen sollte. Die Chancen stehen noch nicht einmal schlecht, nimmt man das große Interesse der Teilnehmer in Darmstadt als Gradmesser.

Tatsächlich hat sich die „Nutanix Cloud Platform“ (NCP) in den letzten zehn Jahren zu einer vielgenutzten Anwendung für virtualisierte Rechenzentren entwickelt. Sowohl Nutanix als auch VMware waren ja seit langem Treiber des Software-defined Datacenter. Die Migrationen von der 3-Tier-Umgebung mit VMware auf NCP könne „nahtlos“ erfolgen – und das ohne zusätzliche Kosten, wie Goldbrunner betont. Denn der Hypervisor kostet bei Nutanix keine Extra-Lizenzgebühren.

Entsprechend lautete der Titel des ersten „Technical Tracks“ der .Next-Konferenz „Effizienter Umstieg: Von VMware zu Nutanix“. Zusätzlich präsentierte Nutanix eine ganze Reihe von Kunden, die schon länger erfolgreich auf den Nutanix-Hypervisor setzen.

So erläuterte Bret Snyder, Senior Server Engineer bei Ruffalo Noel Levitz: „Nachdem ich nur ein paar Tage damit gearbeitet hatte, sagte ich meinen Kollegen, dass Nutanix so funktioniert, wie VMware es sollte." Weitere AHV-Anwender wären etwa Skye Cloud, Cardinal Innovations Healthcare und Stratu.

Hyperkonvergenz sei im Grunde nichts anderes als Virtualisierung

„Für Nutanix, Wegbereiter und führender Anbieter von hyperkonvergenten Infrastrukturen, stellt Hyperkonvergenz im Grunde nichts anderes als Virtualisierung dar, jedoch nicht nur der Server, sondern aller Infrastrukturkomponenten einschließlich Netzwerk und Storage“, erläuterte Goldbrunner. Er verweist zudem auf Aussagen des Senior Analysten Dave Raffo von The Futurum Group, der VMware-Kunden den Umstieg auf Nutanix ans Herz legt.

„Die Übernahme von VMware durch Broadcom und macht vielen im Hinblick auf die Preisgestaltung, den Support und andere Fragen Angst. Nutanix AHV ist eine Hypervisor-Option, die VMware-Kunden zur Verfügung steht.“

AHV sei schon seit Jahren auf dem Markt und wird von den meisten Nutanix-Kunden bereits eingesetzt, viele von ihnen zusammen mit „VMware ESXi“. Das bedeute, dass viele VMware-Kunden bereits mit AHV vertraut seien und es die gleichen HCI-Workloads ausführe.

Nutanix, das Betriebssystem für die Multicloud

Mit der Migration auf AHV erhalten die Anwender laut Goldbrunner eine Art Betriebssystem, das unabhängig von den technischen Hardwaregegebenheiten und damit ortsunabhängig funktioniert, und zwar für Rechenzentrum, Edge und Public Cloud gleichermaßen. „Warum Betriebssystem? Weil die Nutanix-Software automatisiert und für die User völlig unsichtbar zwischen Hardwareinfrastruktur und Anwendungsebene vermittelt und dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft, ohne dass ein Administrator ständig eingreifen muss“, so Goldbrunner, der in diesem Zusammenhang auch auf den grassierenden Fachkräftemangel in der IT hinwies.

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„Nutanix ist dank dieser Virtualisierung im umfassenden Sinne für Rechenzentrum und Cloud sozusagen das Pendant zu Windows oder Linux auf dem PC, wobei die Administratoren natürlich jederzeit eingreifen können, wenn sie wollen“, so der Geschäftsführer.

Er setzt hinzu: „Dass Nutanix auch einen eigenen Hypervisor im Angebot hat, der Teil dieser Softwareschicht und dafür optimiert ist, ist demgegenüber fast zweitrangig, vor allem weil dieser Hypervisor ja nicht als Einzellösung erhältlich ist, sondern nur in einem größeren Paket. Für Kunden, die Virtualisierung zu Ende denken und entsprechend nutzen wollen, aber auch für solche, die beim Thema Virtualisierung Second-Vendor-Strategien verfolgen, wäre Nutanix durchaus eine sehr gute und gewinnbringende Alternative.“

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